Saisonvorbereitung Eine Tour, viele Motive: Warum der FC Bayern nach Asien reist
Es dauerte nicht lange, dann machten wieder diese Bilder vom FC Bayern München im Sommer die Runde, die alljährlich ihre Runde machen, wenn der Rekordmeister auf Reisen geht. Manuel Neuer verließ in einem Video des vereinseigenen Instagram-Kanals das Terminal am Flughafen der südkoreanischen Vulkaninsel Jeju und trat einer Menge schreiender und kreischender Fans entgegen. "Manu, bitte! Servus!", brüllte einer. Ein anderer schrie: "Manuel Peter Neuer! Manuel Peter Neuer!" Ja, Neuer hat auch einen zweiten Vornamen, den er über die Jahre gut versteckt hielt. "Dankeschön", krakeelte der Fan danach, nachdem Neuer sein T-Shirt signiert hatte. FCB zwischen Heimat und Internationalisierung Die Münchner gehen bereits zum zehnten Mal auf große Tour in ihrer Vorbereitung. Vom vergangenen Samstag bis zum 8. August wird der deutsche Double-Sieger Trainingseinheiten, Testspiele und natürlich auch Werbetermine in Südkorea und Hongkong bestreiten. Für die Münchner ist dieser Ausflug mittlerweile ein Pflichttermin im Sommer: zwischen Lederhose und Laptop, zwischen Heimat und Internationalisierung, oder wie eben jetzt zeitlich zwischen Trainingslager Rottach-Egern und Trainingslager Jeju sowie Hongkong. Max Eberl vergleicht Asien-Tour mit Klub-WM Der FCB-Sportvorstand Max Eberl betonte in den vergangenen Tagen in Rottach-Egern, dass es ihm aus mehreren Gründen wichtig ist, nach Asien zu gehen. Denn natürlich will ein Weltverein auch seine Fans außerhalb Münchens besuchen. Aber auch in Sachen Teambuilding freut er sich auf die acht Tage Fernost. "Die Asien-Tour ist ein schöner Moment, um als Gruppe wieder zusammenzuwachsen. Ich habe letztes Jahr oft davon gesprochen, dass die Klub-WM ein toller Faktor für uns war, weil die Gruppe sehr lange zusammen war." Touristen aus Japan und China in Jeju Am Sonntagmorgen deutscher Zeit landeten die Bayern auf Jeju, sie haben dort einen Partnerklub, den Jeju SK FC, und natürlich – wie oben erwähnt – auch Fans. Touristen und Fußballfans aus China und Japan haben auf der Insel Visa-Freiheit, so kommen die Münchner gleich vielen Anhängern näher. Ein Grund, wieso dieses Mal keine Millionenstadt wie Seoul angeflogen wird: "Seoul ist das normale Ziel, das haben wir 2024 extrem erfolgreich und gut gemacht", sagt Rouven Kasper, der Münchner Vorstand Marketing und Vertrieb. Gegen den südkoreanischen Erstligisten Jeju SK bestreitet der FC Bayern am Dienstag (4. August, 13 Uhr deutscher Zeit) ein Testspiel. Kompany nutzt Trip als Trainingslager – einige Stars fehlen Coach Vincent Kompany nutzt den Ausflug nach Asien wiederum als Trainingslager. Tag für Tag stehen Trainingseinheiten an, die ersten haben die FCB-Stars bereits hinter sich gebracht. Und neben dem Test gegen den Partnerverein kickt die Kompany-Elf auch gegen den englischen Spitzenklub Aston Villa am 7. August in Hongkong (14 Uhr deutscher Zeit), der erste echte Härtetest in dieser jungen Saison. Auf all seine Stars kann Kompany beim Einspielen in Asien noch nicht zurückgreifen. Harry Kane, Michael Olise und Dayot Upamecano sind nach ihrem langen WM-Einsatz noch im Urlaub. Dazu fehlen Neuzugang Ismael Saibari sowie Jamal Musiala, Serge Gnabry, Lennart Karl, Bryan Zaragoza und Alphonso Davies nach Verletzungen. Der Rest ist dabei, neben den deutschen Nationalspielern liegt der Fokus der Fans auf dem kolumbianischen Top-Spieler Luis Diaz. PR-Termine, um Klub und Bundesliga zu bewerben Ärgerlich dürfte für sie das Fehlen der Stars Kane, Olise und Musiala sein, die inzwischen einen riesigen Werbewert haben. Denn dazu kommt bei diesem Trip natürlich auch ein wirtschaftliches Interesse des Branchenprimus der Bundesliga. Natürlich stehen PR- und Werbetermine auf dem Programm – um den Klub, aber auch die Bundesliga zu vermarkten. "Es ist natürlich schön für die Bundesliga, dass wir sie in Asien vertreten können", sagt Eberl. "Die Bundesliga soll ja auch internationaler werden." Doch er bemängelt, dass sich dafür in diesem Jahr nur wenige Klubs anschließen. Neben dem FCB sind im Sommer noch Dortmund (Japan) und Leipzig (Südafrika) unterwegs gewesen, im September folgt der Aufsteiger Paderborn, der in die USA fliegt. Ob dann auch US-Fans so laut kreischen wie die Südkoreaner bei Manuel Neuer? Das darf bezweifelt werden. Tabellenführung und Abstiegskampf, aktuelle Spielpaarungen, Ergebnisse und Liveticker, Torjägerlisten, Laufleistung- sowie Zweikampfstatistiken und noch viel mehr: Fußball im Ergebniscenter von BR24Sport. Das ist die Europäische Perspektive bei BR24. Quelle: BR24 Radio 31.07.2026 - 16:55 Uhr