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Saudi-Arabien: Saudi Aramco setzt wohl Öl-Lieferungen nach Europa aus

Wirtschaft

Angriff auf Pipeline

Bericht: Saudi-Arabien liefert kein Öl mehr nach Europa

Von t-online, wan

Aktualisiert am 19.09.2026 - 11:17 UhrLesedauer: 2 Min.

Europa gerät weiter unter Druck beim Ölnachschub. Der saudi-arabische Konzern Aramco hat offenbar Lieferprobleme.

Der saudi-arabische Mineralölkonzern Saudi Aramco will offenbar im Oktober die Lieferungen von Öl nach Europa aussetzen. Hintergrund dürfte ein Angriff auf eine Pipeline auf der Arabischen Halbinsel sein, der Teile der Anlage schwer beschädigte.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, solle es zumindest einen Monat lang keine Lieferungen auf Basis von befristeten Verträgen geben, wie es bislang üblich ist. Betroffen seien alle europäischen Kunden des Konzerns, hieß es aus Unternehmenskreisen. Eine offizielle Stellungnahme gab es zunächst nicht. Die Stilllegung hat Saudi Aramco offenbar auch gezwungen, Kunden in Asien Ladungen auf sogenannter Spot-Basis anzubieten – also Vereinbarungen zur sofortigen Lieferung. Diese Lieferungen gehen weiter durch die Straße von Hormus, trotz der Gefahren durch iranische Angriffe.

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Damit dürfte der Druck auf die Länder in Europa steigen, auf dem Weltmarkt Öl zu bekommen. Der polnische Konzern Orlen SA hat laut Bloomberg bereits damit begonnen, sich Lieferungen zu sichern. Der Ölpreis dürfte durch die Entscheidung von Aramco ebenfalls steigen. Der Referenzpreis für den Handel mit Öl im Nordseeraum stieg bereits kurzzeitig auf 130 US-Dollar.

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Alarmbereitschaft am Roten Meer erhöht

Um Öl nach Europa zu bringen, muss Aramco seine Schiffe entweder durch das Rote Meer und den Suezkanal bringen oder sie um das Horn von Afrika fahren lassen, was etwa fünf Wochen dauert. Seit die Huthi-Rebellen die Meerenge Bab al-Mandab kontrollieren, hat sich die Situation im Roten Meer noch weiter verschärft.

Die EU-Marinemission Aspides zum Schutz von Schiffen im Roten Meer vor der jemenitischen Huthi-Miliz hat bereits ihre Alarmbereitschaft erhöht. "Europa hilft, die Schifffahrt im Roten Meer vor Huthi-Angriffen zu schützen", schrieb die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Freitag im Onlinedienst X nach einem Gespräch mit dem saudi-arabischen Außenminister Faisal bin Farhan.

Italiens Regierung hatte am Freitag angekündigt, eine eigene Militärmission im Roten Meer zu prüfen, um italienische Handelsschiffe zu beschützen.

Europäische Raffinerien beziehen saudisches Rohöl in der Regel aus dem ägyptischen Mittelmeerhafen Sidi Kerir, der über eine Pipeline mit dem Roten Meer verbunden ist. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur importierten die europäischen OECD-Länder im Juni täglich 577.000 Barrel Rohöl aus Saudi-Arabien.

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