Russlands Rückkehr wird auch im Fußball Thema
"Die FIFA hat Kenntnis von der Entscheidung des IOC genommen, die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees vorläufig aufzuheben", teilte die FIFA auf Anfrage der Sportschau mit. "Die FIFA wird die Entscheidung analysieren, bevor sie in Abstimmung mit den relevanten Interessenträgern über die weiteren Schritte entscheidet." Einer der "relevanten Interessenträger" ist die UEFA, die sich auf Anfrage bislang nicht äußerte. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine läuft unvermindert weiter. Aber im Fußball werden schon länger Stimmen nach einer Rückkehr der russischen Teams laut. Vorneweg: FIFA-Präsident Gianni Infantino. Infantino im Februar über Russlands Rückkehr: "Je schneller, umso besser" Infantino hatte im Februar im Gespräch mit dem Schweizer Medium "Weltwoche" gesagt: "Wir werden konkret studieren müssen, wie man Russland wieder einbeziehen kann. Der Sport muss immer vereinend sein." Sportler, Fans und Kinder könnten nichts für politische Entscheidungen. Der Sport müsse eine Brücke bleiben. "Je schneller alle bei einer Weltmeisterschaft dabei sind, umso besser." Aus der deutschen und der europäischen Politik kam dafür viel Kritik. Infantino hält bis heute den russischen "Orden der Freundschaft". Putin hatte ihm die Auszeichnung 2019 als Dank für die Austragung der Fußball-WM 2018 in Russland verliehen. Im britischen Sender "Sky" fügte er damals hinzu, dass man die Suspendierung russischer Teams "definitiv" aufheben müsse, mindestens im Hinblick auf Jugendmannschaften. "Es hat nichts gebracht. Es hat nur noch mehr Frustration und Hass zwischen Mädchen und Jungen geschürt." 2018 trug die FIFA trotz der völkerechtswidrigen Annexion der Krim die WM in Russland aus, Infantino erhielt anschließend von Russlands Staatschef Wladimir Putin den russischen Freundschaftsorden. Auch UEFA-Vertreter sprachen sich für eine Rückkehr aus, UEFA-Präsident Aleksander Ceferin machte aber zuletzt ein Ende des Krieges zur Voraussetzung. Bundesliga-Chef Hans-Joachim Watzke ist Mitglied im UEFA-Exekutivkomitee, DFB-Präsident Bernd Neuendorf sitzt im FIFA-Rat. Beide stimmten im Herbst 2023 zu, als in den beiden Gremien die Wiederzulassung russischer U17-Teams beschlossen wurde. Weil zwölf der 55 UEFA-Mitglider weiterhin Spiele gegen Russland verweigern, wurde der Beschluss zunächst nicht umgesetzt. Russlands Teams wurden nie wegen des Kriegs gesperrt Russlands Teams sind seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 suspendiert. Die UEFA und die FIFA bezogen sich dabei nicht auf die militärische Aggression Russlands, sondern auf "Sicherheitsgründe", die Wahrung der "Integrität des Wettbewerbs" und den "reibungslosen Ablauf der Spiele". FIFA und UEFA hatten zu Beginn des russischen Angriffs noch versucht, Russland ohne Flagge und Hymne unter dem Namen "Fußballverband aus Russland" statt als "Russland" mitspielen zu lassen. Eine zweistellige Zahl europäischer Verbände verweigerte aber Spiele gegen Russland, der DFB befand sich nicht darunter. Damit war "der reibungslose Ablauf der Spiele" gefährdet. Der FIFA und der UEFA blieben keine Wahl mehr: Sie suspendierten die russischen Teams von einer Teilnahme an ihren Wettbewerben, Russlands Verband legte vergeblich Einspruch beim internationalen Sportgerichtshof CAS ein. Eine Rückkehr im Jahr 2026 wird auch maßgeblich von der Bereitschaft anderer Teams abhängen, die Spiele auszutragen. Russlands Männer verpassten durch die Sperre die WM 2022, die EM 2024 und nun auch die WM 2026. Die Qualifikation für die EM 2028 hat noch nicht begonnen. Die Frauen waren bei der WM 2023 und der EM 2025 nicht dabei, für die Qualifikation zur WM 2027 käme eine Rückkehr zu spät. In den aktuellen Regularien für die Europapokalwettbewerbe der UEFA 2026/27 ist Russland nicht als Teilnehmer vorgesehen. Funktionäre blieben stets Teil von FIFA und UEFA Technisch war der russische Verband auch nach Beginn des russischen Angriffs zu jeder Zeit vollwertiger Teil der UEFA und der FIFA. Russlands Verbandschef Alexander Djukow, ein Gazprom-Manager mit Kontakten zu Staatschef Wladimir Putin, war bis April 2025 Teil des mächtigen UEFA-Exekutivkomitees, in den unteren Gremien von FIFA und UEFA sind russische Offizielle weiter vertreten.