DAX +0,41 % 26.440,31 Pkt 18:00:00 MDAX +0,40 % 32.464,39 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,09 % 6.539,59 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,07 % 53.732,41 Pkt 22:41:05 S&P 500 +0,48 % 7.785,76 Pkt 22:39:27 Nasdaq +0,53 % 26.729,16 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,59 % 68.713,80 Pkt 08:45:03 Gold +1,30 % 4.437,30 USD 23:00:00 Silber +0,18 % 65,11 USD 22:59:58 Brent 0,00 % 88,52 USD 22:59:58 WTI 0,00 % 82,40 USD 22:59:59 Bitcoin -0,06 % 62.989,04 USD 22:56:58 EUR/USD +0,37 % 1,15730 USD 23:29:57 EUR/GBP +0,11 % 0,85480 GBP 21:27:58 EUR/CHF +0,34 % 0,94060 CHF 23:29:57 EUR/JPY +0,28 % 184,192 JPY 22:56:14

Schattenflotte entern – Neue JCC

Welt

Gestern veröffentlichte das britische Verteidigungsministerium den sehnlichst erwarteten Defence Investment Plan (DIP), der aufgrund des Wechsels an der Spitze in den vergangenen zwei Wochen anders aussieht als vom bisherigen Minister gefordert. (Warsight berichtete). Ein Teil der Ankündigung betrifft 450 bis 500 Millionen Pfund für die Transformation der UK Commando Force zur „Future Commando Force“. „Unsere Elite-Kommandotruppe wird weltweit respektiert und führt Operationen durch, die dazu beitragen, unsere Nation und unsere Verbündeten zu schützen“, erklärte der frisch ins Amt gekommene Minister Dan Jarvis. Was sehr allgemein klingt, hat konkrete Auswirkungen: Am 14. Juni kaperte das britische Militär einen Öltanker der russischen Schattenflotte im Ärmelkanal. Briten wollen mehr Schiffe der Schattenflotte entern Laut einer Londoner Pressemitteilung wolle man künftig „weitere Tanker der russischen Schattenflotte beschlagnahmen“. Um diese und andere maritime Landungsoperationen durchzuführen, sollen die Spezialkräfte mit dem Joint Commando Craft (JCC) neue Boote bekommen. Eine gute und schützende Ausstattung für das Entern von Tankern der Schattenflotte scheint in Nord- und Ostsee zunehmend an Bedeutung zu gewinnen: Jüngst hatten die Tagesschau und andere deutsche sowie internationale Medien darüber berichtet, dass Russland mittlerweile auch zivile Schiffe mit schweren Maschinengewehren ausrüstet. Der Begriff JCC ist noch recht neu, das Projekt selbst jedoch nicht. Bis vor Kurzem verfolgte die Royal Navy das Vorhaben als Commando Insertion Craft (CIC), was als Nachfolger des LCVP Mk 5 geplant war. Das LCVP ist ein seit 1996 im Dienst stehenden Landungsboot der Royal Marines, welches 2027 außer Dienst gestellt werden soll. Diese ursprüngliche Forderung der Royal Marines nach einem neuen schnellen, signaturarmen Landungs- und Einsatzboot sollte beispielsweise Kommandotrupps, leichte Fahrzeuge und Ausrüstung auch aus größerer Entfernung anlanden können. Kooperation mit Norwegen Hintergrund des jüngst erfolgten Namenswechsels ist auch die Zusammenführung zweier nationaler Vorhaben: Die Norwegian Defence Materiel Agency (NDMA) und die britische Royal Navy planen seit Jahresanfang die gemeinsame Beschaffung von 30 Booten mit einem Gesamtbudget von rund 237 Millionen Pfund über sieben Jahre. Norwegen will damit die Fähigkeiten seiner Küstenjäger-Kommandotruppe (Kystjegerkommandoen) im Bereich Aufklärung und Überwachung stärken; die Royal Marines wollen – neben dem Entern von Schiffen der Schattenflotte durch Spezialkräfte –neue Verlegungs- und Einsatzfähigkeit im Küstenbereich erhalten. Konkretisiert – Die Eckdaten des JCC Technisch soll das JCC als relativ kleines, aber hochbefähigtes Boot vorgesehen. Während über das CIC relativ wenig über das Anforderungsprofil bekannt wurde, besteht seit der Veröffentlichung des Request for Information (RFI) durch Norwegen ein konkreteres Bild. So soll das zukünftige britisch-norwegische Landungsboot bis zu 24 Meter lang und 7,5 Meter breit sein. Als maximale Verdrängung werden 60 Tonnen angegeben, wobei das Optimum eher bei 40 Tonnen liegen soll. Transportiert werden sollen bis zu 24 voll ausgerüstete Kommandosoldaten oder leichte Fahrzeuge bzw. sechs Tonnen Nutzlast. Eine wesentliche Anforderung an die Landungsboote soll in der Fähigkeit liegen, mehrere Tage autonom auf See zu operieren und dabei nicht auf Nachversorgung angewiesen zu sein. Auch soll ein JCC als „Drohnenmutterschiff“ für zusätzliche unbemannte Boote fungieren können. Diese Fähigkeit spiegelt sich auch in den geplanten JCC-Varianten auf Basis desselben Rumpfes wider: die A-Variante für Aufklärungs- und Überwachungsmissionen (ISR), die B-Variante für den Truppentransport mit bis zu 24 voll ausgerüsteten Soldaten, leichten Fahrzeugen oder bis zu sechs Tonnen Nutzlast sowie die C-Variante als Ausbildungs- und Erprobungsplattform. Drei Designkandidaten – drei grundverschiedene Ansätze Auch wenn es bisher keine offiziellen Kandidaten gibt, verfügen mehrere Hersteller über geeignete Konzepte. Einige haben Ihre Ideen für das JCC (bzw. CIC) bereits öffentlich vorgestellt. BAE Systems – Littoral Strike Craft Mit dem Littoral Strike Craft (LSC) präsentiert BAE Systems ein vielseitiges Einsatzboot für Operationen im Küstenvorfeld. Das 19,95 Meter lange und 4,3 Meter hohe Boot verbindet lut Anbieter eine hohe Geschwindigkeit, geringe Signatur und modulare Missionsfähigkeit, um Spezialkräfte, Ausrüstung oder Wirkmittel verdeckt über große Distanzen an ihren Einsatzort zu bringen.

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