Sabotage an Umspannwerk in Brandenburg - Ermittlungen laufen
In einem Umspannwerk nahe dem Kraftwerk Jänschwalde in Südbrandenburg hat es am Dienstagmorgen Sabotageakte gegeben – aber ohne Folgen für die Stromversorgung. In zwei Fällen sei dies gelungen, sagte Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU). "In einigen weiteren Fällen ist das glücklicherweise nicht gelungen."
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Sabotage an Kraftwerk: zahlreiche Vorrichtungen gefunden
Menschen seien nicht zu Schaden gekommen, erklärte der Minister weiter. Das Gelände werde weiter abgesucht. Redmann sprach von einer zweistelligen Anzahl weiterer Vorrichtungen, die gefunden worden seien. Laut Netzbetreiber 50Hertz gab es keinen Stromausfall.
Die Täter sind bisher unbekannt: "Gegenwärtig laufen die Ermittlungen natürlich in alle Richtungen", sagte der Minister. Es habe sich um ein systematisches Vorgehen gehandelt. "Das Ziel war jedenfalls, durch das leitfähige Material einen Kurzschluss herbeizuführen." Das sei in zwei Fällen gelungen. "Wir gehen gegenwärtig (...) davon aus, dass mittels eines Treibsatzes leitfähiges Material in die Höchstspannungsleitung gebracht wurde, das dort also reingeflogen ist", sagte Redmann.
Brandenburgs Innenminister: Feuerball, aber wohl keine Detonation
Ein Feuerball sei zu sehen gewesen, sagte der Innenminister. Dabei habe es sich vermutlich um einen Kurzschluss in einer Höchstspannungsleitung gehandelt, der dann ins Erdreich gegangen sei. "Es ist nicht so, dass wir bislang bestätigen können, dass hier ein Sprengsatz detoniert sei."
Zuvor hatte die Polizei von sogenannten unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV) berichtet. Der Netzbetreiber "50Hertz" sprach von "selbstgebauten Flugkörpern, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln".
Vor Ort hat die Polizei das Umspannwerk großräumig abgesperrt. Autos und Verkehrskegel versperren die Zufahrt, nur Fahrzeuge von Netzbetreibern und Einsatzkräften dürfen passieren. Das Umspannwerk liegt entfernt in einem Waldgebiet, dazwischen Hochspannungsmasten. Von der Straße aus ist der Tatort mit den Sprengsätzen nicht einsehbar.
Ministerpräsident Woidke spricht von "mutmaßlichem Anschlag"
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach in einer Mitteilung der Staatskanzlei am Dienstagmittag von einem "mutmaßlichen Anschlag", den er verurteile. Man nehme den Angriff auf die kritische Infrastruktur sehr ernst. "Die besorgniserregend hohe Frequenz derartiger Vorfälle zeigt, dass wir unsere Infrastrukturen entschlossen schützen müssen."
Die Beschäftigten hätten besonnen gehandelt und Schlimmeres verhindert. Die Sicherheitsbehörden arbeiteten mit Hochdruck an der Aufklärung. "Wer versucht, unsere kritische Infrastruktur zu sabotieren und das gesellschaftliche Leben zu lähmen, greift uns alle an. Aber wir lassen uns von krimineller Energie weder erpressen noch verunsichern."