Schlaganfall-Spezialteam landet zum 100. Mal per Helikopter in Erding
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Schlaganfall-Spezialteam landet zum 100. Mal per Helikopter in Erding
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Das Flying Intervention Team aus München-Harlaching flog 2026 bereits 20 Mal ins Klinikum Erding – nach nur 14 Einsätzen im gesamten Vorjahr. Damit hat das Klinikum derzeit die zweithöchste Einsatzrate im Tempis-Netzwerk.
Erding – Bei einem Schlaganfall ist eine schnelle Behandlung entscheidend, um bleibende Schäden möglichst gering zu halten. Eine wichtige Therapie ist die mechanische Thrombektomie: Dabei wird das Blutgerinnsel, das ein Hirngefäß verschließt, mithilfe eines Katheters entfernt. Das Klinikum Landkreis Erding arbeitet dazu mit dem „Flying Intervention Team“ der Klinik München-Harlaching, kurz FIT, zusammen.
Das spezialisierte Team fliegt mit dem Helikopter nach Erding, um den Eingriff vor Ort durchzuführen. Am Klinikum kam das FIT nun zum 100. Mal zum Einsatz, informiert das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Für die Behandlung seien speziell ausgebildete Neuroradiologen erforderlich.
Der sogenannte ischämische Schlaganfall, also die plötzliche Minderdurchblutung des Gehirns, gehört in Deutschland zu den häufigsten Ursachen für bleibende Behinderungen und ist eine der drei häufigsten Todesursachen.
Dieser 100. FIT-Fall war zugleich der 20. im Jahr 2026, was nach den 14 Fällen 2025 eine beträchtliche Zunahme markiert, so das Landratsamt. Damit weise das Klinikum derzeit die zweithöchste Einsatzrate im gesamten Tempis-Netzwerk (Telemedizinisches Projekt zur integrierten Schlaganfallversorgung) auf.
„Von allen Patienten mit einem ischämischen Schlaganfall haben etwa 20 Prozent einen Großgefäßverschluss und kommen damit potenziell für eine mechanische Thrombektomie infrage“, heißt es in der Mitteilung weiter. 2025 wurden am Klinikum 462 Schlaganfallpatienten behandelt, im ersten Halbjahr 2026 waren es rund 230.
Für die Entfernung eines solchen Blutgerinnsels werden die Patienten für gewöhnlich in ein spezialisiertes Zentrum verlegt, was wertvolle Zeit kostet. Das FIT-Konzept kehre dies um: Das Team fliege per Hubschrauber direkt in die Partnerklinik, während dort bereits alle Vorbereitungen für den Eingriff laufen. Diese parallelen statt aufeinanderfolgenden Abläufe verkürzen die Zeit bis zur Behandlung erheblich.
Grundlage dafür ist die seit 2018 bestehende Kooperation des Klinikums Erding mit dem Tempis-Netzwerk der Klinik Harlaching. Als wichtiger Bestandteil der regionalen Notfallversorgung biete das Klinikum somit sämtliche etablierte Akuttherapieformen des Schlaganfalls an.
„Die wohnortnahe Versorgung ist gerade beim Schlaganfall von entscheidender Bedeutung, da jede Minute zählt. Das Jubiläum des 100. FIT-Einsatzes steht für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Rahmen des FIT-Projekts und für das kontinuierliche Engagement aller Beteiligten, die medizinische Versorgung im Landkreis auf hohem Niveau sicherzustellen“, erklärt Landrat Martin Bayerstorfer in der Mitteilung.
Die mehrfach zertifizierte Schlaganfalleinheit des Klinikums Erding besteht aus einem rund 20-köpfigen Team der Fachrichtungen Innere Medizin, Neurologie, Physio- und Ergotherapie, Logopädie, Fachpflege und Sozialdienst.