Scharfe Kritik von Boss des FC Bayern
Aus den Reihen des FC Bayern ragt sich weiter Kritik an der Bundesliga-Konkurrenz und den aus Münchner Sicht zu geringen Anstrengungen bei der Internationalisierung. "Nach der Saison war Leipzig auf Reisen, außer uns ist in diesem Sommer nur Dortmund unterwegs, im September fliegt Paderborn in die USA. Das ist viel zu wenig! Die Bundesligisten müssen weitsichtiger denken", sagte Marketing-Vorstand Rouven Kasper vor dem Start der Asientour des Rekordmeisters im Interview mit "Münchner Merkur/tz". Der 44-Jährige führte aus: "Die Engländer gehen raus in die Welt - das heißt auch für die deutschen Klubs, dass sie aktiv sein müssen. Man kann nicht zuhause bleiben und sich dann beschweren, dass die Einnahmen sinken. Wenn du nichts machst, dann kommt halt auch nichts." Der deutsche Fußball brauche "mehr Sichtbarkeit", forderte Kasper. Deshalb müsse man "Grenzen immer weiter verschieben". Es sei "leider Fakt", so der Funktionär, "dass die Medienerlöse beispielsweise in den USA und Japan aktuell rückläufig sind - aber umso mehr muss die Liga eben mit uns gemeinsam strategische Mechanismen finden, um Aktivitäten zu pushen. Bayern München kann nicht überall hinreisen." Der FC Bayern fliegt von Samstag bis 8. August auf die Insel Jeju in Südkorea und nach Hongkong. Geplant sind Spiele gegen den Jeju SK FC (4.8.) und Europa-League-Sieger Aston Villa (7.8.). Der BVB weilt derzeit in Japan, RB Leipzig führt seine PR-Tour nach Südafrika. FC Bayern will "punktuell Neues ausprobieren" Tatsache ist: Die Einnahmen der Bundesliga aus den internationalen Verträgen stagnieren. Aus dem Verkauf der TV-Rechte kamen zuletzt 218 Millionen Euro zusammen, inklusive Sponsoring waren es 302. Zum Vergleich: Die englische Premier League kassierte fast das Zehnfache, Spaniens La Liga immerhin das Dreifache. Der FC Bayern will das Ausland weiter in den Fokus nehmen. "Unsere Zielmärkte sind klar definiert. In Amerika hatten wir bisher den Fokus auf Nord- und Mittelamerika, Südamerika aber wird immer spannender. Asien ist ebenso klar, auch auf Indien, Indonesien, Thailand sollte man schauen. Wir müssen da auch punktuell Neues ausprobieren", sagte Kasper.