Rüstung: Wie Armin Papperger bei Rheinmetall an seine Grenzen stößt
Paris, Kassel, Unterlüß, Aschau am Inn, Düsseldorf. Armin Papperger hat es eilig. Es ist Juni in Paris, es ist heiß und der Rheinmetall-Chef muss jetzt schnell zum kroatischen Stand auf der Rüstungsmesse Eurosatory. „Die warten schon“, ermahnt ihn sein Assistent. Papperger hatte mit Jens Plötner, Staatssekretär im Verteidigungsministerium, zusammengesessen und überzogen. „Alles klar, dann lass mal schnell rüberlaufen, sind ja nur ein paar Meter“, sagt Papperger, bereits auf dem Weg raus aus dem Rheinmetall-Pavillon.
„Sie gehen nirgendwo hin“, hält ein schwarz gekleideter Mann mit Knopf im Ohr den 63-Jährigen auf. Er ist einer von Pappergers Personenschützern. „Wir müssen das Auto nehmen.“ Papperger hält kurz inne: „Echt jetzt?“, fragt er, merkt aber schnell, dass jede Diskussion sinnlos ist. „Ja, das muss sein.“ Papperger steigt in die gepanzerte Limousine, die ihn zum nicht einmal 500 Meter entfernten kroatischen Stand befördert.
Einer der derzeit einflussreichsten Konzernchefs Deutschlands kann sich nicht frei bewegen – selbst auf abgeschlossenen Messen wie der Eurosatory: Nachdem 2024 russische Anschlagspläne gegen den Rheinmetall-Chef bekannt geworden sind, wird er wie Bundeskanzler Friedrich Merz geschützt, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, zu Hause, unterwegs, überall.