Schlappe für Trump und Bessent: Renditen für US-Staatsanleihen steigen auf Finanzkrisenniveau
Seit Monaten fallen die Kurse für Staatsanleihen. Damit steigen die Renditen und die Finanzierungskosten hoch verschuldeter Staaten. Das ist ein Problem für alle Regierungen - für den US-Präsidenten und seinen Finanzminister bedeutet ist es zudem eine persönliche Niederlage.
Eines der wichtigsten Barometer der globalen Finanzmärkte, die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen ist auf den höchsten Stand seit der Weltfinanzkrise gestiegen. Die US-Schuldtitel durchbrachen gestern zunächst die Marke von 5,0 Prozent und erreichten zeitweilig eine Rendite von 5,03 Prozent, so hoch wie seit 2007 nicht mehr. Die Rendite entspricht der Verzinsung, die Investoren verlangen, wenn sie eine Anleihe an der Börse kaufen. Wenn der Börsenpreis einer Anleihe sinkt, steigt die Rendite, die der Investor damit erzielen kann.
Anleiherenditen sind ein wichtiges Barometer für die Zinsen, die am Markt verlangt werden, für Staatsschulden aber auch für Unternehmenskredite oder Hypotheken. Der Markt für US-Staatsanleihen ist mit einem Volumen von mehr als 30 Billionen Dollar der mit Abstand größte der Welt. Die zehnjährigen US-Anleihen haben die Funktion eines Referenzzinses nicht nur in den USA, sondern indirekt auch weltweit.
Die Renditen für Staatsanleihen weltweit steigen schon seit Monaten unaufhaltsam. Auch die Schuldtitel aus Deutschland und Japan rentieren jeweils auf langjährigem Höchst- oder sogar Rekordniveau. Dahinter steckt zum einen die steigende Inflation, die zuletzt durch den Iran-Krieg angeheizt wurde. Die Notenbanken reagieren darauf mit höheren Leitzinsen. Deshalb erwarten Anleger auch bei Anleihen eine höhere Verzinsung. Am Finanzmarkt wird mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen, dass auch die US-Notenbank Fed morgen ihre Leitzinsen anheben wird.
Zum anderen haben viele Staaten ihre Neuverschuldung stark erhöht. Dadurch und durch eine Welle von Technologieunternehmen, die mit der Ausgabe von Anleihen gigantische Investitionen in künstliche Intelligenz finanzieren, steigt das Angebot auf dem Anleihemarkt während die Nachfrage aufgrund der steigenden Zinsen eher abnimmt.
Schnell steigende Renditen stellen hoch verschuldete Regierungen vor massive Probleme. Zu Jahresbeginn lagen die Renditen für die zehnjährigen US-Staatsanleihen noch bei rund 4,2 Prozent. Der Anstieg auf über 5,0 Prozent entspricht einer Erhöhung der Zinsbelastung bei der Refinanzierung oder der Aufnahme neuer Schulden von rund 20 Prozent. Gegenüber dem Tiefstand der Zinsen in den 2010er Jahren haben sich die Finanzierungskosten der meisten Staaten vervielfacht.