Sächsische Schweiz: Mann bei Unwetter von Baum erschlagen - weitere Gewitter erwartet
HitzewelleMann bei Unwetter von Baum erschlagen – weitere Gewitter erwartet 1. August 2026, 9:58 Uhr Nach der Hitze ziehen schwere Unwetter über Deutschland. In der Sächsischen Schweiz stirbt ein Mensch, weitere werden zum Teil schwer verletzt. Der Nationalpark wird für Besucher gesperrt. Alle Entwicklungen im Liveblog Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg. Wichtige Updates Mann in der Sächsischen Schweiz von Baum erschlagen Rumänien ruft wegen Strommangels den Notstand aus Innenstädte heizen sich besonders stark auf – wie sehr Grasflächen und Bäume schützen Städte fordern Hilfe des Bundes für den Hitzeschutz Forscher: Klimawandel trägt zu Bränden in Spanien und Frankreich bei Gewittergefahr vor allem in Süd- und Ostdeutschland Die Gefahr von Gewittern in Deutschland ist nach den Unwettern in der Nacht nicht gebannt. „Heute von der Mitte bis in den Osten gebietsweise kräftiger gewittriger Regen“, schrieb der Deutsche Wetterdienst in seiner am Morgen aktualisierten Vorhersage. „In Baden-Württemberg und in Bayern besonders südlich der Donau Quellwolken und teils kräftige Gewitter.“ Für den frühen Vormittag sagten die Meteorologen starke Gewitter in einem schmalen Streifen von Thüringen über Sachsen-Anhalt nach Brandenburg voraus. Dabei könnten Regenmengen von bis zu 20 Liter auf den Quadratmeter fallen. In weiten Teilen Deutschlands soll der Samstag überwiegend heiter und vielfach trocken werden: 20 bis 26 Grad in der Nordhälfte, sonst 25 bis 31 Grad. In mehreren Gegenden Deutschlands hatte es in der Nacht zum Samstag schwere Gewitter gegeben. In Sachsen kam ein Mensch ums Leben, außerdem gab es drei Schwerverletzte und zehn weitere Verletzte bei einem Unwetter in der Sächsischen Schweiz. Mann in der Sächsischen Schweiz von Baum erschlagen Schwere Unwetter sind in der Nacht über Deutschland gezogen und haben in der Sächsischen Schweiz ein Menschenleben gefordert. In Rathen wurde ein Mann laut Polizeiangaben von einem Baum erschlagen. Drei Menschen seien schwer verletzt worden. Zehn weitere Menschen wurden nach Angaben der zuständigen Rettungsleitstelle leichter verletzt und 40 Menschen in Sicherheit gebracht. Ein Sprecher sagte, das Unglück habe sich in einem Zugangsweg zur Felsenbühne in Rathen ereignet. Die Einsatzkräfte vermuteten, dass dort mehrere Menschen in felsigem Gelände von Bäumen eingeschlossen waren. Die Felsenbühne gehört zu den größten Freilichttheatern Sachsens und hat Platz für etwa 2000 Zuschauer. Eine für Freitagabend geplante Vorstellung wurde abgesagt. Auch der Nationalpark Sächsische Schweiz bleibt für Besucher gesperrt. Wegen der Dunkelheit waren die Rettungsarbeiten am späten Abend und in der Nacht schwierig, sie sollen an diesem Samstag fortgesetzt werden. Auch die Bergwacht war im Einsatz und suchte mit der Unterstützung von Drohnen nach Menschen. Ein Sprecher der Bergwacht sagte, er habe den Eindruck, als sei ein Teil des Hanges abgestürzt und mehrere Bäume ins Tal gestürzt. „Es scheint eine sehr lokal begrenzte und sehr starke Unwetterzelle gewesen zu sein“, sagte er. Rumänien ruft wegen Strommangels den Notstand aus Wegen eines massiven Rückgangs der Stromproduktion infolge niedriger Wasserstände der Donau hat Rumänien für den gesamten August den landesweiten Notstand ausgerufen. Ein Reaktor des Atomkraftwerks Cernavoda sei bereits abgeschaltet worden, teilte Ministerpräsident Ilie Bolojan am Freitag mit - das Kraftwerk deckt normalerweise etwa ein Fünftel des Strombedarfs in Rumänien. Die Regierung habe Gelder bewilligt, um Wasser aus einem Kanal umzuleiten und so sicherzustellen, dass der zweite Reaktor am Netz bleiben könne. Zudem führe das Land Gespräche mit der Ukraine, Griechenland und Bulgarien, um in den abendlichen Spitzenzeiten Strom zu importieren. Der Pegel der Donau war zuletzt drastisch gesunken: An der rumänischen Grenze flossen am Dienstag der Wasserbehörde zufolge nur noch 1650 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, während der Juli-Durchschnitt bei 4750 Kubikmetern liegt. Bis zum 4. August wird ein weiterer Rückgang auf 1500 Kubikmeter erwartet, ein Wert, der sich dem historischen Tiefststand von 1400 Kubikmetern aus dem Jahr 1985 nähert. Erschwerend kommt hinzu, dass eine Hitzewelle den Strombedarf für Klimaanlagen in die Höhe treibt. Der Spitzenverbrauch lag in dieser Woche bei 7,3 Gigawatt, während die heimische Produktion auf 4,3 Gigawatt gesunken war. Innenstädte heizen sich besonders stark auf – wie sehr Grasflächen und Bäume schützen Es ist ein Problem in Zeiten der Klimakrise, das viele große und auch kleinere Städte betrifft: je näher am Zentrum, desto heißer ist es für Passanten und Anwohner. Denn auf großen Plätzen vor Prachtbauten oder in engen Häuserzeilen ist viel zu wenig sogenannte grüne und blaue Infrastruktur zu finden, also Gras, Sträucher, Bäume sowie Gewässer und Brunnen. Wie stark sie die Hitze in der Stadt reduzieren und dass selbst kurzgehaltene Grasflächen abkühlen, zeigen Wärmebilder aus Münchens Innenstadt im Detail: Städte fordern Hilfe des Bundes für den Hitzeschutz Die hohen Temperaturen lassen Forderungen nach einem besseren Hitzeschutz für die Menschen in Deutschland wieder einmal lauter werden. Der Deutsche Städtetag lenkt den Fokus auf die Finanzierung und eine Beteiligung des Bundes. Für den notwendigen Umbau der Städte brauche es viele Milliarden Euro, die die Kommunen allein nicht aufbringen könnten, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städtetages, Christian Schuchardt, im „Morgenmagazin“ der ARD. Die Klima-Allianz Deutschland erklärte, die Bundesregierung müsse jetzt handeln und auf einem Hitzegipfel konkrete Maßnahmen auf den Weg bringen. Schuchardt sagte, allein die energetische Sanierung von Gebäuden sei eine Generationenaufgabe. „Das müssen wir gemeinsam angehen als Bund, Länder und Kommunen“, forderte er. Hitzeschutz und Klimaanpassung müssten als sogenannte Gemeinschaftsaufgabe eingestuft werden, wie es beispielsweise beim Küstenschutz der Fall sei. Eine Gemeinschaftsaufgabe in den Beziehungen von Bund, Ländern und Kommunen zeichnet sich durch eine gemischte Finanzierung aus, da sich der Bund an einem Teil der Kosten beteiligt für Maßnahmen, die eigentlich in den Zuständigkeitsbereich der Länder und Gemeinden fallen. Forscher: Klimawandel trägt zu Bränden in Spanien und Frankreich bei Der Klimawandel hat laut einer Analyse das Extremwetter verschärft, das die Waldbrände in Teilen Frankreichs und Spaniens mit angefacht hat. Das Auftreten der entsprechenden Wetterbedingungen sei durch die Erderwärmung in Frankreich mindestens doppelt so wahrscheinlich geworden, teilte die Forschungsgruppe „World Weather Attribution“ (WWA) mit. In Spanien habe sich die Wahrscheinlichkeit für das „extreme Feuerwetter“ sogar mindestens um das 20-Fache erhöht. Die Klima-Fachleute beziehen sich mit der Analyse auf die jüngsten Brände im Südwesten Frankreichs sowie in Zentralspanien. Es handele sich bei den Angaben zur Wahrscheinlichkeit der Wetterbedingungen um konservative Schätzungen. Die Forschungsgruppe verwies auf nasse Winter mit einem daran anschließenden trockenen Frühling. Diese Abfolge werde zu einem „Haupttreiber“ des Waldbrandrisikos. Solches Wetter trage zum Wachstum der Vegetation bei, die dann abtrockne und zu einem Brandbeschleuniger werde. „Die Mega-Brände machen deutlich, wie schnell klimabedingte Hitze und trockene Landschaften Waldbrände in verheerende nationale Katastrophen verwandeln können“, sagte der Chef des UN-Klimasekretariats, Simon Stiell. Die Lösung liege auf der Hand: Alle Länder müssten schneller von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umsteigen und die Menschen vor den Folgen des Klimawandels schützen. In dem 2014 gegründeten Netzwerk „World Weather Attribution“ untersuchen Fachleute, wie der Klimawandel einzelne Extremwetterereignisse beeinflusst. Für die Analyse zu den Waldbränden wurde den Angaben zufolge das Brandwetterrisiko über einen Sieben-Tage-Zeitraum im Juli mit Vergleichswerten aus früheren Jahren verglichen. Dabei wurden etwa Hitze, Trockenheit und Wind berücksichtigt. Unter dem heutigen Klima rechnen die Fachleute damit, dass im Südwesten Frankreichs entsprechende Wetter-Ereignisse alle 20 Jahre auftreten. In Spanien sei das voraussichtlich alle sechs Jahre der Fall, hieß es. Luzia Geier Umweltbundesamt-Chef: Erfolg von Rechtspopulisten bedroht Klimaschutz Der Präsident des Umweltbundesamts (UBA), Dirk Messner, zeigt sich besorgt über mögliche Wahlsiege von Rechtspopulisten. „Wir nehmen das sehr ernst, denn Rechtspopulisten kündigen an, Klimaschutz- und Umweltpolitiken massiv zurückzubauen“, sagte Messner der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Das UBA hat seinen Hauptsitz in Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt, wo am 6. September Landtagswahl ist. Umfragen sehen die AfD weit vorn. Auch in Mecklenburg-Vorpommern, wo ebenfalls im Herbst gewählt wird, könnte die AfD stärkste politische Kraft werden. „Viele populistische Akteure zweifeln den menschengemachten Klimawandel an“, sagte Messner. Das laufe dem dringend erforderlichen Klimaschutz zuwider, der sich auf weltweite wissenschaftliche Erkenntnisse stütze. „Wenn Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse nicht mehr anerkannt werden oder gar die Klimaforschung politisch torpediert würde, können Gesellschaften in eine enorme Schieflage geraten“, warnte der Behördenchef. „An die Stelle von Argumenten tritt dann Willkür.“ Das zeige sich aktuell beispielsweise in den USA. Dort stehe die Klima- und Erdsystemforschung unter großem Druck. Luzia Geier Bayern: Luftbeobachter sollen weitere Waldbrände verhindern Angesichts der hohen Waldbrandgefahr in Bayern werden in den kommenden Tagen in verschiedenen Regionen Luftbeobachter Ausschau nach Feuern halten, um die Einsatzkräfte schnell alarmieren zu können. Bei Unterwössen im oberbayerischen Landkreis Traunstein wollen die Einsatzkräfte heute unterdessen weiter versuchen, einen Brand im Bergwald der Chiemgauer Alpen zu löschen. Das Landratsamt hatte wegen des Waldbrandes am Donnerstag den Katastrophenfall ausgerufen, um den Einsatz zentral koordinieren zu können. In Mittelfranken kündigte die Bezirksregierung an, dass wegen der Waldbrandgefahr bis Sonntag in den Nachmittagsstunden Luftbeobachter die relevanten Waldgebiete von oben kontrollieren sollen. Die Behörde rechnet damit, dass durch Ausflügler die Feuergefahr noch steigen könnte. „Bereits kleinste Zündquellen können ausreichen, um Brände zu verursachen.“ Regierung von Mittelfranken Deswegen werden ehrenamtliche Piloten der Luftrettungsstaffel aufsteigen, mit in den Maschinen werden speziell ausgebildete Beobachter der Feuerwehren und der Forstämter sitzen. Auch die Regierung von Niederbayern ordnete Beobachtungsflüge an. Hier sollen die Flugzeuge von Samstag bis Montag starten. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes soll bis zum Montag nahezu flächendeckend in Niederbayern die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe erreicht sein. Im Landkreis Traunstein waren am Donnerstag rund 300 Einsatzkräfte damit beschäftigt, das Feuer im unwegsamen Berggelände bei Unterwössen einzudämmen. Sechs Hubschrauber aus Bayern sowie dem benachbarten Österreich warfen Löschwasser über dem Gebiet ab. Neue Hitzerekorde in Deutschland Man verliert langsam die Übersicht über die vielen Hitzerekorde in Deutschland, die zuletzt ausgerufen wurden. Nun also wieder welche: Die 40-Grad-Marke wurde am Donnerstag an mehreren Orten geknackt. Den höchsten vorläufigen Wert meldete der Deutsche Wetterdienst mit 40,5 Grad aus Bernburg an der Saale in Sachsen-Anhalt. Dahinter folgten 40,4 Grad in Kitzingen in Bayern, 40,2 Grad in Ohlsbach in Baden-Württemberg und 40,1 Grad in Frankfurt am Main in Hessen. Damit wurde in drei Bundesländern ein neuer Hitzerekord für den Juli aufgestellt. Allerdings handelt es sich noch um vorläufige Werte. Der bundesweite Hitzerekord blieb dagegen unangetastet. Er liegt bei 41,8 Grad, gemessen in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt während der Hitzewelle Ende Juni. Katastrophenfall ausgerufen: Brand in den Chiemgauer Alpen Die Hubschrauber dröhnen unablässig, dichter Rauch zieht herab ins Tal: In den Chiemgauer Alpen hat ein Bergwald Feuer gefangen. Mehr als 200 Einsatzkräfte kämpfen in dem unwegsamen Gelände im Gipfelbereich der Hochwand nahe der Lackenbergwand bei Unterwössen (Landkreis Traunstein) gegen die Flammen. Die Behörden rufen den Katastrophenfall aus. „Wir haben uns entschieden, dass wir gleich voll durchstarten“, sagte der Traunsteiner Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) nahe dem Brandort. Man brauche schnellen Zugriff und „schlagkräftige Hilfe“ bei der Brandbekämpfung. Dabei hätten auch die Erfahrungen aus dem tagelangen Waldbrand am Saurüsselkopf im Mai eine Rolle gespielt. „Die Wetterlage ist nicht sehr günstig“, so Danzer am frühen Nachmittag. Wegen des immer wieder auffrischenden Winds werde eine schnelle Ausbreitung des Brands befürchtet. Deshalb sei auch Hilfe aus Österreich angefordert worden. Evakuierungen seien aktuell nicht nötig. Sicherheitshalber liefen aber die Vorbereitungen für einen solchen Fall. DWD: Hessen und NRW trockenster Juli-Monat seit 1881 Zu trocken und zu sonnig: Der Juli war mit 19,7 Grad überdurchschnittlich warm, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf Basis seiner rund 2000 Messstationen errechnet hat. Hessen und Nordrhein-Westfalen melden den trockensten Juli-Monat seit Beginn der Messgeschichte 1881. Mit rund 40 Litern pro Quadratmeter fiel im Juli nur die Hälfte des Niederschlags, der in der Referenzperiode 1961 bis 1990 (78 Liter pro Quadratmeter) gemessen wurde. Konkret liegen die 19,7 Grad um 2,8 Grad über dem Referenzwert von 16,9 Grad. „Eine hohe Waldbrandgefahr, sehr niedrige und die Schifffahrt beeinträchtigende Wasserstände und massive Ertragseinbußen bei der Getreideernte waren die Folge“, hieß es beim DWD. Lokal heftige und mit Starkregen einhergehende Gewitter hätten die Trockenheit in der Fläche nicht mindern können. Bereits der Juni 2026 war nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes der zweitwärmste Juni gewesen, den es jemals gab. Die Temperatur habe im Mittel bei 19,5 Grad gelegen, teilte der DWD damals in einer vorläufigen Auswertung mit. Nur 2019 sei es mit im Schnitt 19,8 Grad noch wärmer gewesen. Wassermangel auch an der Donau Der an manchen Orten rekordniedrige Wasserstand der Donau bringt die Stromerzeuger in Österreich, Rumänien und Ungarn in die Bredouille. Wasser- und Kernkraftwerke müssen mangels Wasser die Produktion drosseln oder sogar vorübergehend einstellen. An einigen Messstationen sind historische Niedrigwerte bereits unterschritten. Bei Paks in Ungarn liegt der Wasserstand der Donau nach Angaben der dortigen Wasserwerke sogar 121 Zentimeter unter dem bisherigen Tiefstand. Die Stromversorgung ist laut Behörden nicht gefährdet. Aber Entspannung ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Auch Tourismus und Fischerei sind betroffen. Am Kernkraftwerk Paks, etwa 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Budapest, wurde schon einer der vier Reaktorblöcke abgeschaltet. Das drohe auch bei den drei anderen, sagte Ministerpräsident Péter Magyar. Hintergrund sind mangelnde Regenfälle, aber auch zunehmend wenig Schmelzwasser von Gletschern, wie Florian Seidl, Sprecher des größten österreichischen Wasserkraftwerkbetreibers, Verbund, sagte: „Eigentlich sollten wir jetzt das Wasser aus der Schneeschmelze abarbeiten, aber aufgrund der Erderwärmung fällt immer weniger Schnee.“ Beim Verbund liegt die Produktion rund 30 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Auch an fast allen Zubringern zur Donau in Oberösterreich herrscht Wassermangel. Viele der mehr als 4000 Kleinwasserkraftwerke sind betroffen, mit bis zu 50 Prozent gedrosselter Produktion oder gänzlichem Stopp. In Rumänien sank der Wasserstand der Donau auf ein Drittel des durchschnittlich im Juli gemessenen Werts. Dort mussten beim Kernkraftwerk Cernavoda beide funktionierenden Reaktorblöcke abgeschaltet werden. Sie erzeugen normalerweise etwa ein Fünftel des Stroms in Rumänien. Der Schiffsverkehr ist aufgrund des Niedrigwassers bereits eingeschränkt. Kreuzfahrten von Passau nach Wien enden vorzeitig. Der österreichische Wasserstraßenbetreiber Viadonau warnt auf seiner Webseite vor den Stellen mit besonders geringer Wassertiefe. Diese Woche blieb nahe dem rumänischen Donauhafen Cetate ein Kreuzfahrtschiff mit fast 240 Menschen an Bord in einer Sandbank stecken. Alle Passagiere konnten in Sicherheit gebracht werden. Frachtschiffe können nur noch teilweise beladen werden und fahren dadurch Verluste ein. Ein Schiff liegt bei Greifenstein in Österreich auf dem Trockenen bei niedrigem Wasserstand der Donau. . Roland Schlager/APA/dpa Ein Mann steht in Rumänien neben seinem Pferdewagen auf einer Sandbank an der Donau. Normalerweise überflutete Gebiete sind nach einer anhaltenden Dürreperiode freigelegt. . Andreea Alexandru/AP/dpa Trinkwasser: München verlängert Bewässerungsverbot nicht Weil das Trinkwasser in München knapp zu werden drohte, erließ die Stadt eine Allgemeinverfügung zum Wassersparen. Diese endet am 1. August und wird nicht verlängert. Das teilten die Stadtwerke und Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) mit. Der Wasserverbrauch sei gesunken. Zwar dürfte es angesichts der erneuten Hitzewelle weitere Verbrauchsspitzen geben, die aber durch die anstehenden Sommerferien und einen damit verbundenen Rückgang abgefedert werden dürften, hieß es. Aufgrund der langen Trockenheit und des hohen Wasserverbrauches hat die Stadt Mitte Juli ein Bewässerungsverbot erlassen. Das bedeutet unter anderem, dass Gartenpflanzen und Rasen nicht mehr gegossen und private Pools nicht mehr befüllt werden dürften. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 50 000 Euro. Jedoch: Die hydrologische Situation bleibe angespannt, die Grundwasserstände seien weiterhin niedrig und ein sparsamer Umgang mit Trinkwasser erforderlich. Deshalb erneuerten Stadt und Stadtwerke ihren Appell an Unternehmen und Bürger, Wasser bewusst und verantwortungsvoll zu nutzen. Die Lage werde nun beobachtet. Sollte sie sich erneut deutlich verschärfen, würden weitere Maßnahmen geprüft. RKI: Fast 10 000 hitzebedingte Tote in diesem Jahr In diesem Jahr sind nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) deutschlandweit bereits fast 10 000 Menschen wegen hoher Temperaturen gestorben. Die geschätzte Zahl der hitzebedingten Sterbefälle bis zum 19. Juli liegt bei 9800, wie aus dem entsprechenden RKI-Wochenbericht hervorgeht. Das ist mehr als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016. Die meisten Hitzetoten in den vergangenen zehn Jahren gab es demnach 2018 - damals waren es im gesamten Jahr rund 9000. Mehr als 5000 der hitzebedingten Sterbefälle in diesem Jahr geht dem RKI zufolge auf die Hitzewelle in der zweiten Junihälfte zurück, als deutschlandweit vielerorts die Temperaturen auf 40 Grad stiegen. Laut RKI gab es 2026 in der Zeit von Anfang April bis zum 12. Juli schätzungsweise 7900 Hitzetote. Innerhalb der nun betrachteten Woche vom 13. bis 19. Juli kamen demnach 1900 hinzu. In Bayern sind nach Schätzung des RKIs im laufenden Jahr schon rund 1050 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben - 2025 waren es im gesamten Jahr 490 Menschen und auch in den neun Jahren davor waren die Werte nie so hoch wie jetzt. Die Schätzung ist mit Vorsicht zu genießen, sie hat eine große Schwankungsbreite. Bayern ist demnach aber weniger stark betroffen als andere Bundesländer, in Baden-Württemberg und Hessen gab es trotz weniger Einwohner mehr Tote. Typischerweise gibt es laut RKI in Wochen mit einer mittleren Temperatur über 20 Grad deutlich höhere Sterblichkeitswerte als in kühleren Sommerwochen. In der Woche vom 13. bis 19. Juli lag die Wochen-Mitteltemperatur laut RKI bei 20,9 Grad. In zwölf Bundesländern seien mittlere Temperaturen über 20 Grad gemessen worden. Besonders für ältere Menschen ist die Hitze gefährlich. Luzia Geier Obdachlosenhilfe fordert mehr Abkühlungsmöglichkeiten Die Potsdamer Straßensozialarbeit hat angesichts der Hitze ein besonderes Auge auf den gesundheitlichen Zustand der Obdachlosen in der Stadt. „Wir haben regelmäßig und zusätzlich Hitzetouren durchgeführt“, sagte Jörg Faulhaber von dem Projekt Creso-Streetwork der Deutschen Presse-Agentur. Außerdem hätten die Streetworker Wasser und teilweise Sonnencreme verteilt. Bei akuten Hitzewarninformationen hätten sie die Obdachlosen gewarnt. „Nach unserer Einschätzung kennen obdachlose Menschen die üblichen Strategien und Maßnahmen gegen Hitze bereits gut“, führte Faulhaber aus. Die meisten haben die Temperaturen im Blick. „Wir sind allerdings der Meinung, dass es im Stadtgebiet zu wenige Wasserspender und insgesamt zu wenig Abkühlungsmöglichkeiten gibt.“ Bei den Hitzetouren sei daher Wasser größtenteils dankend angenommen worden, so Faulhaber.