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„Sarah Tacke“ im ZDF: „Islamisten sind die besseren Sozialarbeiter“

Nation

KI-Stimme. Info „Dieses Ganze: Wer ist jetzt schuld? Ich kann das nicht mehr ertragen“, sagt Herbert Reul. Die Lage sei „so brenzlig“, dass sich die Politik nicht länger in Zuständigkeitsdebatten verlieren dürfe. Wenig später reden tatsächlich alle durcheinander: der NRW-Innenminister, Extremismusforscher Ahmad Mansour und Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal. Mittendrin sitzt Sarah Tacke – ruhig, konzentriert. Auch interessant Neuer ZDF-Talk: Sarah Tacke übernimmt für Maybrit Illner Fünfmal vertritt Tacke während der Sommerpause Maybrit Illner. Die Leiterin der ZDF-Rechtsredaktion will weniger Schlagabtausch und mehr Erkenntnis. Zum Auftakt diskutiert sie unter dem Titel „Der Feind im Innern – wie stoppen wir Islamisten?“ über den islamistischen Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day. 492 Gefährder haben die Sicherheitsbehörden laut BKA im Blick, 410 davon aus dem islamistischen Spektrum. „Das heißt, Islamismus ist das größte Problem“, folgert Tacke. Das BKA betont, die Gefährderzahl allein gebe keinen Aufschluss über die gesamte Bedrohungslage. „Wie viele werden denn verhindert?“, fragt Tacke Reul. Acht Anschläge seien in den vergangenen Jahren verhindert worden, antwortet er. Extremismusforscher Ahmad Mansour: „Die Islamisten sind die besseren Sozialarbeiter“ „Man muss nüchtern zur Kenntnis nehmen: Diese Gefahr gibt es“, sagt Reul. Observationen, Telefonüberwachung und Fußfesseln seien möglich. Zugleich gelte: „Hundertprozentige Sicherheit wird man den Menschen nicht versprechen können.“ Mansour sieht ein Versagen auf mehreren Ebenen. „Strafen sind da, um abschreckend zu wirken“, sagt er. Die Gesellschaft habe zu lange „Islamismus relativiert“. Spitz formuliert er: „Die Islamisten sind die besseren Sozialarbeiter.“ Tekkal warnt vor Pauschalisierungen, fordert aber eine klare Benennung. Islamisten und Rassisten seien „böse Zwillinge“. „Das Schweigen ist mittlerweile zum Bodyguard der Täter geworden“, sagt sie. Auch interessant Ist das Jugendstrafrecht zu lasch für Islamisten? Emotional wird die Debatte beim Jugendstrafrecht. Reul kritisiert, dass auf 18- bis 20-Jährige häufig Jugendstrafrecht angewandt werde. „Ich begreife das nicht“, sagt er. Tekkal spricht sich ebenfalls für eine Verschärfung aus. Mansour fordert: „Die Strafe muss abschreckend sein.“ Mansour sagt zugleich, er mache bei Deradikalisierung „die besten Erfahrungen im Gefängnis“. Der Bund der Strafvollzugsbediensteten warnt hingegen, Haftanstalten könnten Radikalisierung verstärken, widerspricht Tacke. „Die Lage ist so, weil wir sie nicht erreichen und keine Angebote machen“, entgegnet Mansour. Hier liegt eine interessante und relevante offene Frage. Eine Jugendrichterin hätte erklären können, was härtere Strafen bewirken – und wo ihre Grenzen liegen. Auch interessant Sarah Tackes Gästen fehlt der Widerspruch Das hätte vielleicht auch für etwas mehr Reibung zwischen den Gästen gesorgt. Denn: Die Runde ist weniger parteipolitisch als argumentativ unausgewogen. Die Gäste fordern im Kern dasselbe: mehr Repression, mehr Prävention und eine klarere Benennung des Islamismus. „Wer ist in der Verantwortung?“, fragt Tacke. „Ich glaube, wir alle“, sagt Mansour. Die anderen nicken. „Wir brauchen eine Migrationswende, wir brauchen eine Integrationswende“, fordert er. Reul fasst zusammen: „Wir brauchen beides.“ Tacke will keinen künstlichen Krawall. Das ist angenehm. Doch ein Erkenntnis-Talk braucht trotzdem Reibung – nicht zwischen möglichst lauten Persönlichkeiten, sondern zwischen Argumenten. Mehr zum Anschlag in Berlin Ex-Salafist Tugay Sarac fordert Brandmauer zum Islamismus Auch der Gast, der erst zum letzten Drittel der Sendung dazustößt, kann daran nichts ändern. Der muslimische Queer-Aktivist und frühere Salafist Tugay Sarac berichtet von seiner Präventionsarbeit an Schulen. Sobald Queerness und Islam gemeinsam besprochen würden, kippe die Stimmung: „Es wird teilweise laut, teilweise aggressiv.“ „Die Gewalt fängt nicht bei einem Terroranschlag an“, sagt Sarac. Sie beginne bei der Entmenschlichung. Deshalb brauche es neben der Brandmauer zur AfD auch „eine Brandmauer zum Islamismus“. QR-Code-Umfrage bringt wenig Erkenntnis Im Laufe der Sendung dürfen die Zuschauenden zweimal per QR-Code abstimmen: Was schützt besser – ein härteres Jugendstrafrecht, mehr Prävention oder beides? Mehr als 12.000 Menschen beteiligen sich. Tacke stellt klar: „Das heißt, es ist nicht repräsentativ.“ Zu Beginn wählen 54 Prozent „beides“, am Ende 62 Prozent. Die Mitmach-Idee ist sympathisch, die Frage hat aber wenig Fallhöhe. „Beides“ ist bereits die vernünftig klingende Konsensantwort. Zum Abschluss fragt Tacke, was Menschen tun sollen, die aus Angst nicht zum nächsten CSD gehen wollen. „Hingehen!“, sagt Reul. Mansour ergänzt: „Geht raus, feiert das Leben, die Freiheit, die Demokratie.“ Sarah Tacke hat die Ruhe für einen eigenständigen Polittalk. Nun braucht sie Gäste und Fragen, die diese Ruhe stärker herausfordern.

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