Schädel-Hirn-Trauma: 2,6-fach erhöhtes Parkinson-Risiko belegt
Eine aktuelle Untersuchung liefert neue Belege: Menschen mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma erkranken deutlich häufiger an Parkinson. Parallel melden Forscher Fortschritte bei Früherkennung und Therapie. Doppeltes Risiko nach schweren Traumata Die am heutigen Samstag veröffentlichte Studie basiert auf Daten von 1.231 ehemaligen Sportlern, darunter 278 Fußballspieler. Wer mindestens ein schweres Schädel-Hirn-Trauma mit Bewusstlosigkeit erlitt, trägt ein 2,6-fach erhöhtes Risiko, an Parkinson zu erkranken. Die Diagnose erfolgt bei diesen Patienten zudem im Schnitt 5,5 Jahre früher. Wichtig: Reines Fußballspielen ohne schwere Traumata zeigte kein signifikant erhöhtes Risiko. Entscheidend ist also die Verletzung selbst, nicht die Sportart. Die Sicherheitsdebatte im Sport bleibt damit aktuell – erst im September 2025 starb ein italienischer Skirennläufer nach einem Trainingssturz in Chile an den Folgen eines schweren Schädel-Hirn-Traumas. Biomarker erkennen Risiko frühzeitig Ein neues Modell, vorgestellt im Fachjournal npj Parkinson's Disease, könnte die Früherkennung verbessern. Es kombiniert Nierenfunktionswerte, Entzündungsmarker und Blutproteine. Besonders die Kombination der Proteine IL-17C und uPA zeigte in Validierungen mit Daten der UK Biobank vielversprechende Ergebnisse. Anzeige Wer sich mit der langfristigen Gesundheit des Gehirns und der Vorbeugung neurodegenerativer Prozesse befasst, findet in diesem Ratgeber wertvolle Tipps für den Alltag. Erfahren Sie, welche Methoden die geistige Fitness tatsächlich erhalten und wie Sie Demenz gezielt vorbeugen können. 11 praktische Alltagsübungen für Ihr Gehirn kostenlos herunterladen Parallel arbeiten Forscher der Shanghai Jiao Tong University an der Abgrenzung von Parkinson zur Multisystematrophie. Ihr Ansatz: der Biomarker TPPP/p25 im Nervenwasser. Forscher aus Yale lieferten Ende Juli zudem neue Einblicke in die Struktur des Proteins VPS13, das bei neurodegenerativen Prozessen eine Rolle spielt. Lebensstil als Schutzfaktor Die Weltgesundheitsorganisation betont in einer Richtlinie vom 29. Juli: Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos lassen sich durch modifizierbare Lebensstilfaktoren beeinflussen. Konkrete Programme setzen etwa auf Tischtennis für Parkinson-Patienten, um Beweglichkeit und Lebensqualität zu fördern. Anzeige Neben der körperlichen Aktivität spielt die mentale Leistungsfähigkeit eine entscheidende Rolle für die Lebensqualität im Alter. Dieser kostenlose Selbsttest ermöglicht eine schnelle Einschätzung Ihrer kognitiven Fitness und liefert Ihnen sofort Klarheit. In 60 Sekunden die geistige Leistungsfähigkeit testen Neue Angriffspunkte für Therapien Forscher aus Cleveland identifizierten das Enzym 15-PGDH als mögliches Ziel für neuroprotektive Behandlungen. Erhöhte Werte dieses Enzyms fanden sich in Gehirngewebe von Parkinson-Patienten. Die Hemmung könnte schädliche Sauerstoffverbindungen reduzieren und Nervenzellen schützen. Experimentelle Ansätze mit dem Peptid Dihexa zielen auf die Verbesserung synaptischer Verbindungen. Ein weiteres Protein namens hIL-6 zeigte im Juni 2026 im Mausmodell Erfolge bei der Regeneration von Nervenfasern nach Rückenmarksverletzungen. Ob sich diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, müssen klinische Studien zeigen.