S1, S2, S25 führen ihn zum Ziel: Bundeskanzler Friedrich Merz fährt gerne mit der Berliner S
Friedrich Merz (CDU) verfügt über eine gepanzerte Dienstlimousine, steht rund um die Uhr unter Personenschutz. Trotzdem fährt der Bundeskanzler nach eigenen Angaben gelegentlich mit der Berliner S-Bahn zur Arbeit. „Es gibt viele Menschen in meinem Umfeld, die das nicht so gerne mögen“, sagte Merz am Donnerstag bei einer gemeinsamen Wahlkampfveranstaltung mit der Berliner CDU in der Parteizentrale in Berlin. „Aber ich mag das hin und wieder.“ Wen genau er damit meinte, ließ er offen.
Die Linien S1, S2 oder S25 führten ihn zum Ziel, schilderte Merz. „Und dann steige ich aus der S-Bahn am Pariser Platz aus, gehe durch das Brandenburger Tor.“ Medienberichten zufolge hat der 70-Jährige eine Dienstwohnung am Potsdamer Platz. Von dort ist es nur eine Station mit der S-Bahn bis zum Brandenburger Tor.
Er nehme bewusst einen kleinen Umweg in den Bundestag und gehe, wenn Zeit sei, noch an einer kleinen Plakette zu Ehren des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan auf der Westseite des Brandenburger Tors vorbei, sagte Merz weiter. „Und wenn es dann morgens so früh ist, dass noch nicht ganz so viel Verkehr ist, dann genieße ich einfach diesen historischen Ort und bin auch persönlich wirklich voller Dankbarkeit, dass ich heute durch dieses Brandenburger Tor gehen kann und darf.“ Er habe schließlich noch erlebt, als dies in der Zeit der deutschen Teilung nicht möglich war.
Merz ergänzte, dass er seit der Wende einige Freunde in Berlin habe. „Ich komme nicht mehr so häufig dazu, sie zu besuchen. Mein Radius ist weitgehend auf den Bezirk Mitte beschränkt.“ Dort liegt das Bundeskanzleramt, sein Amtssitz. „Der Tiergarten, den ich auch aus meinem Büro sehe, ist für mich nach wie vor ein Ort, an dem ich gerne laufen gehe. Früher mehr als heute, aber immer noch gerne.“
Der Auftritt im Konrad-Adenauer-Haus, der Zentrale der Bundespartei, war für Merz der erste und einzige im Berliner Wahlkampf. In seiner Rede rief er zum vereinten Kampf gegen Antisemitismus auf und warb für seinen Reformkurs. „Wir dürfen das nicht dulden, dass in Deutschland oder in Berlin Ausländerkriminalität, Judenhass an der Tagesordnung sind. Dieses Land muss sich dagegen wehren“, sagte Merz vor etwa 150 Parteimitgliedern.