Sankt Augustin: Spielplatz wird zur Klimaschutz-Oase umgebaut
Mehr Grün, mehr Schatten, weniger befestigte Flächen – aus dem Spielplatz an der Ecke Boelckestraße/Auf der Heide, mitten in Sankt Augustin-Ort, will die Stadt eine kleine Oase der Klimaanpassung machen. Dafür gibt es Fördermittel aus dem Landeswettbewerb „Klimaanpassung Kommunen NRW“, wie der CDU-Landtagsabgeordnete Sascha Lienesch mitteilt. Die geplanten Änderungen sollen aber zu mehr führen als dazu, dass sich Kinder und Eltern dort künftig wohler fühlen. Versickerungsmulden sollen Wasser aufnehmen, sogenannte Rigolen sollen Regenwasser speichern, das anschließend für die Bewässerung der Grünanlagen genutzt werden kann. Das ist ein wichtiger Schutz für den nächsten Starkregen. Rund um den Spielplatz kam es bei Starkregen immer wieder zu Problemen. So staute sich das Niederschlagswasser auf der Stichstraße „Auf der Heide“, weil die Entwässerungsanlage zu alt und nicht mehr leistungsfähig genug war. Zudem entspricht sie nicht mehr den wasserrechtlichen Anforderungen im Wasserschutzgebiet. Immer wieder werden Straßen und Wege überflutet, und in der Vergangenheit sei auch Regenwasser auf angrenzende Privatgrundstücke geflossen, teilt Lienesch mit. „Künftig kann die Fläche Regenwasser aufnehmen, speichern und kontrolliert versickern lassen“, so Lienesch. Mit der zusätzlichen Begrünung, neuen Bäumen und Verschattung werden seiner Ansicht nach sämtliche Elemente des sogenannten Schwammstadt-Prinzips umgesetzt. Regenwasser werde gespeichert, zurückgehalten, versickert, verdunstet oder werde schadfrei abgeleitet. Das Projekt verbinde Klimaschutz, Starkregenvorsorge und eine höhere Lebensqualität auf vorbildliche Weise. Davon profitierten sowohl die Anwohnerinnen und Anwohner als auch die Familien, die den Spielplatz nutzten. „Gleichzeitig stärken wir die Widerstandsfähigkeit unserer Stadt gegenüber den Folgen des Klimawandels“, sagt der Landtagsabgeordnete. Das Land will mit dem Wettbewerb „Klimaanpassung Kommunen NRW“ fördern, dass sich Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen besser auf die Folgen des Klimawandels wie Starkregen und Hitze vorbereiten. Für das Projekt „Multifunktionale Retentionsfläche Auf der Heide“ sind Gesamtkosten von 448.500 Euro kalkuliert. Davon übernimmt das Land 358.800 Euro. Die Stadt Sankt Augustin leistet mit 89.700 Euro einen Eigenanteil. Noch in diesem Jahr sollen die Planungen und Vorbereitungen erfolgen. „Die bauliche Umsetzung ist für 2027 vorgesehen, die Fertigstellung und Inbetriebnahme soll 2028 erfolgen“, heißt es in der Mitteilung. Die Förderzusage ist seiner Ansicht nach eine sehr gute Nachricht für Sankt Augustin. „Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Klimaanpassung ganz konkret vor Ort funktioniert und gleichzeitig einen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger schafft“, sagt Lienesch. Mit Unterstützung des Landes könne man einen Bereich, der in der Vergangenheit immer wieder von Überflutungen betroffen war, nachhaltig sichern und zugleich den öffentlichen Raum deutlich aufwerten.