Sankt Petersburg: Russland meldet massiven Drohnenangriff - offenbar ein Toter
Die Ukraine hat russischen Angaben zufolge mit Dutzenden Drohnen Ziele in Sankt Petersburg und der Region Leningrad angegriffen, darunter ein Ölterminal im Hafen und ein Rechenzentrum. Laut dem Gouverneur von Sankt Petersburg sei dabei eine Person ums Leben gekommen, mindestens fünf weitere seien verletzt. Drohnentrümmer hätten Wohnhäuser beschädigt. Das Gesundheitskomitee der Region Leningrad spricht von mindestens zehn Verletzten, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass mitteilte.
Berichten zufolge brachen am Ölterminal von Sankt Petersburg, einem Öllager und in Industriehallen Brände aus. Der russische Onlinehändler Ozon teilte mit, dass sein Logistikzentrum in der Stadt brenne. Das getroffene Rechenzentrum soll der Internetfirma VK gehören, die ein gleichnamiges soziales Netzwerk betreibt. Der Betrieb laufe trotz des Angriffs weiter, teilte das Unternehmen mit. Online kursieren Videos, die Brände in der Region zeigen sollen.
Offenbar einer der massivsten Angriffe in der Region
Der Flughafen Sankt Petersburg habe aufgrund des ukrainischen Angriffs zeitweise seinen Betrieb ausgesetzt, berichtet Tass. Passagiere und Mitarbeiter seien an sichere Orte gebracht worden.
Die russische Flugabwehr schoss nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht 1015 ukrainische Drohnen über verschiedenen Regionen des Landes ab. In der Region Leningrad seien mehr als 120 Drohnen abgewehrt worden. Es handle sich um einen der schwersten Drohnenangriffe, die es in der Region bislang gab.
Aus der Ukraine gab es zunächst keine offizielle Bestätigung der Angriffe. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte einen Beitrag auf X , er schrieb: »Seit der US-Präsident vor einer Woche einen ›Energie-Waffenstillstand‹ verkündet hat, griff Russland 76 Mal gezielt den Energie-, Öl- und Gassektor der Ukraine an. In der Nacht haben die Russen zudem Wohngebäude in unseren Regionen angegriffen. Bislang wurden zwölf Verletzte gemeldet, darunter zwei Kinder. Zwei Menschen sind ums Leben gekommen.«
Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.