DAX +0,19 % 26.141,52 Pkt 17:12:13 MDAX +0,80 % 32.077,24 Pkt 17:12:17 Euro Stoxx 50 +0,61 % 6.461,31 Pkt 17:12:15 Dow Jones -0,59 % 53.150,04 Pkt 17:27:17 S&P 500 -0,41 % 7.676,19 Pkt 17:27:13 Nasdaq -0,62 % 26.166,57 Pkt 17:27:12 Nikkei -0,30 % 66.016,36 Pkt 08:45:03 Gold +3,06 % 4.654,40 USD 17:17:07 Silber +1,88 % 69,31 USD 17:17:14 Brent +0,27 % 94,03 USD 17:17:10 WTI -1,30 % 86,69 USD 17:17:16 Bitcoin +6,49 % 77.771,38 USD 17:27:15 EUR/USD +0,03 % 1,16780 USD 17:26:56 EUR/GBP -0,20 % 0,85660 GBP 17:27:17 EUR/CHF +0,53 % 0,93610 CHF 17:27:17 EUR/JPY +0,47 % 185,630 JPY 17:27:17

„Schlägereien an Tankstellen nehmen zu“: Russlands Treibstoffkrise könnte sich im September weiter zuspitzen

Welt

In Russland dürfte sich die anhaltende Treibstoffknappheit infolge ukrainischer Angriffe auf russische Ölraffinerien demnächst weiter zuspitzen. Wie das russische Wirtschaftsmedium „Kommersant“ am Montag unter Berufung auf Branchenquellen berichtete, bereiten sich aktuell gleich mehrere Ölraffinerien auf planmäßige Wartungsarbeiten im September vor. Den Angaben zufolge soll neben der russischen TAIF-NK-Raffinerie in Tatarstan auch die große Naftan-Raffinerie in Nowopolozk im Norden von Belarus von den Instandsetzungsarbeiten betroffen sein. Die Kapazität dieser Anlage soll den Angaben zufolge rund zwölf Millionen Tonnen im Jahr entsprechen. Aktuell kompensiert Belarus zumindest teilweise die sinkende Treibstoffproduktion in Russland und lieferte allein im Juli 212.000 Tonnen Benzin und 162.000 Tonnen Diesel an das Land, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. „Kommersant“ prognostiziert entsprechend, dass es infolge der Wartungsarbeiten „im September zu einer neuen Welle der Treibstoffknappheit kommen“ könne. Hochrangigen Branchenvertretern zufolge stellen die aktuellen Drohnenangriffe der Ukraine auf Russlands Energieanlagen und Infrastruktur „ein zusätzliches Risiko“ dar, das schlichtweg unkalkulierbar sei. Doch die Treibstoffkrise könnte durch einen weiteren Faktor noch weiter verschärft werden. Wie Maxim Dyachenko, ein Experte des Mineralöl-Großhändlers Proleum, dem Wirtschaftsmagazin erklärte, ist die Nachfrage nach Erdölprodukten in den Monaten September und Oktober traditionell am höchsten. Demnach steige in diesem Zeitraum für gewöhnlich die wirtschaftliche Aktivität stark an, was wiederum zu einem eklatanten Anstieg des Verbrauchs aller Kraftstoffarten führe. Russland begrenzte Abgabe von Benzin Wie das ukrainische Medium „Kyiv Post“ am Mittwoch berichtete, sollen mehrere Tankstellenketten in Moskau jüngst weitere Begrenzungen für die Abgabe von Kraftstoff eingeführt haben. Demnach gebe „Gazprom Neft“ infolge der Engpässe aktuell bis zu 40 Liter Kraftstoff pro Fahrzeug ab, „Tatneft“ habe die Obergrenze für Benzin auf 50 Liter und für Diesel auf 60 Liter festgelegt. Am Dienstagabend sei Kraftstoff des Typs AI-95-Benzin nur „schwer zu bekommen“ gewesen. In mindestens zehn Regionen Russlands hätten regionale Energiebehörden die Kraftstoffversorgung neu verhandeln müssen, heißt es weiter – darunter etwa die Gebiete Orenburg, Lipezk, Twer, Krasnodar, Primorsk und Krasnojarsk. Hier seien die Begrenzungen für den Verkauf an Tankstellen entweder verschärft oder nach einer Unterbrechung wieder eingeführt worden, berichtete die „Kyiv Post“. Kilometerlange Warteschlangen vor Russlands Tankstellen Derweil kursieren in den sozialen Medien Videos, die kilometerlange Warteschlangen von Autos zeigen sollen, die vor Tankstellen anstehen. Der ukrainische Blogger und ehemalige Berater des ukrainischen Innenministeriums Anton Gerashchenko postete via X ein Video, das Russen in solchen Warteschlangen zeigen soll, die sich selbst filmten. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht. In einem Videoausschnitt ist eine Frau zu sehen, die nach eigenen Angaben an fünf Tankstellen versucht habe, zu tanken – allerdings habe es in keiner von ihnen Benzin gegeben. Sie berichtete: „Ehrlich gesagt, die Situation ist nicht mehr lustig, man könnte fast weinen. Was muss noch passieren, damit das alles aufhört und wir endlich wieder zu unserem normalen Leben zurückkehren können?“ Sie ergänzte: „Ich hätte nie gedacht, dass wir in unserer angeblich so zivilisierten Gesellschaft mit einem solchen Problem der Knappheit, des absoluten Mangels an Benzin konfrontiert werden würden. Was kommt als Nächstes? Eine Brotknappheit?“ In einem weiteren Videomitschnitt ist ein Mann zu sehen, der nach eigenen Angaben ebenfalls erfolglos versucht habe, an einer Tankstelle zu tanken, weil es aktuell nur noch Diesel gebe. Er resümierte: „2026 – und hier sind wir nun gelandet. Wir werden die Hälfte unseres Lebens damit verbringen, in einer Schlange zu stehen, nur um an Benzin zu kommen.“ Eine andere Frau berichtete: „Wisst ihr, was verrückt ist? Es gibt Benzin. Aber normale Leute dürfen es nicht kaufen. Nur diejenigen mit bestimmten Sonderkarten – das Verteidigungsministerium, die Polizei und so weiter.“ Bereits Mitte Juli gab der Kreml bekannt, dass man aufgrund der Treibstoffknappheit erwäge, die Benzinausgabe künftig zu priorisieren und etwa Lebensmitteltransportunternehmen zu bevorzugen. Berichte über Schlägereien vor russischen Tankstellen Darüber hinaus werden in den sozialen Medien aktuell zahlreiche Videos geteilt, die Schlägereien vor russischen Tankstellen und in den kilometerlangen Warteschlangen zeigen sollen. So postete etwa der ukrainische Militärexperte und Gründer des Nachrichten- und Politikportals Censor.NET, Jurij Butusow, via Telegram einen Videoausschnitt, auf dem zwei Frauen zu sehen sind, die vor einer Zapfsäule einen Mann schlagen. Wo und wann das Video aufgenommen wurde und ob darauf tatsächlich russische Autofahrer zu sehen sind, konnte nicht unabhängig überprüft werden.

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