Schießbude der Liga Kölner Haie hadern mit Gegentor-Flut nach schwachem Saisonstart
Mit großen Ambitionen sind die Kölner Haie in die neue Saison gestartet, nach fünf Spieltagen in der DEL macht sich aber Ernüchterung breit. Sechs Punkte, zwei deutliche Heimniederlagen und eine desaströse Gegentor-Bilanz verhageln die Bilanz des KEC. Am Freitag setzte es eine 2:4-Heimpleite gegen München.
Traum von der Meisterschaft
"Unser Anspruch ist es, uns zu verbessern", hatte Matthias Baldys, Sportdirektor der Kölner Haie, vor der Saison im WDR-Interview erklärt. Nach dem Gewinn der Hautprunde in der vergangenen Spielzeit und dem Erreichen des DEL-Halbfinals, konnte das eigentlich nur den Meistertitel als Saisonziel bedeuten.
"Ich glaube, dass der letzte Schritt zu dem großen Traum, den wir hier in Köln haben, der schwerste ist", hatte Baldys eingeschränkt. Aber: "Wir sind ambitioniert und wollen eine wichtige Rolle spielen." Zwei Wochen nach dem Saisonstart davon aber noch nicht viel zu sehen.
Haie starten nach Trainerwechsel "wieder bei Null"
Nach dem Trainerwechsel von Kari Jalonen zum Schweden Thomas Berglund beginne man "wieder bei Null", hatte Baldys kurz vor Beginn der Champions Hockey League erklärt. Der Start in die CHL Anfang September verlief dafür aber äußerst erfolgreich.
In bisher vier absolvierten Partien feierten die Kölner vier Siege und erzielten in den drei Partien gegen Red Bull Salzburg, Tappara Tampere und Frölunda Göteborg jeweils fünf eigene Treffer. Auf europäischer Ebene sind die Haie damit also im Soll.
Durchwachsene Bilanz in der DEL
Zum Saisonstart in der DEL setzte es mit dem 4:8 in eigener Halle gegen die Grizzlys Wolfsburg dagegen zunächst einen herben Dämpfer, auch wenn zwei Tage später ein 4:3-Overtime-Heimsieg gegen die Löwen Frankfurt gelang. Auch am zweiten Spieltagswochenende folgte auf eine Niederlage (5:6 gegen die Eisbären Berlin nach Penaltyschießen) ein Sieg (6:4 gegen die Augsburger Panther).
Wettbewerbsübergreifend konnten die Haie in sieben von acht Spielen mindestens einen Punkt holen, aber zumindest national nur einen vollwertigen Sieg. "Wir haben gezeigt, dass wir so, wie wir spielen wollen, erfolgreich sein können", analysierte Sportdirektor Mathias Baldys gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger.
Gegentor-Flut hält auch gegen München an
Das große Problem der Haie: Sie fangen sich zu viele Tore. 25 Mal schlug der Puck in den ersten fünf DEL-Spielen im Kölner Tor ein - häufiger als bei jedem anderen Klub. Mit fünf Gegentoren pro Spiel ist der KEC die Schießbude der Liga. Die ordentliche Zahl von 21 eigenen Treffern rettete den Haien aber immerhin sechs Punkte aus diesen vier Spielen.
Auch am Freitagabend gegen München wurde der Gegner zum Toreschießen eingeladen. Janne Juvonen, der erneut für den verletzten Felix Brückmann das Tor hütete, musste im ersten Viertel direkt wieder zweimal hinter sich greifen, als Lucas Thaler (8./Powerplay) und Elis Hede (13.) das Spiel zu Gunsten der Gäste drehten. Marcel Noebels hatte die Haie nach nur 23 Sekunden in Führung gebracht.
Müller beklagt schwache Defensivarbeit
Gegen München waren die Gegentreffer auch die logische Folge einer dominanten Leistung des EHC im ersten Drittel mit 19:5 Schüssen. Kurz nach Beginn des zweiten Drittels erhöhte Tobias Rieder auf 3:1 für die Gäste (21.). Gerade als sich die Haie wieder im Spiel festgebissen hatten, legte Brady Ferguson mit einem Konter-Tor das 4:1 nach (38.).
"Wir müssen deutlicher ansprechen, wie wir uns in der Rückwärtsbewegung verhalten. Wir müssen alle kollektiv besser sein", erklärte ein sichtlich frustrierter Haie-Kapitän Moritz Müller nach dem zweiten Drittel bei MagentaSport.
Späte Hoffnung durch Noebels
Mit der komfortablen Führung im Rücken bestimmten die Gäste im Schlussdrittel das Geschehen. Die Haie taten sich lange schwer, sich Gelegenheiten herauszuspielen. Fünf Minuten vor dem Ende konnte Noebels während eines Kölner Powerplays seinen zweiten Treffer zum 2:4 erzielen (55.) und ließ noch einmal Hoffnung aufkommen.
Berglund nahm für die letzten Minuten Juvonen vom Eis und ging ins Risiko. Ein weiterer Treffer gelang jedoch nicht mehr.
Sonntag gegen Ingolstadt
Für die Haie geht es am Sonntag (16.30 Uhr) mit einem Auswärtsspiel beim ERC Ingolstadt weiter. Kommenden Mittwoch steht dann auch in der Champions Hockey League ein Heimspiel gegen Herning Blue Fox an (19.30 Uhr).
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