Russlands Su-57D verblüfft den Westen - jetzt enthüllt der Konstrukteur die Geheimnisse des neuen Kampfjets
Russland hat im Mai mit der Su-57D erstmals eine zweisitzige Version seines modernsten Kampfjets vorgestellt. Der zusätzliche Platz ist nach Angaben des Herstellers nicht in erster Linie für die Ausbildung gedacht, berichtet das finnische Fachportal „Tekniikka & Talous“ (T&T).
Demnach erklärte das Konstruktionsbüro Suchoi, das hintere Cockpit sei „hauptsächlich für Kampfeinsätze“ gedacht und „nicht so sehr für die Pilotenausbildung“. Die Maschine absolvierte bereits ihren Erstflug. Dass Russland an einer zweisitzigen Su-57 arbeitete, war schon zuvor bekannt.
Su-57D soll S-70-Drohnen im Gefecht führen
Laut Suchoi soll die Su-57D vor allem mit der unbemannten S-70 Ochotnik zusammenarbeiten. Der zweite Mann an Bord soll die Drohne steuern und später womöglich mehrere unbemannte Fluggeräte zugleich führen. Auch KI-gestützte Funktionen sind vorgesehen.
Zu den möglichen Aufgaben des zweiten Piloten zählen laut „T&T“:
Verarbeitung großer Datenmengen
Zielerkennung
Missionsplanung
elektronische Kampfführung
Steuerung unbemannter Systeme
Nach Angaben des Konstruktionsbüros dient die Su-57D außerdem als Plattform, um solche KI-Anwendungen unter realen Bedingungen zu erproben. Weitere operative Rollen seien denkbar, sobald das Konzept reifer sei.
USA verzichteten bei F-22 und F-35 auf Zweisitzer
In den USA gab es bei Tarnkappenjets einen anderen Weg. Für die F-22 entstand zwar nie ein zweisitziges Serienmodell. Eine Version mit zwei Sitzen war in der Anfangsphase des Programms aber eingeplant und wurde erst später aus Kostengründen gestrichen.
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Auch die F-35 bekam keinen zweiten Sitz. Laut dem ukrainischen Portal „United24Media“ argumentierte Lockheed Martin schon früh, moderne Avionik, Sensorfusion und digitale Flugsysteme erlaubten es einem Piloten, alle Aufgaben allein zu bewältigen.
Für die Ausbildung setzt das F-35-Programm stattdessen stark auf Simulatoren und softwaregestützte Trainingsmodi. Eine gesonderte Schulversion war deshalb nicht nötig. Mehr als 1300 F-35 wurden nach diesen Angaben bereits gebaut und von mehr als zehn Staaten eingeführt.
China ging mit der J-20S einen ähnlichen Weg
Eine Ausnahme gibt es nur in China. Dort entstand mit der J-20S bereits eine zweisitzige Ableitung eines Kampfjets der fünften Generation. Sie ist ebenfalls weniger als Schulflugzeug gedacht, sondern eher für:
Gefechtskoordination
Drohnenführung
Einsätze gegen gegnerische Luftabwehr
Russland soll bei der Su-57D allerdings einen weniger tiefen Umbau gewählt haben. Von der Bauweise her ähnelt das Flugzeug eher früheren sowjetischen Zweisitzern wie der Su-27UB. Das kann Nachteile haben: Der höher gesetzte hintere Sitz könnte die Radarsignatur verschlechtern und die Maschine leichter erfassbar machen.
Die Su-57 bleibt Russlands einziges Kampfflugzeug, das Moskau offiziell als Jet der fünften Generation einstuft. Das Muster wird bisher nur in begrenzter Zahl produziert. Seit Jahren gibt es Zweifel an der tatsächlichen Tarnkappeneigenschaft und an der Größe des Programms.