Schiff manövrierunfähig: Unbekanntes Geschoss stoppt Tanker vor Küste des Oman
Die Straße von Hormus ist ein Nadelöhr für den Export von Öl und Gas aus den Staaten des Persischen Golfs. Der Iran erhebt Anspruch auf die Kontrolle der Meerenge. Der Schiffsverkehr geht zuletzt stark zurück. Nun wird erneut ein Tanker attackiert. In der Straße von Hormus ist vor der Küste des Omans erneut ein Tanker angegriffen worden. Er sei von einem "unbekannten Geschoss" getroffen worden, das Schäden am Maschinenraum verursacht habe, meldet die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO). Es gebe keine Verletzten oder Umweltschäden. Der Tanker sei jedoch manövrierunfähig. Der Vorfall ereignete sich demnach rund 20 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Lima. Lima liegt nahe der Straße von Hormus. Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und gehört zu den wichtigsten Handelswegen für Öl, Flüssigerdgas und Dünger und ist einer der Hauptstreitpunkte im Krieg zwischen dem Iran und den USA. Der Iran verlangt, dass Schiffe die Meerenge auf einer von ihm vorgegebenen Route entlang seiner Küste passieren und Transitgebühren zahlen. Teheran hat wiederholt erklärt, nur diese Route sei sicher. Nach einer kurzfristigen Entspannung hatte der Iran die Straße von Hormus zuletzt de facto wieder geschlossen. Die USA erneuerten daraufhin ihrerseits eine Blockade iranischer Häfen. Zuletzt bekräftigten die iranischen Revolutionsgarden ihren Anspruch auf die Meerenge, in der eigentlich internationales Seerecht gilt. Laut dem auf Schifffahrtsdaten spezialisierten Dienstleister Kpler ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus stark zurückgegangen. "Da die öffentlichen Positionen der USA und des Iran nach wie vor im Widerspruch zueinander stehen, beobachten die Reedereien aufmerksam das Verkehrsaufkommen, das Fahrverhalten und alle diplomatischen Entwicklungen, die das Risiko auf den regionalen Schifffahrtswegen in den kommenden Tagen neu gestalten könnten", erklärte das Unternehmen auf X. Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem vollständigen Friedensabkommen führen sollte. Mitte Juli nahmen die USA die Angriffe aber wieder auf. Der Iran attackierte daraufhin erneut Ziele in Ländern der Region.