DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,96 % 52.361,58 Pkt 21:43:41 S&P 500 +0,17 % 7.676,77 Pkt 21:43:43 Nasdaq +0,62 % 26.169,38 Pkt 22:15:59 Nikkei -0,80 % 62.189,65 Pkt 07:45:03 Gold -0,22 % 4.029,70 USD 23:22:10 Silber -0,62 % 54,01 USD 23:21:12 Brent -0,38 % 110,32 USD 23:21:30 WTI -0,35 % 101,40 USD 23:21:51 Bitcoin -0,26 % 79.814,51 USD 23:32:35 EUR/USD -0,39 % 1,11770 USD 23:31:43 EUR/GBP +0,05 % 0,83750 GBP 23:32:34 EUR/CHF +0,50 % 0,92460 CHF 23:32:35 EUR/JPY +0,24 % 176,020 JPY 23:32:36

SAP-Vorstand Asam sieht PHP-Sicherheitslücke als Chance

Wirtschaft

Der Softwarekonzern SAP wertet die schweren Sicherheitslücken in der Programmsprache PHP als Chance. „Wir glauben, dass der Vorfall SAP hilft und die Entwicklung noch mehr Richtung Cloud gehen muss“, sagte Finanzvorstand Dominik Asam der F.A.Z. Nach seinen Worten befindet sich die Industrie in einem Wettrüsten um Cybersecurity, und SAP sei dabei im Vorteil: „Wir wissen, was passiert.“ Der Konzern habe Zugang zu allen Modellen und „Patches“, also Korrekturen, und könne die nötigen Reparaturen deshalb schnell einarbeiten. Viele Unternehmen seien damit überfordert. „Sicherheit ist eine Frage der Ressourcen.“

Wegen schwerwiegender Sicherheitslücken in der für Webanwendungen beliebten Programmiersprache PHP und der Angst vor Datenklau mussten in den letzten Tagen unzählige Websites auch von staatlichen Stellen vorübergehend vom Netz genommen werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik stuft die Gefahr als „außerordentlich hoch“ ein und rät, die von den PHP-Entwicklern bereitgestellten Sicherheitsupdates sofort zu installieren. SAP-Vorstand Asam geht davon aus, dass die Sicherheitsanforderungen mit neuen KI-Modellen nochmals steigen.

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Cloud wächst ungebremst

Europas größter Softwarekonzern hatte am Vorabend eine überraschend robuste Zwischenbilanz vorgelegt, die Analystenerwartungen leicht übertroffen und den Jahresausblick moderat angehoben. Die wichtigste Kennziffer für das Wachstum – der für die nächsten zwölf Monate vertraglich zugesicherte Cloud-Umsatz – wuchs währungsbereinigt unverändert stark um 26 Prozent auf 24 Milliarden Euro. Die Quartalsumsätze kletterten um zwölf Prozent, das Betriebsergebnis sogar um 18 Prozent, sodass der Konzern zum ersten Mal überhaupt in drei Monaten mehr als zehn Milliarden Euro umsetzte und ein bereinigtes Betriebsergebnis von mehr als drei Milliarden Euro erzielte.

Der rasante Aufstieg neuer KI-Modelle hatte an den Kapitalmärkten zwischenzeitlich die Sorge ausgelöst, klassische Softwarekonzerne wie SAP würden überrollt, ihr Geschäftsmodell überflüssig und so die Aktie unter Druck gesetzt. Seit dem Tief im Juli hat sich die SAP-Aktie wieder um mehr als 60 Prozent verteuert.

„KI in High-Fidelity-Qualität“

Mit einer Marktkapitalisierung von 238 Milliarden Euro ist SAP damit wieder vor Siemens der wertvollste börsennotierte Konzern in Deutschland. Asam: „Die Aktie steigt wieder stetig, weil wir das tun, was wir sagen.“ SAP ist nach seinen Worten dabei, den Kunden zu zeigen, „dass wir auch KI in High-Fidelity-Qualität hinbekommen“.

In Kürze will der Finanzchef den Investoren konkret zeigen, welchen Anteil KI und Daten-Management an den Auftragseingängen ausmachen. Eine nach seinen Worten lange vom Kapitalmarkt erwartete, aber durchaus komplexe Aufgabe. „Die Kernfrage der Investoren ist, wie stark SAP das Feld der agentischen KI besetzen wird, denn dort liegt ja ein hoher Mehrwert.“ Die Anleger wollten zu Recht wissen, welchen Anteil der „neue Motor KI“ im Geschäft von SAP einnehme.

Zugleich räumte Asam ein, dass steigende KI-Kosten auch für SAP selbst ein Thema sind. Der Konzern hat nach seinen Worten einen Anstieg des Tokenverbrauchs verzeichnet, „der uns ein bisschen überrascht hat“. SAP habe die Kosten aber schnell wieder in den Griff bekommen, wie der überproportionale Gewinnanstieg zeige. „Wir managen das mittlerweile sehr strikt, ähnlich wie andere Ressourcen im Unternehmen.“ Der KI-Gebrauch wird nach seinen Worten umfassend überwacht, es gebe klare Vorgaben. Wer besonders viele Tokens verbrauche, müsse sich rechtfertigen.

Ein generelles Limit gebe es aber nicht, wer Mehrwert schaffe, können auch mehr Tokens nutzen. Zudem hat der Konzern Asam zufolge ein Modelrouting eingeführt, das dafür sorge, dass die jeweils günstigste KI zum Zuge komme. SAP nutze mehr als 70 KI-Modelle auf der eigenen Plattform und könne auch dieses Routing der Kundschaft anbieten.

Die Frage, wie SAP seinen Kunden bei steigender Nutzung, die „veredelten KI-Agenten“ in Rechnung stellt, will Asam davon abhängig machen, welchen Mehrwert sie bietet. „Wir verkaufen keine Tokens, sondern Resultate.“ Die Frage treibt große Teile der SAP-Kundschaft um. Zugleich lässt der Finanzvorstand erkennen, dass der Konzern noch an der Preisgestaltung arbeitet. SAP werde den Katalog über die Zeit hinweg anpassen müssen, sagt er, immer auch abhängig vom Wettbewerb.

Für das vierte Quartal, in dem traditionell die Hälfte der Jahresaufträge unter Dach und Fach gebracht werden, hat der Vorstand nach Asams Worten wegen der konjunkturellen Risiken bewusst einen vorsichtigen Ton angeschlagen. „Die Q3-Zahlen waren schon sehr gut. Deswegen wollen wir nicht, dass die Analysten das Q3-Ergebnis einfach blind extrapolieren.“ Die hohen Energiepreise und die steigenden Zinsen – „ab fünf Prozent bekommen Zinsen Zähne“ – nennt er als mögliche Risikofaktoren für ein langsameres Wachsen der Weltwirtschaft. Der Vorstand gehe aber nach wie vor davon aus, dass sich das Umsatzwachstum im nächsten Jahr beschleunigt.

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