Save the Children: Fast jedes zehnte Kind in Afghanistan hungert
In Afghanistan leidet fast jedes zehnte Kind unter fünf Jahren unter einer akuten Mangelernährung. Dass internationale Geberländer ihre Hilfsgelder gekürzt haben, verschärft die Lage in dem Land, in dem die Taliban vor fünf Jahren die Macht übernahmen, zusätzlich. Dies teilte die Kinderschutzorganisation Save the Children mit. Insgesamt seien 3,7 Millionen unter Fünfjährige betroffen, 14 Prozent mehr als im Jahr 2022. Die Gelder für humanitäre Hilfen für Afghanistan sind in dieser Zeit demnach um mehr als zwei Drittel gesunken. Für 2026 beispielsweise sind rund 390 Millionen Euro an Hilfsgeldern zugesagt. Gut eine Milliarde weniger als nötig, sagt Save the Children. Hunderte medizinische Zentren geschlossen Hunderte Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen mussten den Angaben zufolge zumindest vorläufig schließen. Damit fällt die medizinische Versorgung für rund vier Millionen Menschen aus, etwa die Hälfte von ihnen sind Kinder. In der Vorwoche hatte bereits das UN-Welternährungsprogramm darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Hungerkrise in Afghanistan zuspitze. Save the Children ist bereits seit 1974 in Afghanistan tätig, zuletzt auch in der Behandlung von Kindern, die unter akuter Mangelernährung leiden. Weil Hilfszahlungen ausblieben, habe die Hilfsorganisation die Grundversorgung für Hunderttausende Menschen nicht mehr bereitstellen können. Im August 2021 hatten die radikalislamischen Taliban nach jahrelanger Militärpräsenz von Nato-Staaten und ihren Partnerländern die Macht in Afghanistan zurückerobert.