DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,21 % 64.443,67 USD 07:23:55 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Schneller Gewichtsverlust: Studie widerlegt den Jo-Jo-Mythos

Gesundheit

Jahrelang war es der heilige Gral der Diätberatung: Wer abnehmen will, soll es bitte langsam angehen. Kein radikaler Kaloriencut, kein Crashkurs – nur geduldiges, stetiges Minus auf der Waage. Doch was, wenn dieser Rat falsch ist? Eine Studie, die auf einem der wichtigsten Adipositas-Kongresse Europas vorgestellt wurde, beweist, dass ein schneller Gewichtsverlust nichts Negatives sein muss – im Gegenteil! Lesetipp: Studie enthüllt: Wer 2 Tage diese Diät macht, senkt sofort den Cholesterinspiegel Die alte Regel wackelt gewaltig Beim Europäischen Kongress für Adipositas, der Anfang Mai 2026 im türkischen Istanbul stattfand, wurden Ergebnisse präsentiert, die in Fachkreisen für lebhafte Diskussionen sorgten. Eine norwegische Forschungsgruppe hat über ein Jahr lang untersucht, ob es besser ist, schnell oder langsam abzunehmen. Das Ergebnis: Die Gruppe, die von Anfang an konsequent weniger aß, hatte am Ende die Nase vorn – und das nicht nur kurzfristig. Wie war die Studie aufgebaut? An der Untersuchung nahmen 284 Erwachsene mit Adipositas teil. Sie wurden zufällig einer von zwei Gruppen zugeteilt. Die eine Gruppe startete mit einer sehr eingeschränkten Kalorienzufuhr – in den ersten acht Wochen unter 1.000 Kilokalorien täglich –, danach wurde die Menge schrittweise erhöht. Die andere Gruppe reduzierte ihren täglichen Kalorienverbrauch einfach um einen festen Betrag, was im Schnitt auf rund 1.400 Kilokalorien hinauslief. Nach 16 Wochen intensiver Diätphase folgte für alle Teilnehmenden eine gemeinsame Phase zur Stabilisierung des Gewichts, die von regelmäßigen Terminen, Webinaren und Telefonaten begleitet wurde. Die Zahlen sprechen für sich: Nach vier Monaten hatte die „schnelle Gruppe“ im Durchschnitt knapp 13 Prozent ihres Ausgangsgewichts verloren. Bei der langsamen Gruppe waren es etwa 8 Prozent. Noch interessanter: Ein Jahr nach Beginn der Studie hatte sich der Vorsprung sogar noch leicht vergrößert: Rund 14,4 Prozent Gewichtsverlust in der schnellen Gruppe gegenüber 10,5 Prozent in der langsamen Gruppe. Das ist kein marginaler Unterschied. Für die Gesundheit macht das oft einen echten Unterschied, beispielsweise beim Risiko für Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und was ist mit dem Jo-Jo-Effekt? Genau hier liegt der Knackpunkt – und die eigentliche Überraschung. Lange Zeit galt schnelles Abnehmen als Einbahnstraße zurück zur Ausgangswaage. Die neue Studie zeigt jedoch, dass sich diese Befürchtung nicht bestätigt hat. Studienhauptautorin Dr. Line Kristin Johnson vom Vestfold Hospital Trust bringt es auf den Punkt: „Unsere Ergebnisse stellen die gängige Überzeugung, dass eine langsame und stetige Gewichtsabnahme notwendig ist, um eine erneute Gewichtszunahme zu verhindern und Komplikationen im Zusammenhang mit Fettleibigkeit zu reduzieren, klar infrage.“ Außerdem beobachteten die Forschenden, dass ein größerer Anfangserfolg den Menschen offenbar zusätzliche Motivation gab, ihr Gewicht auch langfristig zu halten – ein psychologischer Effekt, der in der Diskussion oft unterschätzt wird. Auch externe Fachleute sind beeindruckt Von den Ergebnissen ist nicht nur das Studienteam selbst überzeugt. Dr. Marie Spreckley, Forschungsprogramm-Managerin an der University of Cambridge, betonte: „Dies ist eine bedeutsame Studie, da sie die langjährige Annahme infrage stellt, dass ein schrittweiser Gewichtsverlust langfristig bessere Ergebnisse erzielt.“ Gut strukturierte und begleitete schnelle Abnehmstrategien sollten „nicht automatisch als weniger nachhaltig gelten als eine allmähliche Gewichtsabnahme”, so Spreckley. Auch spannend: Studie enthüllt: Rotwein am Abend beschleunigt das Abnehmen Warum galt schnelles Abnehmen so lange als schlecht? Die bisherige Skepsis war nicht aus der Luft gegriffen, stützte sich jedoch vor allem auf ältere Studien mit methodischen Schwächen. Die norwegische Untersuchung setzt hier auf ein robusteres Design: Sie ist randomisiert, es gibt eine engmaschige Betreuung und eine Langzeitbeobachtung über zwölf Monate. Wichtig zu wissen: Das Programm lief unter professioneller Aufsicht. Du magst unsere Themen? Dann lies uns auch bei Google News. Was bedeutet das für dich? Keine Panik, niemand muss jetzt von heute auf morgen eine Crashdiät starten. Die Studie zeigt jedoch, dass ein ambitionierterer Einstieg ins Abnehmen durchaus sinnvoll sein kann – vorausgesetzt, man hat dabei Unterstützung und bleibt auch in der Erhaltungsphase am Ball.

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