Salli, Europa! Der SC Freiburg schlägt Motherwell deutlich und spielt wieder international
SC-Coach Julian Schuster rotierte nach dem 5:1-Pokalsieg in Düsseldorf kräftig durch. Sieben neue Spieler standen am Donnerstagabend in der Startelf: Derry Scherhant, Yannik Engelhardt, Cyriaque Irié, Philipp Treu, Christian Günter, Max Rosenfelder und Igor Matanovic. Patrick Osterhage stand wegen muskulärer Probleme nicht im Kader.
Nachdem die Freiburger im Hinspiel im Fir Park von Motherwell (3:1 für Freiburg) einen frühen Rückstand hinnehmen mussten, lief es diesmal andersherum: Derry Scherhant brachte die Gastgeber nach einem schönen Pass von Maximilian Eggestein in Front (6. Minute). Für die Schotten wurde die Ausgangslage somit noch schwieriger. Doch kampflos wollten sich die Gäste nicht ergeben. Über einen Freistoß kamen sie zu einer ersten Torannäherung, der Kopfball von Jamie Knight-Label ging aber über die Latte (17.). Dann eine Szene, die der Entstehung des 1:0 stark ähnelte. Diesmal setzte Igor Matanovic den Kollegen Scherhant mit einem Pass aus dem Mittelfeld in Szene, doch der Linksschuss Scherhants wurde geblockt (21.).
Backhaus flutscht der Ball durch die Finger
Besser machte es der Motherwell FC. Über die linke Seite rollte ein Konter über den schnellen Emmanuel Longelo, dem sich kein Freiburger in den Weg stellte. Aus der Distanz hielt Longelo aufs Tor. Mio Backhaus war zwar dran, aber der Ball flutschte ihm durch die Finger und kullerte ins Netz. Ein klassischer Torwartfehler führte somit zum Ausgleich (22.). Der Gästeblock schaltete auf Party-Modus, die 1500 mitgereisten Fans witterten Hoffnung.
Yuito Suzuki verbuchte die nächste Chance für den Sportclub, zog aber am linken Pfosten vorbei (33.). Dann sorgte Irié für einen Aufreger, weil er im Strafraum von einem schottischen Verteidiger gefoult wurde. Einen Elfmeter bekamen die Freiburger jedoch nicht, weil der Szene eine Abseitsstellung voranging (37.). Der SC blieb am Drücker. Max Rosenfelder trieb den Ball nach vorn, der mitgelaufene Christian Günter flankte von der Grundlinie in den Strafraum zu Abnehmer Irié, dessen Schuss jedoch verpuffte (44.). Vor dem Halbzeitpfiff feuerte erneut Suzuki das Spielgerät aufs Gästetor, Irié traf gar die Latte (45.+4), doch es blieb beim Remis zum Pausenpfiff. Angesichts der Chancenverteilung war das zwischenzeitliche Ergebnis für die Gäste schmeichelhaft. Der Sportclub hätte mir Sicherheit höher führen können, auch wenn es hier und da in der Ballbehandlung technische Schwächen zu bemängeln gab.
Der SC machte nach Wiederanpfiff da weiter, wo er im ersten Durchgang aufgehört hatte. Der auffällige Irié platzierte einen Pass in die Schnittstelle, Suzuki kam zum Zug, doch er verzog seinen Schuss erneut aus halblinker Position (53.). Die Südtribüne sang sich zu diesem Zeitpunkt schon warm für den Einzug in die Liga-Phase der Conference League. Noch lauter wurde es, als Derry Scherhant von Jake Girdwood-Reich per Notbremse gestoppt wurde und der Schotte dafür Rot sah (57.). Den daraus resultierenden Freistoß schoss Scherhant direkt, Torwart Paulsen lenkte ihn mit den Fingerspitzen über die Latte (59.). Es gab Eckball. Wieder wurde der Standard von Scherhant ausgeführt, und Matanovic verwandelte die Vorlage per Kopfballverlängerung (60.). Es war bereits der dritte Pflichtspieltreffer in dieser Saison für den Kroaten.
Irié freut sich riesig über sein erstes SC-Pflichtspieltor
Mit der Führung im Rücken drückten die Hausherren weiter aufs Gaspedal. Wieder erspielten sie sich eine Ecke von links, wieder trat der überragende Scherhant den Eckball. Diesmal schlenzte er den Ball an den zweiten Pfosten. Irié setzte sich gegen seinen Gegenspieler durch und köpfte den Ball zum 3:1 in die Maschen (63.). Der 21-Jährige freute sich riesig über sein erstes SC-Pflichtspieltor und rannte zuerst zu Trainer Julian Schuster, um dies mit ihm zu feiern.
Die Sache war entschieden, aber der SC setzte nach. Kuriose Doppelchance: Der eingewechselte Lucas Höler köpfte an die Latte, Matthias Ginter traf mit dem Kopf den Pfosten (67.). Eine stressreiche Partie für Torwart Paulsen. Mit einem weiteren Gegentreffer: Joker Keisuke Goto stach erneut und machte mit seinem 4:1 den Deckel drauf (85.). Motherwell leistete keine Gegenwehr mehr. Mit einer starken Leistung gegen einen schwachen Gegner zieht der SC in die Conference League ein.
Auf wen der SC Freiburg in der Confrence-League-Gruppenphase trifft, entscheidet sich am Freitag in der Auslosung. Die Badische Zeitung berichtet dann live im SC-Newsblog.
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