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Schifffahrt im Roten Meer bedroht: Huthi im Jemen erobern Insel in wichtiger Meerenge Bab al

Welt

Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen haben jemenitischen Regierungsquellen zufolge eine strategisch gelegene Insel in der Meerenge Bab al-Mandab erobert. Die Insel Majun (oder Perim) liegt am südlichen Ende der Meerenge, die den Golf von Aden mit dem Roten Meer verbindet. Beide sind Teil einer Schifffahrtsroute, die vom Mittelmeer über den Suezkanal bis in den Indischen Ozean führt und somit den kürzesten Schifffahrtsweg zwischen Europa und Asien darstellt.

Erst kürzlich hatten die Rebellen auch die Hafenstadt Mokka eingenommen. Im Zuge der neuen Eskalation im Jemen sind UN-Daten zufolge mehr als 46.000 Menschen in die Flucht getrieben worden. „Familien werden gezwungen, in diesem Konflikt zum zweiten oder dritten Mal zu fliehen, wobei ihnen fast nichts mehr geblieben ist“, sagte die Chefin der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Amy Pope, laut einer Mitteilung.

In der Nacht hätten Berichten zufolge viele Menschen die Hafenstadt Mokka mit ihren Habseligkeiten verlassen, hieß es.

Huthis gehören zu Teherans „Achse des Widerstands“

Mit den jüngsten Vorstößen kontrollieren die Huthi nun die gesamte Küste des Roten Meeres im Jemen. Der für den Welthandel enorm wichtige Schifffahrtsweg dürfte damit noch stärker bedroht werden als bisher.

Von ihren neu gewonnenen Positionen aus können die Huthi Handels- und andere Schiffe im Roten Meer noch gezielter angreifen oder stören als zuvor. Die Huthi hatten dort in den vergangenen Jahren mehrfach Schiffe angegriffen und teils versenkt oder diese gekapert.

Im Jemen war zuletzt ein seit Jahren andauernder Konflikt erneut aufgeflammt. Die Huthi kämpfen gegen die international anerkannte Regierung und deren Verbündete. Sie gehören zur sogenannten iranischen „Achse des Widerstands“, einem regionalen Netzwerk aus vom Iran unterstützten Milizen. Teheran unterstützt die Huthi ähnlich wie die Hisbollah im Libanon mit Waffen, Technologie, Fachwissen und finanziell.

Auf der anderen Seite stehen die jemenitische Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, sowie regierungstreue Kräfte. So sind etwa die sogenannten Nationalen Widerstandskräfte strategische Partner der Regierung geworden im Kampf gegen die Huthi, gegen die das saudisch angeführte Bündnis auch Luftangriffe fliegt.

Seit Ausbruch des Iran-Kriegs wird die Meerenge Bab al-Mandab als alternative Handelsroute genutzt, um Ausfälle durch die Straße von Hormus etwas zu kompensieren.

Internationaler Schiffsverkehr dürfte beeinträchtigt werden

Die Meerenge ist an der schmalsten Stelle etwa 20 Kilometer breit und damit deutlich schmaler als die Straße von Hormus, die etwa 50 Kilometer breit ist. Die stärkere Kontrolle des Zugangs zu Bab al-Mandab durch die Huthi dürfte als erheblicher Rückschlag für Saudi-Arabien und den internationalen Schiffsverkehr gewertet werden. Die USA und die EU versuchten mit Militäreinsätzen bereits, Handelsschiffe besser vor Angriffen der Miliz zu schützen.

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