Samsung macht die Galaxy Watch Ultra2 zur Elite-Uhr
Mit der Galaxy Watch Ultra2 entwickelt Samsung seine bislang robusteste Smartwatch weiter. Das Modell richtet sich nicht an Menschen, die einfach nur Benachrichtigungen am Handgelenk sehen möchten. Die Uhr soll Training begleiten, Gesundheitsdaten erfassen, bei Wanderungen navigieren, beim Tauchen unterstützen und widrigsten Verhältnissen widerstehen. Damit deckt sie ein breites Einsatzgebiet ab und richtet sich an Extrem- und äußerst ambitionierte Hobby-Sportler. Das Schöne am neuen Modell: Samsung hat im Vergleich zur Vorgängerin mehrere Bereiche überarbeitet. Das Display wächst auf 1,52 Zoll, erreicht eine Spitzenhelligkeit von bis zu 5.000 Nits und löst mit 498 x 498 Pixeln auf. Auch der Akku fällt mit 800 mAh größer aus. Im Inneren arbeitet ein neuer Qualcomm SDW6100 im 3-Nanometer-Verfahren. Hinzu kommen 2 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher sowie 64 GB interner Speicher. Das Gehäuse besteht weiterhin aus Titan und wird von Saphirglas geschützt. Samsung nennt außerdem IP69K, 10 ATM, MIL-STD-810H und EN13319 als Zertifizierungen für Schutz gegen Staub, Wasser und Umgebung. Beim ersten Kontakt fällt auf, dass Samsung auf Zurückhaltung verzichtet. Die Galaxy Watch Ultra2 wirkt groß, kantig und massiv. Das Gehäuse misst 47,1 x 47,4 Millimeter bei einer Höhe von 10,7 Millimetern. Mit einem Gewicht von 61,5 Gramm ist sie dennoch nicht sehr schwer. Das liegt daran, dass Titan trotz hoher Stabilität vergleichsweise wenig Gewicht mitbringt. Optisch eindeutig Outdoor- und nicht Business-Modell Optisch erinnert die Uhr eher an klassische Outdoor-Modelle als an elegante Business-Uhren. Große Tasten, ein markanter Rahmen und das robuste Gehäuse vermitteln den Eindruck, dass die Uhr für einen harten Alltag gebaut wurde. Gleichzeitig bleibt das Design modern genug, um auch im Büro oder beim Stadtbummel nicht fehl am Platz zu wirken. Ganz ohne Einschränkungen funktioniert dieses Konzept allerdings nicht. Wer schmale Handgelenke besitzt oder bislang kleine Smartwatches getragen hat, muss sich umstellen. Die Ultra2 beansprucht deutlich mehr Platz. Unter engen Hemdmanschetten verschwindet sie kaum. Auch beim Schlafen macht sich das große Gehäuse stärker bemerkbar als kompaktere Modelle. Samsung bietet die Uhr in Titanium Gray und Titanium Silver an – der Preis ist mit 749 Euro sehr hoch. Bei Material und Verarbeitung zeigt Samsung da erwartungsgemäß keinerlei Schwächen. Das Titangehäuse wirkt verwindungssteif, Spaltmaße fallen gleichmäßig aus und sämtliche Tasten besitzen einen klar definierten Druckpunkt. Das Saphirglas trägt zusätzlich dazu bei, dass die Uhr auch nach längerer Nutzung widerstandsfähig gegen Kratzer bleibt. Gerade bei einer Smartwatch, die ausdrücklich für Outdoor-Aktivitäten gedacht ist, spielt dieser Punkt eine wichtige Rolle. Niemand möchte nach wenigen Wanderungen oder Radtouren Gebrauchsspuren am Display entdecken. Auch das Zusammenspiel der Materialien überzeugt. Das Display gehört zu den größten Stärken Weder Gehäuse noch Tasten vermitteln den Eindruck empfindlicher Technik. Stattdessen entsteht das Gefühl, eine Uhr zu tragen, die für extreme Belastungen konstruiert wurde. Genau diesen Eindruck unterstreichen auch die Zertifizierungen. Neben dem Schutz gegen Staub nach IP69K nennt Samsung einen Wasserschutz bis 10 ATM nach ISO 22810 sowie die Erfüllung des Militärstandards MIL-STD-810H. Zusätzlich erfüllt die Uhr die Anforderungen der Tauchnorm EN13319. Samsung weist allerdings darauf hin, dass sich diese Zertifizierung ausschließlich auf die definierten Prüfbedingungen bezieht und keine allgemeine Garantie für sämtliche Einsatzbedingungen darstellt. Im Alltag sorgt diese Ausstattung für ein beruhigendes Gefühl. Bereits nach kurzer Nutzung zeigt sich, warum Samsung das Display besonders hervorhebt. Die Kombination aus 1,52 Zoll Bildschirmdiagonale und einer Spitzenhelligkeit von bis zu 5.000 Nits sorgt dafür, dass Inhalte selbst bei sehr hellem Tageslicht gut erkennbar bleiben. Karten, Trainingsdaten oder eingehende Nachrichten lassen sich draußen bequem ablesen. Hinzu kommt die hohe Auflösung von 498 x 498 Pixeln. Texte wirken scharf, Grafiken sauber und auch kleinere Symbole bleiben gut erkennbar. Das Super-AMOLED-Panel liefert kräftige Farben und hohe Kontraste, ohne übertrieben bunt zu wirken. Zusammen mit der Pixeldichte von 329 ppi entsteht ein hochwertiger Gesamteindruck, der der Preisklasse der Uhr gerecht wird. Leistung im Alltag zeigt kaum Schwächen Doch auch ein großes Display hat Grenzen. Längere Texte liest man lieber am Smartphone. Ebenso bleibt das Tippen auf einer Bildschirmtastatur naturgemäß mühsamer als auf einem Telefon. Die Ultra2 kann das Smartphone in vielen Situationen ergänzen, sie ersetzt es jedoch nicht vollständig. Bei einer Smartwatch entscheidet nicht allein die Ausstattung darüber, ob sie überzeugt. Erst im täglichen Einsatz zeigt sich, ob das Zusammenspiel aus Hardware und Software funktioniert. Genau hier hinterlässt die Galaxy Watch Ultra2 einen positiven Eindruck. Apps öffnen ohne spürbare Verzögerung, Menüs reagieren direkt auf Eingaben und auch beim Wechsel zwischen verschiedenen Anwendungen entstehen keine störenden Wartezeiten. Samsung setzt auf den Qualcomm SDW6100 mit fünf Rechenkernen, der im 3-Nanometer-Verfahren gefertigt wird. Unterstützt wird der Prozessor von 2 GB Arbeitsspeicher. Für Apps, Musik, Kartenmaterial und weitere Inhalte stehen 64 GB interner Speicher zur Verfügung. Damit gehört die Ultra2 zu den großzügig ausgestatteten Smartwatches ihrer Klasse. Nutzer müssen nicht ständig entscheiden, welche Inhalte auf der Uhr bleiben dürfen und welche gelöscht werden müssen. Im Tagesablauf wechseln sich Benachrichtigungen, Trainingsaufzeichnungen, Kalendertermine, Wetterinformationen und Musiksteuerung ständig ab. Die Uhr verarbeitet diese Aufgaben flüssig. Animationen laufen sauber, Wischgesten werden zuverlässig erkannt. One UI 9 Watch bleibt vertraut Samsung liefert die Galaxy Watch Ultra2 mit dem auf Wear OS 7 basierenden One UI 9 Watch aus. Wer bereits eine Galaxy Watch verwendet hat, findet sich schnell zurecht. Die Oberfläche wirkt aufgeräumt und orientiert sich stark an den bekannten Bedienkonzepten früherer Modelle. Apps lassen sich unkompliziert aufrufen, Kacheln individuell anordnen und Schnellfunktionen mit wenigen Wischbewegungen erreichen. Trotz der Vielzahl an Gesundheits- und Fitnessfunktionen bleibt die Navigation übersichtlich. Positiv fällt auch auf, dass das größere Display mehr Informationen darstellen kann. Wetterdaten, Trainingswerte oder Termine wirken dadurch weniger gedrängt als auf kleineren Uhren. Gerade Karten profitieren davon. Eine Besonderheit der Ultra2 ist der sogenannte Quick Button. Samsung erlaubt es, diese Taste frei mit einer Funktion zu belegen. Das kann der direkte Start eines Trainings sein, die Steuerung der Musikwiedergabe oder eine andere häufig genutzte App. Einmal eingerichtet, genügt ein Tastendruck. Umwege über Menüs entfallen. Daneben unterstützt die Uhr auch Sicherheitsfunktionen wie Sturzerkennung, SOS-Notruf und eine Notfallsirene. Die Funktionen arbeiten im Hintergrund und sind hoffentlich nie erforderlich. Es ist dennoch beruhigend zu wissen, dass sie vorhanden sind. Vielleicht der wichtigste Punkt aber: Samsung hat endlich ordentlich an der Laufzeit gewerkt und eine tägliche Aufladung braucht es nun nicht mehr. Größerer Akku bringt mehr Reserven Die Galaxy Watch Ultra2 besitzt eine Kapazität von 800 mAh. Laut Hersteller entspricht das einer Steigerung um 35 Prozent gegenüber älteren Galaxy-Watch-Ultra-Modellen. Gleichzeitig unterstützt die Uhr Schnellladen. Im Alltag macht sich die größere Energiereserve bemerkbar. Die Uhr eignet sich besser für längere Tage mit aktivem GPS, mehreren Trainingseinheiten und dauerhaft eingeschalteter Gesundheitsüberwachung. Wer seine Smartwatch intensiv nutzt, muss zwar weiterhin regelmäßig laden, doch die größere Batterie verschafft mehr Spielraum. War bei den Vorgängern tägliches Laden notwendig, kommt man nun auf rund drei Tage mit einer Aufladung. Auf längeren Wanderungen oder Ausflügen muss man sich nicht mehr sorgen. Natürlich hängt die Laufzeit von der Nutzung ab. GPS-Aufzeichnungen, LTE-Verbindungen oder intensive Trainings beanspruchen den Akku stärker als ein Bürotag. Doch auch bei intensiver Nutzung kamen wir im Test auf eine Laufzeit von zwei Tagen. Dazu kommen, das kennt man von Samsung, umfassende Gesundheitsdaten. Es gibt einen optischen Herzfrequenzsensor, einen elektrischen Herzsensor, einen Sensor zur bioelektrischen Impedanzanalyse, einen Hauttemperatursensor sowie weitere Sensoren für Bewegung, Lage und Umgebungsdaten. Unterstützt werden unter anderem Herzfrequenzmessung, Blutsauerstoffmessung, Blutdruck, EKG sowie Funktionen zur Analyse der Körperzusammensetzung. Alle neuen Modelle vom Samsung Galaxy Unpacked 2026 Wieder gewohnt umfassende Gesundheitsdaten Außerdem nennt Samsung Schlafanalyse, Schlafcoach, Schnarch-Erkennung, Schlafapnoe-Erkennung, Energiewert, AGE Index, Gefäßbelastung, Antioxidantien-Index, Fitness Index, Vitals, Heart Health Score und Training Load. Die Uhr kann damit so gut wie alles, von der Erkennung, ob im Schlaf Atemprobleme und Schnarchen auftreten, über eine Feststellung des generellen Fitness- und Gesundheitszustands, bis hin zu personalisierten Trainings, um etwa einen ganzen Marathon laufen zu können. Samsung macht keinen Hehl daraus, welche Zielgruppe mit der Galaxy Watch Ultra2 angesprochen werden soll. Die Uhr richtet sich an Menschen, die ihre Aktivitäten möglichst umfassend aufzeichnen und sich sportlich verbessern möchten. Das beginnt bei klassischen Trainings wie Laufen oder Radfahren und reicht bis zu anspruchsvolleren Outdoor-Einsätzen. Entsprechend umfangreich fällt die Ausstattung aus. Beschleunigungsmesser, Gyrosensor, Barometer, geomagnetischer Sensor und optische Sensoren arbeiten zusammen, um Bewegungen möglichst genau zu erfassen. Ergänzt werden sie durch Dual-GPS sowie die Unterstützung der Satellitensysteme GPS, Glonass, Beidou und Galileo. Im Alltag bedeutet das eine präzisere Aufzeichnung von Strecken. Wer läuft oder wandert, erhält eine detaillierte Dokumentation der zurückgelegten Route. Hinzu kommen Informationen zu Distanz, Geschwindigkeit und Höhenmetern. Viel mehr als klassisches Fitness-Tracking Samsung integriert zusätzlich einen personalisierten Fitness Coach mit Trainingsprogrammen. Beim Lauftraining analysiert die Uhr sechs verschiedene Parameter und soll dadurch helfen, das eigene Training besser einzuordnen. Ergänzt wird dies durch den Training Load, der die Trainingsbelastung dokumentiert, sowie den Fitness Index und weitere Auswertungen innerhalb der Smartphone-App Samsung Health. Dual-GPS auf den Frequenzen L1 und L5 soll die Positionsbestimmung verbessern. In Verbindung mit den unterstützten Satellitensystemen ergibt sich eine breite technische Grundlage für die Navigation. Samsung nennt außerdem Distanz- und Höhenmeter-Tracking als Bestandteile der Outdoor-Funktionen. Beim Tauchen wiederum, das die Watch automatisch erkennt, gibt es Funktionen wie Speed Monitoring, einen NDL Guide und einen Safety Stop – teils kostenpflichtig über eine App. Natürlich kann die Ultra2 auch klassische Smartwatch-Funktionen. Benachrichtigungen von Nachrichten, E-Mails, Kalendern oder unterstützten Apps erscheinen direkt am Handgelenk. Telefonate lassen sich über das integrierte Mikrofon und den Lautsprecher führen. Mit Bluetooth 6.0, WLAN und LTE per eSIM bleibt die Uhr auch dann verbunden, wenn das Smartphone nicht griffbereit ist. NFC ermöglicht außerdem kontaktloses Bezahlen. Heißt: In den meisten Fällen kann die Smartwatch sogar ein Smartphone komplett ersetzen. Galaxy AI ergänzt bekannte Funktionen Samsung wäre nicht Samsung, wenn es nicht auch KI-gestützte Funktionen in die Uhr integriert. Voraussetzung ist ein Samsung-Konto. KI wertet Schlafmuster aus, interpretiert Vitalwerte, berechnet Belastung und Erholung, schlägt bei Abnormalitäten Alarm. Da viele Berechnungen direkt auf der Uhr stattfinden, ist keine permanente Cloud-Verbindung notwendig. Bleibt die Frage, ob sich das neue Ultra-Modell lohnt. Die große Zahl an Funktionen bedeutet nicht automatisch, dass man sie regelmäßig verwendet. Wer lediglich Benachrichtigungen lesen, Schritte zählen und gelegentlich eine Trainingseinheit aufzeichnen möchte, schöpft das Potenzial der Ultra2 kaum aus und bleibt lieber bei einer klassischen Smartwatch. Viele der integrierten Funktionen entfalten ihren Nutzen erst, wenn Sport, Outdoor-Aktivitäten oder eine intensive Nutzung der Gesundheitsfunktionen tatsächlich zum Alltag gehören. Die Galaxy Watch Ultra2 gehört zu den technisch umfangreichsten Smartwatches am Markt. Sie überzeugt mit einem sehr hellen Display, hochwertiger Verarbeitung, großem Akku und einer Vielzahl an Gesundheits-, Fitness- und Outdoor-Funktionen, die sich an Profis oder sehr ambitionierte Sportler richtet. Wer genau diese Art von Smartwatch sucht, erhält hier das aktuell stärkste Gesamtpaket. Wer dagegen eine kleine, leichte und unauffällige Uhr für den Alltag bevorzugt, wird mit einem kompakteren, günstigeren Modell besser bedient.