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Schicksalswahl in Israel: Steht Netanjahus Ära vor dem Ende?

Welt

Zehntausende Israelis fliegen eigens aus dem Ausland ein, um ihre Stimme abzugeben. 36 Listen kämpfen um die 120 Sitze in der Knesset – doch nur ein Drittel dürfte den Einzug schaffen.

In Israel hat die Wahl eines neuen Parlaments begonnen. Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, die 120 Abgeordneten der 26. Knesset zu bestimmen. Die Abstimmung gilt als Schicksalswahl: Israel steht an einem Scheideweg, und die Entscheidung könnte die politische und gesellschaftliche Ausrichtung des Landes für Jahre prägen. Auch für Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht viel auf dem Spiel.

Es ist die erste Parlamentswahl seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Gaza-Krieg. Zehntausende im Ausland lebende Israelis sind eigens zur Stimmabgabe in ihre Heimat zurückgeflogen.

Eisenkot will Netanjahu ablösen

Es zeichnet sich ein enges Rennen zwischen dem Lager des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Netanjahu und seinen politischen Gegnern ab. Wichtigster Rivale ist der frühere Militärchef Gadi Eisenkot an der Spitze der Mitte-Partei Jaschar. Eine Pattsituation wie bei früheren Wahlen ist nicht ausgeschlossen. Für eine Mehrheit in der 120 Sitze zählenden Knesset sind mindestens 61 Mandate erforderlich.

Landesweit stehen rund 12.000 Wahllokale offen, die meisten bis 21:00 Uhr MEZ. Nach Schließung der Wahllokale sollen erste Prognosen auf Grundlage von Nachwahlbefragungen veröffentlicht werden. Insgesamt treten 36 Listen an. Nach jüngsten Umfragen dürfte etwa ein Drittel von ihnen die Sperrklausel von 3,25 Prozent überwinden und ins Parlament einziehen.

Mit vorläufigen Endergebnissen wird am Donnerstag gerechnet. Die offiziellen Ergebnisse sollen dann acht Tage nach der Wahl veröffentlicht werden. Anschließend beauftragt Präsident Izchak Herzog jenen Kandidaten mit der Regierungsbildung, dem die besten Chancen eingeräumt werden. Dieser hat zunächst vier Wochen Zeit, eine Koalition zu schmieden.

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