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SC Freiburg unterliegt in Leverkusen - Schuster: "vermeidbare Gegentore"

Sport

Die Anwesenheit von Bundestrainer Jürgen Klopp war keine große Überraschung. Immerhin stand in der BayArena das Spitzenspiel des sechsten Spieltags an: Würde es dem SC Freiburg gelingen, durch einen Sieg im Rheinland die Tabellenführung zu verteidigen? Und: Was konnten die drei Freiburger Nationalspieler Philipp Treu, Derry Scherhant und Yannik Engelhardt (alle in der Startelf) dazu beitragen?

SC-Coach Julian Schuster besetzte die Zehnerposition mit Keisuke Goto, nachdem Yuito Suzuki gesperrt passen musste. Das Startelf-Debüt des rothaarigen Japaners wurde nach drei Minuten aber gleich wieder unterbrochen. Aus dem Gästeblock flogen Tennisbälle aufs Spielfeld. Die Freiburger Szene wollte somit gegen Materialverbote protestieren. Auch die Leverkusener Fans taten ihren Unmut zu diesem Thema auf einem Banner kund. Klopp schmunzelte angesichts der Tennisbälle, Schuster fand die Aktion weniger lustig: "Dass man so Einfluss auf das Spiel nimmt, geht für mich definitiv zu weit", sagte er später.

In der 14. Minute hatten dann Klopp und Schuster beide Grund zur Freude: Scherhant brachte den SC in Führung. Treu initiierte den Angriff und schickte Niklas Beste auf der rechten Außenbahn auf die Reise. Über Maximilian Eggestein landete der Ball beim freistehenden Scherhant, der den Ex-Freiburger Mark Flekken im Leverkusener Tor alt aussehen ließ. Ein mustergültig vorgetragener Konter. "Unser Plan war es, das hohe Pressing von Leverkusen zu überspielen", so Schuster nach Abpfiff: "Das ist uns in der ersten Halbzeit mehrfach gelungen und dafür muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment aussprechen."

Missverständnis führt zu Gegentor

Ein Missverständnis zwischen Jordy Makengo und Matthias Ginter beförderte wenig später den Leverkusener Ausgleich. Moussa Diaby und Patrik Schick spielten ihren dadurch resultierenden Ballgewinn clever aus, Ibrahim Maza vollendete die Szene (19.). Die Zuschauer sahen eine intensive Partie zweier Mannschaften, die defensiv auf hohem Niveau agierten.

Freiburg hatte allerdings auch Glück: Beste unterlief ein gefährlicher Fehlpass in den Fuß von Afonso Moreira, doch der Freiburger sprintete zurück in den Strafraum und konnte den Fehler selbst ausbügeln (45.). Obwohl die Freiburger bis zur Halbzeit mehr Ballbesitz hatten und die bessere Zweikampfquote vorwiesen, war es die Werkself, die bis zum Pausenpfiff mehr Torgefahr ausstrahlte.

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Freiburg fand nach dem Seitenwechsel wieder gut in die Partie, war aber nach wie vor defensiv gefordert. Nach Makengos missglückter Grätsche kam Medina aus 18 Metern zum Abschluss – knapp rechts am Tor vorbei (50.). Leverkusen dominierte die Partie in dieser Phase, der SC beschränkte sich auf die Arbeit gegen den Ball. Freiburg bekam die Bayer-Offensive nicht mehr so in den Griff wie im ersten Durchgang, SC-Torschüsse blieben Mangelware. Die einfachen Ballverluste häuften sich. Die Gäste ließen der Werkself zu viel Raum für Umschaltmomente.

Maza tänzelt durch Freiburger Strafraum

Somit war die Leverkusener Führung zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient. Drei Freiburger vermochten es nicht, den durch den Strafraum tänzelnden Maza zu stoppen, so dass dieser den freistehenden Patrik Schick bedienen konnte. Der Tscheche netzte aus kurzer Distanz zum 2:1 ein (76.). "Beide Gegentreffer heute waren vermeidbar", bilanzierte Igor Matanovic nach Abpfiff. Kapitän Eggestein pflichtete ihm dabei: "Das war ärgerlich. Wir haben hier heute einen oder drei Punkte liegenlassen."

Schuster versuchte, durch die Einwechslung von Cyriaque Irié frischen Wind in die Offensive zu bringen. Doch Iriés wuchtige Abschlüsse wurden geblockt. Auf der anderen Seite zwang Maza Mio Backhaus zu einer Parade, der Freiburger Torwart verhinderte das dritte Gegentor (84.).

In der Schlussphase öffnete der SC die Verteidigungslinien und machte Druck, um noch den Ausgleich zu erzielen. Kurz vor Abpfiff schlug der aufgerückte Matthias Ginter eine Flanke von rechts in den Strafraum, Höler flog zum Köpfer heran, aber der Ball ging knapp am Tor vorbei (90.+4.). So blieb es bei der ersten Saison-Niederlage der Freiburger, die auf Platz drei abrutschten und die Tabellenführung dem FC Bayern München überlassen mussten.

Eggestein: "Heute wäre mehr drin gewesen"

"Es wäre heute mehr drin gewesen", sagte Eggestein in der Mixed Zone der BayArena. "Wenn wir auf die Kette der Leverkusener zugelaufen sind, waren wir ein bisschen zu ungenau. Der letzte, der vorletzte Pass war nicht immer gut, da hatten wir die eine oder andere Schlampigkeit und da müssen wir uns verbessern." Matanovic sprach von einem Spiel auf Augenhöhe, übte aber auch Selbstkritik: "Es gab eine Phase, da habe ich vorne viele Bälle festgemacht, aber die Spielfortsetzung war nicht sauber genug. So kommt Leverkusen immer wieder in diesen Flow. Das hätten wir abstellen müssen."

Julian Schuster machte auf dem Pressepodium unter dem Bayerkreuz einen enttäuschten Eindruck. "Für mich ist es heute total ärgerlich, dass wir die beiden Gegentore selber zu verantworten haben." Ein Remis, so Schuster, wäre seiner Ansicht nach gerecht gewesen: "Es stört mich, dass wir heute mit leeren Händen dastehen, nachdem wir über weite Teile eine gute Leistung gegen einen sehr guten Gegner gezeigt haben."

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