Samsung Galaxy Watch Ultra 2: Das Flaggschiff im Test
Vor zwei Jahren hat Samsung das erste Ultra-Modell seiner Galaxy Watch vorgestellt. Seit Anfang August ist mit der Samsung Galaxy Watch Ultra 2 der Nachfolger verfügbar. Wir haben die Smartwatch im Zusammenhang mit dem Samsung Galaxy S26 Ultra einem Test unterzogen. Im folgenden Text berichten wir darüber, welche Erfahrungen mit dem aktuellen Spitzenmodell unter den smarten Uhren von Samsung gemacht haben.
Die Samsung Galaxy Watch Ultra 2 ist 47,4 mal 47,1 mal 10,7 Millimeter groß. Sie wiegt ohne Armband 61,5 Gramm. Das Display ist 1,5 Zoll groß und bietet mit 498 mal 498 Pixel eine hohe Auflösung. Als Prozessor kommt anstelle eines Samsung-eigenen Exynos-Chips der Qualcomm Snapdragon Wear Elite zum Einsatz. Diesem stehen 2 GB Arbeitsspeicher zur Seite. Gegenüber dem Vorgänger hat der Hersteller vor allem den Akku verbessert. Dieser bietet eine Kapazität von 800 mAh. Bei der ersten Samsung Galaxy Watch Ultra waren es nur 590 mAh.
Gute Verarbeitung und für Taucher geeignet
Samsung Galaxy Watch Ultra 2
Foto: teltarif.de
Die Uhr ist sehr gut verarbeitet. Das Gehäuse besteht aus Titan, das Display aus Saphirglas, während auf der Rückseite Keramik verbaut wurde. Drei physische Tasten auf der rechten Seite sorgen dafür, dass viele Bedienschritte auch ohne Gesten auf dem Touchscreen möglich sind. Das Gadget ist IP69K-zertifiziert und kann auch beim Tauchen bis in 40 Meter Tiefe genutzt werden.
Die Verbindung zum Smartphone erfolgt über eine Bluetooth-6.0-Schnittstelle. WLAN unterstützt die Uhr auf 2,4 und 5 GHz. Wer ein eSIM-Profil installiert, kann die Samsung Galaxy Watch Ultra 2 auch ohne direkte Verbindung mit dem Handy nutzen. Allerdings ist das Mobilfunk-Modem auf den LTE-Standard begrenzt. Anders als aktuelle Apple-Watch-Modelle bietet Samsung noch keine 5G-Unterstützung.
Google Pay und Samsung Pay nutzbar
Konfiguration per App auf dem Android-Smartphone
Screenshot: teltarif.de Weitere Features sind GPS und NFC. Letzteres sorgt dafür, dass Nutzer mit Google Pay und Samsung Pay bezahlen können. Dazu kommen verschiedene Sensoren, die unter anderem die Hauttemperatur und Herzfrequenz messen können, sowie Mikrofon und Lautsprecher, die unter anderem bei Telefonaten zum Einsatz kommen. Die Uhr verfügt über 64 GB Speicherplatz, die für Apps, Musikdateien und andere Daten verwendet werden können.
Als Betriebssystem kommt WearOS 7 zum Einsatz. Bei der Benutzeroberfläche geht Samsung mit One UI 9 eigene Wege. Der Hersteller will die Uhr fünf Jahre lang mit Software- und Sicherheits-Updates versorgen. Das ist vorbildlich, auch im Vergleich zu den Smartwatches anderer Hersteller.
Android 13 ist Mindestvoraussetzung
Grundsätzlich kann die Samsung Galaxy Watch Ultra 2 in Verbindung mit allen Android-Smartphones genutzt werden, auf denen mindestens die Version 13 des Betriebssystems läuft. Einige Funktionen wie die Fernsteuerung der Handy-Kamera, die Blutdrucküberwachung und das Anfertigen eines EKG sind nur in Verbindung mit einem Mobiltelefon von Samsung nutzbar.
Das Koppeln mit dem Smartphone erfolgt über die Samsung Wearable App, die kostenlos aus dem Google Play Store heruntergeladen ist. Die Ersteinrichtung ist über das Menü der App schnell erledigt. Danach kann man sich beispielsweise erstmal ein Ziffernblatt auswählen und die Komplikationen mit bevorzugten Features belegen.
Schnelle Navigation und helles Display
Über die Smartwatch kann man auch telefonieren
Foto: teltarif.de Schon bei den ersten Schritten fällt auf, dass der Prozessor für Smartwatch-Verhältnisse ein echter Kraftprotz ist. Die Navigation durch die Menüs ist sehr schnell möglich. Apps und Dienste öffnen sich ohne Verzögerungen. Insgesamt ist die Bedienung der Samsung Galaxy Watch Ultra 2 sehr flüssig.
Bei den ersten Gehversuchen mit der neuen Ultra-Watch von Samsung fällt auch das Display positiv auf. Es ist sehr hell, die hohe Auflösung sorgt für eine gute Darstellung. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung im Freien sind die Inhalte auf dem Touchscreen gut ablesbar. Sehr gut funktionierte im Test die automatische Helligkeitsregelung.
Steuerung über die physischen Tasten
Menü für Schnelleinstellungen
Foto: teltarif.de Die obere Taste auf der rechten Außenseite kann genutzt werden, um zum Startbildschirm zurückzukehren. Mit einem Doppelklick kann eine bestimmte App geöffnet werden. In unserem Fall war das die Google Wallet, während wir Samsung Pay über die untere Taste genutzt haben. Leider muss man beim Wechsel zwischen beiden Bezahlarten jeweils die Standard-Bezahlmethode umstellen. Dieser Nachteil besteht bei WearOS bereits seit einigen Jahren.
Die Action-Taste zwischen den beiden anderen Schaltern haben wir für die Taschenlampen-Funktion genutzt. Taucher können aber beispielsweise die Wassersperre auf diesen Schalter legen. Standardmäßig wird das Workout-Menü geöffnet. Insgesamt betrachtet würde man sich mehr Flexibilität bei der Belegung dieser Taste wünschen.
Freud und Leid mit Mitteilungen
Gut hat im Test die Darstellung von Benachrichtigungen gefallen. Diese sind strukturiert nach Apps und sehr übersichtlich. Da haben wir bei WearOS-Uhren anderer Hersteller zum Teil schlechtere Erfahrungen gemacht. Über die Samsung Wearable App lässt sich gut festlegen, welche Benachrichtigungen man auf der Uhr bekommen möchte und welche nicht.
Nicht ganz so gut wie am Smartphone funktionieren die "Modi & Routinen". Wer für den Arbeits-Modus beispielsweise WhatsApp-Benachrichtigungen abschaltet, bekommt diese am Handy erst dann angezeigt, wenn der Modus deaktiviert wird. Auf der Uhr wird die Mitteilung zwar "still", aber dennoch zugestellt. Über eine Wischgeste lässt sie sich auch aufrufen.
Bluetooth, WLAN und LTE
Apps auf der Samsung Galaxy Watch Ultra 2
Foto: teltarif.de Die Uhr ist standardmäßig per Bluetooth mit dem Handy verbunden. In einer knapp 100 Quadratmeter großen Wohnung war die Bluetooth-Verbindung stets stabil. Weiter entfernt wurden beispielsweise Mitteilungen ebenfalls zuverlässig zugestellt. Wenn man die automatische Zuschaltung des Mobilfunk-Modems erlaubt und ein eSIM-Profil installiert hat, wenn Bluetooth und WLAN nicht verfügbar sind, bucht sich die Uhr auch zuverlässig ins LTE-Netz ein.
Die Samsung Galaxy Watch Ultra 2 verfügt über ein Always-on-Display. Wird dieses genutzt, hält die Uhr zwei bis drei Tage auf einer Akkuladung durch. Verzichtet man auf das allzeit aktive Display, verlängert sich die Laufzeit um etwa einen Tag. Damit hält der Akku länger als bei einer Apple Watch Ultra 3, aber nicht so lange wie bei einer Xiaomi Watch 5 durch.
Fazit: Gute Smartwatch mit nur leichten Schwächen
Samsung Pay auf der Handy-Uhr
Foto: teltarif.de Uns hat die Samsung Galaxy Watch Ultra 2 im Test gut gefallen. Die Uhr ist gut verarbeitet, der Prozessor sorgt für eine gute Performance. Zudem ist das Display hell und der Akku hat viel Ausdauer. Über den Google Play Store können viele Apps installiert werden. Auf Wunsch ist diesbezüglich sogar eine Synchronisation mit dem verbundenen Smartphone möglich.
Weniger schön ist hingegen, dass einige Gesundheits-Funktionen für den Einsatz in Verbindung mit einer Smartwatch von Samsung, nicht aber zusammen mit anderen Android-Handys zur Verfügung stehen. Unverständlich ist auch der Verzicht auf die 5G-Unterstützung, nachdem Apple diese schon vor einem Jahr bei seinen Smartwatches eingeführt hat.