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Safari in der Serengeti in Tansania: Jeep von Touristen aus der Schweiz stürzt in Fluss voller Krokodile

Welt

Die atemberaubende Tierwelt in Afrika lockt jährlich Millionen Menschen, auch aus Europa, an. Ein Hotspot für die Naturspektakel, bei denen die Touristen in der Regel von professionellen Tourführern mit geländegängigen Fahrzeugen an Plätze gefahren werden, wo besonders gut beobachtet werden kann, ist der Serengeti-Nationalpark in Tansania. Ihn besuchen jährlich etwa eine halbe Million Touristen.

Dort gibt es jedes Jahr zwischen Juni und Oktober ein besonderes Schauspiel: die „Great Migration“. Unzählige Gnus und Zebras überqueren den Mara-Fluss. Zehntausende Naturliebhaber sind dabei, verfolgen das atemberaubende Ereignis. Und vier Schweizer Teilnehmer einer Safari am vergangenen Sonntag werden ihren auch „Game Drive“ genannten Ausflug mit Sicherheit nie vergessen. Darüber berichten südafrikanische Medien wie „Southafriaworld“.

Denn wovor die Gnus bei ihrer Querung des Stroms am meisten Angst haben, drohte plötzlich auch für vier Touristen aus der Schweiz zur Lebensgefahr zu werden: unzählige Krokodile, die im Wasser auf einen Happen warten. Der tansanische Fahrer des Jeeps verlor plötzlich die Kontrolle über sein Fahrzeug – und der Jeep stürzte in den Fluss.

Ein Video in den sozialen Medien zeigt, wie das Fahrzeug auf das Flussufer zuholpert und schließlich die Böschung hinunterfällt. Die vier Touristen und der Fahrer haben Glück im Unglück: Sie können das Auto verlassen, bevor es im Wasser landet.

Das Video ist von Touristen eines anderen Fahrzeugs aufgenommen, die die Szene aufgeregt kommentieren. „Da sind Krokodile drin“, ist eine Frauenstimme zu vernehmen. Ein Mann fordert die Insassen des verunglückten Jeeps auf, schnell in ein anderes Fahrzeug zu steigen. Ein Rat, dem die zwei Frauen und zwei Männer folgten. Sich außerhalb der Fahrzeuge aufzuhalten, gilt in der freien Wildbahn Afrikas als äußerst gefährlich.

Die tansanische Nationalparkbehörde Tanzania National Parks (Tanapa) bestätigte den Vorfall. Alle fünf Insassen seien unverletzt geblieben. Das Safari-Unternehmen Nature Responsible Safari Company Limited bedauerte die erhebliche emotionale Belastung für die Touristen. Diese hätten aber ihre Reise auf Sansibar fortsetzen können. Der Vorfall werde nun untersucht.

Die Touristen widersprachen Vermutungen, ihr Fahrer könnte unvorsichtig gehandelt haben: „Während unserer gesamten Safari war er nie jemand, der sich beeilte, um die beste Position zu bekommen“, erklärten sie der Zeitung „Daily News“ zufolge. „Er näherte sich den Tieren und Aussichtspunkten stets sehr vorsichtig, fuhr langsam und respektvoll und nahm Rücksicht auf die Umwelt und die anderen Safari-Fahrzeuge.“

Weiter sagten sie dem Bericht zufolge, sie könnten nicht sagen, warum das Fahrzeug nicht mehr stoppen konnte. „Wir wollen nicht über die technische Ursache oder die Verantwortlichkeit spekulieren, solange der Vorfall noch untersucht wird.“

Tourismus in Tansania wichtiger Wirtschaftsfaktor

Das Safari-Unternehmen zeigte sich dankbar für die zurückhaltende Reaktion der Urlauber – und das aus gutem Grund. Auch wenn die Geschichte am Mara River glimpflich ausging, für die Firma und die Fremdenverkehrsbranche sind solche Vorkommnisse keine Lappalie.

Denn ob Tansania, Kenia, Botswana, Namibia oder Südafrika – für viele Länder der Sub-Sahara ist der Safari-Tourismus ein enorm wichtiger Wirtschaftsfaktor. Lodges, Nationalparks und Reiseanbieter schaffen ländliche Arbeitsplätze als Guides, Ranger, Köche oder Manager, von denen oft ganze Familien leben. Zudem bringen ausländische Touristen den Regierungen harte Währungen.

Auch wenn der Safari-Tourismus immer wieder mit teils berechtigten Argumenten – etwa der Verdrängung lokaler Bevölkerungsgruppen wie der Maasai und San oder dem Hinweis auf koloniale Stereotypen – kritisiert wird, sprechen die Wirtschaftszahlen allein für Tansania eine klare Sprache.

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