DAX +0,21 % 26.445,69 Pkt 09:49:22 MDAX +0,25 % 32.306,26 Pkt 09:49:25 Euro Stoxx 50 +0,45 % 6.563,29 Pkt 09:49:15 Dow Jones -0,38 % 53.770,27 Pkt 22:43:59 S&P 500 -0,06 % 7.748,50 Pkt 22:00:00 Nasdaq -0,06 % 26.588,49 Pkt 23:15:59 Nikkei +1,16 % 68.308,59 Pkt 08:45:03 Gold +0,47 % 4.429,50 USD 09:54:24 Silber -1,27 % 64,72 USD 09:54:14 Brent -1,42 % 87,72 USD 09:54:21 WTI -1,47 % 82,05 USD 09:54:23 Bitcoin +0,70 % 63.845,99 USD 10:04:20 EUR/USD -0,16 % 1,15260 USD 10:04:23 EUR/GBP +0,06 % 0,85490 GBP 10:04:24 EUR/CHF +0,09 % 0,93700 CHF 10:04:24 EUR/JPY -0,11 % 183,656 JPY 10:04:25

Sambia vor der Wahl Kupfer, Reformen und hohe Preise

Welt

Die Straßen der Hauptstadt Lusaka hängen kurz vor der Wahl voller Plakate. Die Parteien und ihre Kandidaten werben auf den letzten Metern um die Stimmen der Unentschlossenen. Auch Präsident Hakainde Hichilema, der seinen Reformkurs fortsetzen will: "Wir senden eine Botschaft an das Land, dass wir als Volk von Sambia zusammenstehen als ein Sambia. Eine Nation, ein Volk." Sambia liegt im Herzen des südlichen Afrika: Weite Savannen und große Nationalparks prägen die Landschaft, etwa ein Drittel des Staatsgebiets steht unter Schutz. Sambia hat zwar keinen Zugang zum Meer, aber trotzdem viel Wasser. Der mächtige Sambesi fließt quer durchs Land, die weltberühmten Victoriafälle stürzen an der Grenze zu Simbabwe auf einer Breite von 1,7 Kilometern mehr als hundert Meter in die Tiefe - ein spektakuläres Naturwunder. Das 20-Millionen-Land hat mehr als 70 ethnische Volksgruppen, die weitgehend friedlich zusammenleben. Politisch gilt Sambia als vergleichsweise stabil. Schon mehrfach gab es friedliche Machtwechsel, zuletzt vor fünf Jahren. Wirtschaftliche Erholung unter Hichilema 2021 gewann der damalige Oppositionskandidat Hichilema die Präsidentschaftswahl, mitten in einer schweren Schuldenkrise. Denn das Land war bei chinesischen Gläubigern verschuldet und faktisch bankrott. Die neue Regierung handelte mit dem Internationalen Währungsfonds und anderen Partnern eine Umschuldung aus. Seitdem wächst die Wirtschaft wieder, Rohstoffe wie Kupfer bringen Einnahmen, die Inflation ist auf dem niedrigsten Stand seit Jahren. Aber noch kommt die Erholung bei vielen nicht an - wie der Staatschef offen zugibt. "Wir haben viele Dinge getan, ja - aber es gibt noch sehr viel mehr Arbeit zu erledigen." Das Leben sei für viele Menschen immer noch herausfordernd. "Aber ich möchte, dass ihr wisst: Wir hören euch", so Hichilema. Als Erfolge verbucht die Regierung unter anderem einen härteren Kurs im Kampf gegen die Korruption und mehr Transparenz in der Haushaltspolitik. Vor allem aber den gebührenfreien Zugang zu Bildung sowie öffentliche Beschäftigungsprojekte und Sozialprogramme für die Ärmsten: Etwa "Cash-for-Work"-Projekte, bei denen Menschen für einfache öffentliche Arbeiten bezahlt werden. Loraine Munikwa ist Anhängerin der Regierungspartei UPND und sagt, all das habe ihren Alltag spürbar verändert: "Unser Präsident hat uns sehr geholfen. Er hat kostenlose Bildung eingeführt." Jetzt könne sie ihre Kinder zur Schule schicken, ohne dafür zahlen zu müssen. Hohe Arbeitslosigkeit und steigende Preise Allerdings ist auch vieles deutlich teurer geworden, Lebensmittel zum Beispiel oder Strom. Im Alltag merken viele, dass die Preise für Grundnahrungsmittel, Treibstoff und Transport gestiegen sind, während die Löhne oft nicht Schritt halten. Es gibt nach wie vor zu wenige Jobs, vor allem für junge Menschen, selbst wenn die einen Abschluss haben. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Donald Mwale aus Lusaka ist arbeitslos und hat große Erwartungen an den nächsten Staatschef: "Wir erwarten, dass für die Jugend mehr Arbeitsplätze geschaffen werden und dass die Probleme angegangen werden, mit denen wir zu kämpfen haben." Opposition verspricht weniger Sparpolitik Die Opposition wird von Brian Mundubile angeführt. Der Jurist war unter Ex-Präsident Edgar Lungu einer der wichtigsten Parlamentarier und hofft, mit seinem neuen Parteienbündnis den Frust vieler Menschen in Stimmen ummünzen zu können. Er verspricht unter anderem eine weniger harte Sparpolitik und mehr staatliche Unterstützung für arme Regionen. "Das Land wurde heruntergewirtschaftet. Der Agrarsektor, der Bergbausektor, der Energiesektor. Alles wurde heruntergewirtschaftet, weil Präsident Hakainde Hichilema den kritischen Stimmen keine Aufmerksamkeit geschenkt hat", sagt Mundubile. Angesichts hoher Preise, Stromausfälle und anderer Alltagsprobleme hoffen viele Wählerinnen und Wähler auf einen politischen Wechsel. Zum Beispiel Mary Banda: "Wir haben genug gelitten, was Kraftstoff, Maismehl und eigentlich alles andere betrifft. Sogar die Unternehmen leiden unter den Stromabschaltungen. Nein, wir haben genug." Wahlbeteiligung entscheidend Um in den Präsidentenpalast einziehen zu können, ist im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erforderlich. Wird diese Marke verfehlt, kommt es zu einer Stichwahl zwischen den beiden stärksten Kandidaten. Entscheidend wird die Wahlbeteiligung sein, sagt die Politikanalystin Leah Mitiba. "Wenn es viel Politikverdrossenheit und eine geringe Wahlbeteiligung gibt, kann das bedeuten, dass sich die Lage zugunsten des Status quo entwickelt." Eine hohe Wahlbeteiligung würde dagegen wohl bedeuten, dass die Regierungspartei abgewählt werde. Die Wahl ist damit eine Abstimmung über den Reformkurs von Präsident Hichilema. Das Ergebnis wird zeigen, ob die Mehrheit mit den Fortschritten der letzten Jahre zufrieden ist.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren