Sängerin Dolly Parton mit 80 Jahren gestorben
Die US-Countrysängerin Dolly Parton ist tot. Sie starb im Alter von 80 Jahren, wie ihre Familie am Dienstag mitteilte. Die „Queen der Countrymusik“ wurde mit Hits wie „Jolene“ und der Ballade „I Will Always Love You“ bekannt, die in der Version von Whitney Houston zu einem der erfolgreichsten Hits aller Zeiten wurde. Parton hat weltweit mehr als 100 Millionen Tonträger verkauft und zählt damit zu den kommerziell erfolgreichsten Musikkünstlern aller Zeiten.
Partons Neffe und Sicherheitschef Bryan Seaver bestätigte ihren Tod am Dienstag mit einem Video auf Partons Instagram-Kanal. „Dolly hat im Licht gelebt und ist nun in den Armen Jesu“, sagte er. Über die Todesursache war zunächst nichts bekannt. Auf Partons Wunsch werde eine kleine Trauerfeier im engsten Familienkreis stattfinden, hieß es. Fans seien aber etwa dazu eingeladen, ihr in den sozialen Medien zu gedenken.
Partons langjähriger Ehemann Carl Dean war im März 2025 im Alter von 82 Jahren verstorben. „Worte können der Liebe, die wir über 60 Jahre lang geteilt haben, nicht gerecht werden“, schrieb Dolly Parton damals. Sie hatte insgesamt elf Geschwister, von denen sieben bereits verstorben sind. Kinder bekam Parton nie. Sie war aber die Patentante der Sängerin und Schauspielerin Miley Cyrus.
Rund 3000 Lieder geschrieben
In Musikerkreisen war Parton auch deshalb hochgeschätzt, weil sie nicht nur Sängerin, sondern auch eine überaus produktive Songwriterin war. Nach eigenen Angaben schrieb sie rund 3000 Lieder. Die Einnahmen machten sie, die aus armen Verhältnissen stammte, zu einer vermögenden Frau. Erfolgreiche Unternehmungen wie der Dollywood-Freizeitpark in Tennessee mehrten ihren Reichtum.
Einst wurde Parton im Fernsehen noch abschätzig als „eine der hübschesten, singfreudigsten kleinen Blondinen der Countrymusik“ vorgestellt. Sie selbst spielte mit dem Bild des dummen Blondchens, doch im Lauf ihrer über 60 Jahre umfassenden Karriere trotzte sie dem allgegenwärtigen Sexismus in einer von Männern dominierten Branche, indem sie ihren eigenen Regeln folgte. So behielt sie etwa alle Rechte für die von ihr geschriebenen Songs selbst.
Parton landete mit 26 Songs an der Spitze der Country-Hitparade und wurde mit zehn Grammys und zehn Preisen der Country-Akademie ausgezeichnet, zwei ihrer Songs erhielten Oscar-Nominierungen. Bereits 1999 wurde Parton in die Country Music Hall of Fame aufgenommen, 2022 dann auch in die Rock ‘n Roll Hall of Fame. Das einst renommierte Kulturzentrum Kennedy Center in Washington ehrte sie 2006 für ihr Lebenswerk.
Aus der konservativen Countryszene stach Parton auch durch ihr Engagement für queere Rechte hervor. Wie weit ihre Popularität reichte, zeigte sich etwa, als sie 2014 beim Rockfestival im englischen Glastonbury ein Publikum von rund 180.000 Zuhörern anzog.
In der Corona-Pandemie hatte Parton entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Impfstoffs von Moderna. In einer frühen Phase der Entwicklung hatte sie der beteiligten Vanderbilt-Universität in Nashville eine Million Dollar gespendet. Später wartete sie, bis sie für eine Impfung an der Reihe war. Sie wolle nicht den Eindruck erwecken, sich vorzudrängeln.
Trump lässt US-Flaggen auf Halbmast hängen
„Es kostet sehr viel Geld, so billig auszusehen“, wird der stets selbstironisch auftretenden Parton als Zitat zugeschrieben, die offen zu ihren Schönheitsoperationen stand. Gerade deshalb nannten britische Forscher 1996 das erste geklonte Schaf der Welt Dolly. Die Spenderzellen stammten aus einem Euter.
US-Präsident Donald Trump nannte Parton in einem Posting bei TruthSocial „eine der großartigsten Countrysängerinnen überhaupt“. Ihr Tod sei ein „wahrer Verlust für Millionen von Menschen“. Trump ordnete an, US-Flaggen für eine Woche auf Halbmast zu hängen. „Es gab nie jemanden wie sie und es wird nie mehr jemanden wie sie geben“, schrieb Trump.
Erst im Mai hatte Parton eine für September geplante Konzertreihe in Las Vegas aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Die Auftritte in der Casino-Stadt im US-Bundesstaat Nevada sollten schon im vorigen Jahr stattfinden. Auch damals hatte die Sängerin die Show bereits wegen einer Erkrankung auf 2026 verschoben. Ihr Immun- und ihr Verdauungssystem seien in den letzten Jahren aus dem Gleichgewicht geraten und sie leide an Nierensteinen, teilte der Star damals mit.
Zu ihrem 80. Geburtstag im Januar hatte Parton dem „People“-Magazin aber gesagt: „Schaut euch an, was ich alles gemacht habe in 80 Jahren. Ich fühle mich, als ob ich gerade erst anfange.“(AFP/Tsp)