Sabrina Setlur über KI-generierte Musik: „Braucht man mich überhaupt noch?”
Fast 30 Jahre nach ihrem großen Erfolg mit „Du liebst mich nicht“ zählt Sabrina Setlur noch immer zu den prägenden Figuren des deutschen Hip-Hop. Im Gespräch mit der „Krone“ spricht die 52-Jährige über ihre Musik, ein mögliches Comeback – und die Auswirkungen von künstlicher Intelligenz auf Künstler. Setlur berichtet, dass sie selbst bereits Erfahrungen mit KI-generierter Musik gemacht hat. Besonders ein Erlebnis sei für sie überraschend gewesen: „Ich habe einmal einen Song gehört, der mit meiner Stimme per KI erstellt wurde. Natürlich habe ich erkannt, dass ich es nicht bin – aber trotzdem war das schon erschreckend.“ Die Rapperin beschreibt dabei nicht nur die technische Entwicklung, sondern auch die persönliche Unsicherheit, die dadurch entstehen kann. „Da fragt man sich kurz: Braucht man mich überhaupt noch?“, sagt Setlur im Interview mit der „Krone“. Rap-Ikone Sabrina Setlur warnt vor Verlust des Menschlichen in Musik Trotz ihrer Bedenken sieht Setlur auch Vorteile von künstlicher Intelligenz. Sie selbst nutze KI gelegentlich für kleinere Aufgaben. Gleichzeitig müsse jeder für sich entscheiden, welchen Stellenwert die Technologie im eigenen Leben einnehmen solle. Ihre Sorge: Musik könnte einen Teil ihrer Emotionalität verlieren. „Gefühle können eben keine Maschine ersetzen“, sagt die Musikerin. Sie hoffe, dass der aktuelle KI-Hype irgendwann wieder nachlasse und Menschen erneut stärker auf echte Instrumente und persönliche Ausdrucksformen setzen. ANZEIGE ANZEIGE Die Diskussion um KI in der Musikbranche gewinnt zunehmend an Bedeutung. KI-generierte Songs und virtuelle Künstler sorgen international für Debatten über Kreativität, Urheberrechte und die Zukunft von Musikschaffenden. 2025 stürmte ein KI-Song sogar die Charts – den Sänger gab es gar nicht. Sabrina Setlur denkt über neue Musik nach Neben dem Thema KI spricht Setlur im Interview auch über ihre eigene Zukunft in der Musik. Nach mehreren Jahren Pause habe sie durch Konzerte gemerkt, dass ihre Leidenschaft weiterhin vorhanden sei. „Sobald die ersten Töne liefen, war es, als wäre ich nie von der Bühne weg gewesen. Da wusste ich sofort: Ich bin noch nicht fertig“, erzählt sie. Ob und wann neue Musik erscheint, kann die Rapperin noch nicht versprechen. Sie arbeite aber daran, wieder ins Studio zu gehen.