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Saboteur – Er hatte weitere Sprengmittel bei sich

Allgemein

Der mutmaßliche Strom-Saboteur Daniel V. wurde am Dienstagmittag bei einer Verkehrskontrolle in Weisweiler bei Aachen in Nordrhein-Westfalen gefasst. Das erfuhr WELT aus Polizeikreisen. V. war demnach zu Fuß unterwegs und versuchte, die Polizeisperre zu umgehen.

Dabei wurde er erkannt. Erst gestern waren mehrere Sprengvorrichtungen in der Nähe eines Kraftwerks bei Aachen und ein neues Bekennerschreiben aufgetaucht. V. wurde damit in der Nähe eines potenziellen Tatorts gefasst.

„Die Festnahme des Tatverdächtigen ist ein wichtiger Schritt in den Ermittlungen“, teilte Brandenburgs Polizeipräsident Oliver Stepien mit. „Jetzt gilt es, die Hintergründe und Zusammenhänge der Taten weiter aufzuklären und die gewonnenen Erkenntnisse sorgfältig zu bewerten.“ Die Ermittlungen dauerten an.

Tagelange öffentliche Fahndung

Seit Tagen hatten die Behörden wegen der Sabotage-Aktionen nach dem verdächtigen 48-Jährigen gefahndet. Er soll an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen versucht haben, mit selbstgebauten Raketen einen dünnen Draht über Hochspannungsleitungen zu schießen und so einen Kurzschluss auszulösen.

In mindestens zwei Fällen gelang der Plan des Täters. In Bergheim westlich von Köln waren dadurch mehrere Blöcke eines Kraftwerks für einige Tage lahmgelegt worden. In Brandenburg hatte es am Umspannwerk Turnow-Preilack nahe dem Kraftwerk Jänschwalde zwei Kurzschlüsse gegeben. Mehr als 20 selbst gebaute Raketen sollen dort leitfähiges Material auf die Hochspannungsleitungen geschossen haben. Einen Stromausfall gab es bei den beiden Taten nicht.

Zu der Sabotage-Serie gibt es Bekennerbriefe, die die Ermittlungsbehörden für authentisch halten und dem gesuchten 48-Jährigen aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet zuordnen. „Das Wissen, was offenbart wird in diesen Schreiben, das ist eindeutiges Täterwissen“, hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) mit Blick auf die Bekennerbriefe zuletzt gesagt. Es handele sich offensichtlich um „Klimaterrorismus“ eines Einzeltäters.

In den Bekennerbriefen hatte der mutmaßliche Täter die Angriffe auf das Stromnetz mit dem Kampf gegen fossile Energien begründet. „Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen“, heißt es in den Briefen, die auch WELT vorliegen. In allen drei betroffenen Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt.

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