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Schröders Aufsichtsratsposten in Russland: Altkanzler vermeidet offenbar internationale Sanktionen bei seinen Bezügen

Nation

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) steht wegen seiner Verbindungen zur russischen Wirtschaft und zu Präsident Wladimir Putin zunehmend in der Kritik. Nach seinem Besuch bei Putins Geburtstag steht auch seine Aufsichtsratstätigkeit bei der russischen Supermarktkette Hyperglobus im Fokus. Der 82-Jährige soll das Unternehmen, das zuvor zur deutschen Globus-Gruppe gehörte, strategisch beraten.

Bei der Vergütung seines Aufsichtsratsmandats vermeidet Schröder offenbar internationale Russlandsanktionen. Das berichtet das Magazin „Der Spiegel“.

So erhalte der 82-Jährige keine direkten Zahlungen der russischen Handelskette. Schröder vereinbarte stattdessen einen „Beratervertrag“ mit der TMB Holding im saarländischen St. Wendel, die von Geschäftsführern des Familienunternehmens Globus kontrolliert wird, schreibt „Der Spiegel“.

„Der Vorgang ist juristisch geprüft worden“

Zur TMB Holding gehört seit 2025 die Hyperglobus-Handelskette in Russland mit 23 Filialen. „Der Vorgang ist juristisch hinsichtlich möglicher sanktionsrechtlicher Auswirkungen geprüft worden“, sagte eine mit dem Vorgehen vertraute Person dem Magazin. Die Russlandsanktionen der EU und der USA seien somit nicht verletzt worden.

Die TMB Holding bestätigt auf Spiegel-Anfrage, dass sie einen Beratervertrag mit Schröder geschlossen habe, äußert sich aber nicht zu seinem Aufsichtsratsmandat. Der Ex-Kanzler selbst ließ eine Anfrage zu den Sanktionen unbeantwortet.

Globus ist eines der wenigen westlichen Unternehmen, die in Russland blieben, nachdem Moskau seine Offensive gegen die Ukraine startete. Die russische Marke Hyperglobus trennte sich 2025 von der deutschen Globus Holding GmbH, um eine eigenständige Einheit zu werden, doch die Geschäfte in Russland verwenden weiterhin die Marke Globus. „RBK“ zufolge zählte Globus Ende 2025 insgesamt 22 Supermärkte in acht russischen Regionen.

Moskau hatte zuletzt die Russland-Geschäfte mehrerer westlicher Konzerne unter russische Verwaltung gestellt, die aus Ländern stammen, die die Ukraine unterstützen. Ende September stellten die russischen Behörden das Russland-Geschäft des deutschen Handelskonzerns Metro unter ihre Verwaltung. (Tsp mit AFP)

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