Schlechte Prognose: Erde steuert laut UN auf 2,8 Grad Erwärmung zu
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Nairobi (Kenia) – Die Erde steuert den Vereinten Nationen zufolge mit der aktuellen weltweiten Klimapolitik bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2,8 Grad Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit zu. Jeder Bruchteil eines Grades über 1,5 Grad erhöhe das Risiko für tödliche Fluten, Hitzewellen und Waldbrände, sagte die Direktorin des UN-Umweltprogramms, Inger Andersen.
Die Weltgemeinschaft wollte die Erderwärmung eigentlich bei 1,5 Grad begrenzen, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden. Doch jetzt verschlechtert sich die Prognose der Vereinten Nationen sogar noch gegenüber dem letzten Jahr – da lag sie bei bis zu 2,5 Grad. Dies liegt dem Bericht zufolge vor allem am Rückzug der USA, die sich unter US-Präsident Donald Trump von ihren vorherigen Klimaschutzplänen vollständig verabschiedet haben.
Prognose insbesondere wegen der USA schlecht
Da die USA der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen nach China sind, spiegelten sich solche politischen Veränderungen direkt in weltweiten Schätzungen wider, erklären die Autoren. Zudem seien Daten zum bisherigen Ausstoß von Treibhausgasen nach oben korrigiert worden.
Selbst im optimistischsten berechneten Szenario, in dem alle Länder ihre Klimapläne einhalten und ihre angestrebten Klimaneutralitätsziele erreichen, würde sich die Erde bis zum Jahr 2100 um 2,1 Grad erwärmen, heißt es weiter. Das liegt weit über den angestrebten 1,5 Grad. Dieses Ziel gilt zwar noch nicht offiziell als gerissen, da dafür die Grenze längerfristig überschritten werden müsste. Doch Experten gehen mittlerweile überwiegend davon aus, dass es nicht gehalten werden kann. Die letzte Hoffnung richtet sich daher nun darauf, das Überschreiten der 1,5-Grad-Marke so kurz wie möglich zu halten. Dafür müssten die klimaschädlichen Emissionen so weit verringert werden, dass die Temperatur wieder absinkt.
Treibhausgasemissionen müssen sinken
„Eine Überschreitung bedeutet keine Kapitulation. Wir können sie immer noch so gering und so kurz wie möglich halten und die Temperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts wieder unter 1,5 Grad senken“, betont UN-Generalsekretär António Guterres anlässlich des Berichts. Dafür müssten die weltweiten Treibhausgasemissionen deutlich sinken: um 18 Prozent bis 2030, um 45 Prozent bis 2035 und um 69 Prozent bis zum Jahr 2040, alles verglichen mit dem Niveau von 2025.
Direktorin Andersen macht trotz der riesigen Herausforderung Mut. Es gebe mittlerweile etliche Erfolgsgeschichten, wie Emissionen schnell verringert werden könnten. Der Bericht verweist darauf, dass seit dem Pariser Klimaabkommen die erneuerbaren Energien etwa dreimal so schnell zugelegt hätten, wie dies damals erwartet worden sei. Im November trifft sich die Weltgemeinschaft im türkischen Antalya, um bei der Weltklimakonferenz darüber zu beraten, wie die Krise in den Griff zu bekommen ist. Nicht mehr mit am Tisch: die USA, die unter Trump erneut aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen sind.