Schimpansen: Junge Tiere lernen Werkzeuggebrauch von ihren Müttern
Für die Studie wertete ein Team der Universität Barcelona und des spanischen Jane-Goodall-Instituts im Senegal rund 15 Stunden Aufnahmen von Kamerafallen aus. Die Kameras standen an Orten rund um Dindefelo im Südosten des Senegal. Dort nutzen Westafrikanische Schimpansen Werkzeuge, etwa um Ameisen und Termiten aus ihren Nestern oder Algen aus dem Wasser zu holen. Der Gebrauch von Werkzeugen gilt als wichtiger kognitiver Entwicklungsschritt.
Auf einer Aufnahme ist etwa zu sehen, wie eine Schimpansenmutter einen Stock in eine Ameisenkolonie steckt und anschließend ihre Tochter zu dem vorbereiteten Werkzeug führt. Die Kleine zieht den Stock heraus und frisst die daran haftenden Ameisen. In einer anderen Aufnahme versucht ein Schimpansenjunges zunächst vergeblich, eine Baobab-Frucht auf einem Felsen aufzuschlagen. Ein älteres Jungtier zeigt ihm daraufhin die Schlagbewegung und öffnet zudem eine Frucht. Das Baby versucht es danach erneut selbst.
Die Forscher sehen darin Hinweise darauf, dass die Übergabe von Werkzeugen eine Form des Lehrens sein kann. Erfahrene Tiere verändern dafür ihr eigenes Verhalten und erleichtern unerfahreneren Artgenossen so das Lernen. Die Empfänger nutzten danach häufiger Werkzeuge und kamen häufiger an Nahrung.
Bereits 1960 hatte die Primatenforscherin Jane Goodall beobachtet, wie Schimpansen Werkzeuge herstellten, um mit ihnen an Termiten zu gelangen. Inzwischen ist bekannt, dass die Menschenaffen eine Vielzahl unterschiedlicher Techniken beherrschen. Auch bei zahlreichen anderen Arten wurde beobachtet, wie sie Werkzeuge benutzen.