Schlaf: REM-Phase mit geringerem Risiko für 83 Erkrankungen verbunden
Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Schlafphasen für die langfristige Gesundheit relevant sein könnten: Etwa, wie viel Zeit wir im REM- oder Tiefschlaf verbringen, wie häufig wir nachts wach werden und wie regelmäßig wir schlafen.
Was ist REM-Schlaf?
Besonders viele Zusammenhänge fanden die Forschenden beim sogenannten REM-Schlaf. REM steht für „Rapid Eye Movement“, also schnelle Augenbewegungen. In dieser Schlafphase ist das Gehirn besonders aktiv, und die meisten lebhaften Träume treten während des REM-Schlafs auf.
Menschen, die mehr Zeit im REM-Schlaf verbrachten, hatten im weiteren Verlauf ein geringeres Risiko für insgesamt 83 Erkrankungen. Dazu gehörten unter anderem Herzschwäche, Demenz und Parkinson.
Auch der Tiefschlaf könnte eine wichtige Rolle spielen. Mehr Zeit in dieser Schlafphase war ebenfalls mit einem geringeren Risiko für mehrere Erkrankungen verbunden, darunter Typ-2-Diabetes und schwere Depressionen.
Nicht nur die Schlafdauer zählt
Die Ergebnisse zeigen außerdem Zusammenhänge mit der Regelmäßigkeit und Kontinuität des Schlafs. Ein unregelmäßiger Schlafrhythmus und längere Wachphasen nach dem Einschlafen gingen mit einem höheren Risiko für verschiedene Erkrankungen einher. Dazu zählten beispielsweise Angststörungen und Störungen durch Substanzkonsum.
Auch die Gesamtschlafdauer war relevant. Bei vielen Erkrankungen zeigte sich das niedrigste Risiko bei etwa sechs bis acht Stunden Schlaf pro Nacht. Weniger als fünf Stunden waren dagegen mit einem erhöhten Risiko für 37 Erkrankungen verbunden.
Wie wurde der Schlaf untersucht?
Für die Studie analysierten britische Forschende Daten von 95.559 Menschen. Die Teilnehmer trugen sieben Tage und Nächte lang ein Messgerät am Handgelenk, mit dessen Hilfe verschiedene Schlafmerkmale erfasst wurden.
Anschließend verfolgten die Forschenden ihre Gesundheitsdaten über durchschnittlich 8,9 Jahre und untersuchten, welche Schlafmerkmale mit dem späteren Auftreten verschiedener Erkrankungen zusammenhingen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal PLOS Medicine veröffentlicht.
Kann mehr REM-Schlaf vor Krankheiten schützen?
Das lässt sich aus den Ergebnissen nicht ableiten. Die Studie zeigt Zusammenhänge, kann aber nicht beweisen, dass mehr REM- oder Tiefschlaf direkt vor Erkrankungen schützt. Ebenso ist möglich, dass andere Faktoren sowohl die Schlafmuster als auch das Erkrankungsrisiko beeinflussen. Die Ergebnisse liefern daher keinen Grund, einzelne Schlafphasen gezielt verlängern zu wollen.
Sie sprechen vielmehr dafür, guten Schlaf nicht allein an einer bestimmten Zahl von Stunden festzumachen. Neben ausreichend Schlaf könnten auch regelmäßige Schlafzeiten und möglichst wenige längere Wachphasen während der Nacht für die langfristige Gesundheit von Bedeutung sein.