DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,21 % 64.447,15 USD 07:18:55 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Rüstungskonzern Rheinmetall erneut vor Bewerber-Rekord

Wirtschaft

Deutschlands Rüstungsunternehmen sind bei Menschen, die einen neuen Job antreten wollen oder müssen, weiter sehr beliebt. Bei Rheinmetall könnte die Zahl der Bewerber 2026 um mehr als zehn Prozent steigen. „In der ersten Jahreshälfte hatten wir 140.000 Bewerbungen in Deutschland. Wenn wir die Zahl hochrechnen, könnten es in diesem Jahr 280.000 werden“, sagte Rheinmetall-Personalvorständin Vera Saal unserer Redaktion. Weltweit könnten es etwa 400.000 Bewerbungen werden. 2025 hatte es nach Angaben der Managerin in Deutschland 250.000 Bewerbungen bei Rheinmetall gegeben. Dabei profitiert das Unternehmen nicht nur von den massiven Verwerfungen in der Autobranche, sondern auch von der Technologie-Begeisterung der nachwachsenden Generation. „Wir haben immer mehr Bewerber aus dem Automobil- und Zulieferbereich, aber auch viele aus der Tech-Branche. Neue Technologien kennenzulernen und die Möglichkeit, sich an der Verteidigung des Landes zu beteiligen und die Demokratie zu schützen – das sind für viele junge Menschen wesentliche Motive, sich bei uns zu bewerben“, so Saal. Dazu komme die Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz mit langfristiger Perspektive. Was die Autobranche angeht, dürfte VW ein markantes Beispiel sein. Beim Autobauer stehen mehrere Werke und insgesamt 100.000 Jobs auf der Kippe. Da erscheint vielen eine Stelle in einer Branche, die in den nächsten Jahren unter anderem von Aufträgen der Bundeswehr profitieren wird, deutlich verlockender. Ein Phänomen, das erst durch den Ukraine-Krieg entstand. „2021 waren für uns schon 60.000 Bewerbungen ein großer Erfolg. Das zeigt, wie sehr sich die Maßstäbe verschoben haben“, sagt Vera Saal. Dass der Düsseldorfer Konzern jüngst einen Fregatten-Auftrag der Bundeswehr nicht bekam, hat zwar dazu geführt, dass der geplante Personalaufbau auf 1000 Stellen in der maritimen Sparte gebremst worden ist und es vorerst bei 100 bereits geschaffenen neuen Jobs bleibt. Aber dies hat nach Angaben von Saal keine Folgen für den langfristig geplanten Stellenaufbau. „Dass wir den Personalaufbau in der Division Naval Systems zunächst auf 100 begrenzt haben, ändert nichts daran, dass es auch im Schiffbau großes Wachstumspotenzial gibt“, so die Managerin. Bis zum Jahr 2030 will das Unternehmen die Gesamtzahl seiner Beschäftigten von gegenwärtig rund 34.000 (schon ohne die Zivilsparte gerechnet) auf etwa 70.000 verdoppeln. Auch andere Unternehmen in der Branche verzeichnen weiterhin reges Job-Interesse. Die Thyssenkrupp-Tochter TKMS, die den Düsseldorfern jüngst den Fregatten-Auftrag weggeschnappt hatte, ist eines von ihnen. „Die Branche erlebt durch veränderte geopolitische Rahmenbedingungen einen Imagewandel: Dank ihres wichtigen Beitrags für Stabilität, Frieden und Sicherheit erleben Beschäftigte eine neue definierte Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit, die auch bei vielen Bewerbenden ankommt, die sich noch vor wenigen Jahren gegen eine Tätigkeit in der Verteidigungsindustrie entschieden hätten“, sagt Personalvorständin Angelika Kambeck. 400 offene Stellen seien extern publiziert; vor allem am Standort Wismar seien in den kommenden Jahren Investitionen von über 200 Millionen Euro vorgesehen. Dort könnten schrittweise bis Ende 2029 bis zu 1500 Arbeitsplätze entstehen. Auch bei Hensoldt ist der Bedarf noch einmal deutlich gestiegen. Das Münchener Unternehmen plant nach jüngsten Angaben für das laufende Jahr rund 1600 neue Stellen. Den Boom in der Branche spürt entsprechend auch der Verband deutscher Rüstungsunternehmen. Auf Anfrage teilte der Verband mit, dass die Zahl der Mitgliedsunternehmen zwischen November 2025 und Juli 2026 um rund 50 Prozent auf 602 gestiegen sei. Damit fiel das Wachstum noch einmal deutlich stärker aus als in den zwölf Monaten zwischen November 2024 und November 2025, in denen die Mitgliederzahl von 243 auf 400 geklettert war. Seit November 2021, also wenige Monate vor Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, hat sich die Zahl der Mitglieder den Verbandsangaben zufolge fast versechsfacht.

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