SC Magdeburg ringt Industria Kielce nieder und sichert sich die Hauptrunde
Dabei erwischten die Magdeburger keinen guten Start. Gegen eine aggressiv aufspielende polnische Defensive fand der SCM zunächst nur selten Lösungen und lief deshalb von Beginn an einem Rückstand hinterher. Kielce hingegen fand im Angriff auch dank des slowenischen Superstars Aleks Vlah immer wieder Lücken in der Magdeburger Abwehr. So lagen die Gäste bereits nach acht Minuten mit 1:4 in Führung.
Auch in der Folge bekamen die Grün-Roten ihr Spiel nicht auf die Platte. Beim Stand von 6:9 (12.) nahm Trainer Bennet Wiegert bereits die erste Auszeit und richtete deutliche Worte an sein Team: "Ich brauche von jedem mehr Energie. Das ist hier kein Selbstläufer." Die erhoffte Wirkung blieb zunächst jedoch aus. Zu viele Ungenauigkeiten im Angriff des SCM sorgten dafür, dass es beim Drei-Tore-Rückstand blieb.
Glück vor der Pause
Zusätzlich dazu bekam Felix Claar kurz darauf im Zweikampf einen Ellenbogen von Vlah ab und musste mit einer Blutung an der Schläfe von der Platte. In Abwesenheit des Schweden nahm Gislj Kristjansson das Zepter in die Hand und führte seine Mannschaft bis auf 9:10 (19.) heran. Kielce blieb davon jedoch unbeeindruckt, nutzte die Fehler der Gastgeber konsequent aus und stellte erneut auf 10:13. Erst kurz vor der Pause kam der SCM noch einmal heran: Nach mehreren Fehlern der Polen verkürzten die Magdeburger zum 13:14-Pausenstand.
Deutliche Leistungssteigerung nach der Pause
Wie ausgwechselt kam die Wiegert-Mannschaft aus der Kabine und holte sich binnen weniger Minuten die erste Führung des Abends. Mit Felix Claar, der mit einem Pflaster neben dem Auge weiterspielte, funktionierten die gewohnten Abläufe wieder deutlich besser und auch das Tempo war spürbar höher. Gleichzeitig gewann der SCM auch in der Defensive zunehmend an Stabilität, wobei Matej Mandić mit wichtigen Paraden (insgesamt elf) immer mehr zum entscheidenden Faktor wurde.
Die plötzlichen technischen Fehler der Gäste wussten die Magdeburger nun zu nutzen und stellten nach 44 Minuten bereits auf 23:19. Kielce agierte in der Folge zu aggressiv, kassierte zahlreiche Zeitstrafen und Siebenmeter. Matthias Musche behielt dabei die Nerven und verwandelte alle fünf seiner Würfe sicher. Drei Minuten vor dem Ende machte Matchwinner Kristjansson mit dem 30:25 den Deckel drauf. Doch auch in der Schlussphase gab sich der polnische Meister nicht geschlagen und verkürzte noch auf 30:27.
Mit dem vierten Erfolg im vierten Spiel steht der SC Magdeburg damit bereits sicher in der Hauptrunde. Für Kielce kommt es nächste Woche zum Showdown beim HC Kriens-Luzern.