Rüstung statt Cabrios bei VW? Unterschrift soll heute erfolgen
Stand: 07.09.2026 07:59 Uhr
Am traditionsreichen Automobilstandort Osnabrück arbeiten rund 2.000 Menschen. Sie produzieren statt Cabriolets wohl bald für das Rakenschutzsystem "Iron Dome". Damit sollen ihre Jobs weitgehend gerettet werden.
von Bertil Starke
Künftig könnten in den Werkhallen von VW in Osnabrück Teile für Raketenabwehrsysteme entstehen. Noch laufen dort T-Roc Cabriolets vom Band. Jetzt steigt offenbar der israelische Konzern Rafael ein. Das Unternehmen ist maßgeblich für den "Iron Dome" in Israel verantwortlich, der angreifende Raketen in der Luft abfängt. Nach NDR Informationen unterzeichnen die Verantwortlichen die entsprechenden Papiere am Vormittag. Damit hätten die 2.000 Beschäftigten am Standort Osnabrück eine Perspektive.
Land Niedersachsen beteiligt sich an dem Deal
Volkswagen und Rafael führen bereits seit Monaten Gespräche über das Werk. Ein direktes Geschäft kam aber nicht zustande. Grund dafür war die Blockade Katars. Das Emirat ist drittgrößter Anteilseigner bei Volkswagen. Deshalb schaltete sich das Land Niedersachsen ein. Die Idee lautet nach einem Bericht des " Handelsblattes": Der Standort wird in zwei Gesellschaften aufgeteilt. Eine Gesellschaft ohne Rafael bündelt das Grundstück, die Gebäude und Teile der Belegschaft. Die andere ist für die eigentliche Produktion zuständig. Hier ist neben dem Rüstungskonzern demnach auch das Land Niedersachsen als Investor beteiligt.
Mehr als 120 Jahre Fahrzeugbau enden 2027
In Osnabrück läuft die Autoproduktion im nächsten Sommer aus. Volkswagen hatte für den Standort kein Nachfolgemodell für das T-Roc Cabriolet gefunden. Nach mehr als 120 Jahren endet damit eine lange Tradition des Fahrzeugbaus in Osnabrück. In den Hallen sollen aber keine Waffen entstehen. Vielmehr könnten Abschussvorrichtungen, Generatoren oder Transport-Lkw produziert werden. Kritik an dem Deal kommt von Friedensinitiativen aus Osnabrück. Sie warnen, die Stadt gebe damit ihr Image als Friedensstadt auf.
Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.09.2026 | 07:00 Uhr