Scharfe Kritik an DFB-Deal mit Klopp
Das Fanbündnis "Unsere Kurve" sieht die wohl bevorstehende Verpflichtung von Jürgen Klopp als neuen Bundestrainer kritisch - und zwar wegen seiner aktuellen Tätigkeit als globaler Fußballchef bei Red Bull. Sollte sich der DFB "auf den kolportierten Deal" mit dem Brausekonzern einlassen, wäre das "ein weiterer Kniefall vor dem Kapital", sagte Sprecher Thomas Kessen dem "SID". Red Bull verzichtet angeblich auf eine Ablösezahlung im einstelligen Millionenbereich seitens des DFB für Klopp. Dafür soll der 59-Jährige dem Unternehmen auch im Amt des Bundestrainers als Markenbotschafter erhalten bleiben. "Anstatt die Besonderheiten des deutschen Fußballs als Stärke zu begreifen und auf diesem Fundament nachhaltig Erfolge zu bauen, strebt man nach schnellen Ergebnissen und ist bereit, mit viel Geld und Integrität dafür zu zahlen", kritisierte Kessen den DFB, der Klopp nach dem WM-Fiasko in Nordamerika und dem Rücktritt von Julian Nagelsmann zeitnah als neuen Bundestrainer installieren will. "Unsere Kurve" erlaube sich zwar keine Beurteilung "der sportlichen Dimension dieser Personalie", betonte Kessen. "Sehr wohl sehen wir aber eine Dissonanz rund um die Wahrnehmung der öffentlichen Person Jürgen Klopp." Jürgen Klopp "passt nicht zum Feind des Volkssports Fußball" Der Fan-Sprecher führte aus: "Wer sich in Mainz und Dortmund bodenständig gab und selbst in Liverpool noch als 'the normal one' vorstellte, der passt nicht zum Feind des Volkssports Fußball - dem RB-Konzern." Bevor man Klopp "als vermeintlichen Heilsbringer aufs Podest hebt", wolle "Unsere Kurve" daher "an die Reaktionen und den verspielten Kredit in weiten Teilen insbesondere der Dortmunder Anhängerschaft" erinnern. Klopp hatte Anfang 2025 bei Red Bull angeheuert. Sein Vertrag dort ist noch bis 2029 datiert. Dieser enthält dem Vernehmen nach keine Ausstiegsklausel, daher sitzen die Österreicher in den anstehenden Gesprächen mit dem DFB am längeren Hebel.