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„Schlächter von Srebrenica“: Früherer bosnisch

Welt

Der frühere Oberbefehlshaber der Armee der bosnischen Serben und wegen Völkermords verurteilte Kriegsverbrecher Ratko Mladic ist tot. Dies berichtete der serbische Staatssender RTS am Donnerstag. Mladic starb demnach im Alter von 84 Jahren in einem Gefängniskrankenhaus in Den Haag in den Niederlanden. Zuvor habe er mehrere Schlaganfälle erlitten. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge bestätigten auch ein UN-Mitarbeiter und ein Anwalt von Mladic dessen Tod.

Mladic wurde am 12. März 1942 im heutigen Bosnien und Herzegowina geboren. Während des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995, in dem fast 100.000 Menschen getötet wurden, kommandierte er die Truppen der bosnischen Serben. In dem Krieg kämpften Bosniaken, Kroaten und Serben nach dem Zerfall Jugoslawiens um die Kontrolle über Bosnien-Herzegowina.

Unter Mladics Führung wurden unter anderem Sarajevo belagert und im Juli 1995 in Srebrenica mehr als 8000 muslimische Bosniaken – Männer und Jungen – ermordet.

Mladic wurde erst 2011 in Serbien festgenommen

Damals hatten Mladics Truppen die damalige UN-Schutzzone Srebrenica gestürmt und dort Gräueltaten angerichtet. Das Massaker gilt als eines der schlimmsten Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Mladic wurde deshalb auch „Schlächter von Srebrenica“ oder „Schlächter vom Balkan“ genannt. Er hat seine Schuld am Völkermord nie eingestanden. Im Jahr 2025 riefen die UN den 11. Juli als Gedenktag für die Opfer von Srebrenica ins Leben.

Nach dem Krieg tauchte Mladic unter und wurde erst am 26. Mai 2011 im nordserbischen Lazarevo festgenommen. Zuvor hatte er jahrelang unbehelligt in Serbien gelebt, wo er von vielen verehrt wurde. Am 31. Mai 2011 wurde er von Serbien an das UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag überstellt.

Hintergrund des Sinneswandels der Regierung in Belgrad war, dass die Europäische Union die vollständige Zusammenarbeit mit dem Haager Tribunal – ausdrücklich auch die Festnahme und Überstellung Mladics – zur Voraussetzung für weitere Fortschritte auf dem Weg Serbiens in die EU machte. Serbien wurde mit erheblichen Nachteilen bei Beitrittsgesprächen und Annäherung an die EU gedroht. In weiten Teilen der serbischen Bevölkerung und bei Nationalisten war die Auslieferung höchst umstritten.

Der Prozess gegen ihn begann 2012 und entwickelte sich zu einem der umfangreichsten Verfahren in der Geschichte der internationalen Strafjustiz. Hunderte Zeugen wurden gehört und Tausende Beweismittel ausgewertet. Das UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien verurteilte ihn dann am 22. November 2017 wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft. Das Urteil wurde 2021 endgültig bestätigt.

Mladics Gesundheitszustand hatte sich in den vergangenen Monaten verschlechtert. Einen Eilantrag seines Anwalts auf vorläufige Freilassung und Verlegung in ein serbisches Militärkrankenhaus hatte Den Haag im Mai abgelehnt. Mladics Sohn Darko Mladic hatte der Agentur AFP zufolge deshalb in der vergangenen Woche von einem „stillen Mord an meinem Vater“ gesprochen.

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