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Schüle Druckguss Insolvenz Eigenverwaltung in Schwäbisch Gmünd

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Schüle Druckguss in Gmünd: Automobilzulieferer stellt Insolvenzantrag

Von: Alexander Haag

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Erneut steckt eine Traditionsfirma in der Krise: Die Löhne der 152 Beschäftigten sind für drei Monate abgesichert. Geschäftsführer Michael Eidecker äußert sich zur Situation.

Schwäbisch Gmünd. Der nächste Automobilzulieferer steckt in einer tiefen Krise: Die Julius Schüle Druckguss GmbH mit Sitz in Schwäbisch Gmünd hat beim Amtsgericht Aalen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am deutschen Standort sind bis einschließlich November 2026 durch das Insolvenzgeld gesichert. Das bestätigt Rechtsanwalt Martin Mucha, der für die Dauer des Verfahrens als Generalbevollmächtigter in das Unternehmen eingetreten ist.

Schüle-Geschäftsführer äußert sich

„Ich bedauere, dass wir den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung stellen mussten“, sagt Geschäftsführer Michael Eidecker von der Julius Schüle Druckguss GmbH. Und fügt hinzu: „Ich bin aber auch zuversichtlich, dass wir im Rahmen dieses Verfahrens die bereits begonnene Restrukturierung konsequent fortführen und zu einem erfolgreichen Abschluss bringen können. So wollen wir unser Unternehmen für die kommenden Jahre wettbewerbsfähig aufstellen“, erklärt Michael Eidecker.

Suche nach einem Investor

Rechtsanwalt Martin Mucha sagt, dass „wir den Betrieb der Julius Schüle Druckguss GmbH zunächst auf die Eigenverwaltung ausrichten werden“. Das Unternehmen sei personell und technisch sehr gut aufgestellt, agiere jedoch derzeit in sehr schwierigen Märkten. „Um das Verfahren erfolgreich zu gestalten, benötigen wir die Unterstützung aller Beteiligten. Im Rahmen des eingeleiteten Verfahrens werden wir zeitnah die Suche nach einem geeigneten Investor aufnehmen“, sagt der Rechtsanwalt von der Kanzlei Grub Brugger in Stuttgart. Martin Mucha unterstützt die Geschäftsführung von Schüle unter anderem gemeinsam mit seinen Partnerkollegen Dr. Hans Konrad Schenk und Markus Berger bei der Restrukturierung.

Schüle Druckguss: 680 Mitarbeiter, davon 152 am Stammsitz Schwäbisch Gmünd

Die Julius Schüle Druckguss GmbH wurde im Jahr 1951 gegründet und ist ein familiengeführtes Unternehmen, das auf Aluminiumdruckguss spezialisiert ist.

Das Unternehmen entwickelt und fertigt Druckgussteile insbesondere für die Automobilzulieferindustrie, beliefert aber auch andere Hersteller.

Zur Unternehmensgruppe gehören die Tochtergesellschaften Schüle Slovakia im slowakischen Poprad (seit 1999) und Schüle Polska im polnischen Świebodzice (seit 2016).

Beide Gesellschaften fungieren als verlängerte Werkbank für die Kundenbelieferung der deutschen Gesellschaft. An den drei Standorten beschäftigt die Gruppe rund 680 Mitarbeitende, davon 152 am Stammsitz in Schwäbisch Gmünd. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 110,9 Millionen Euro.

Die wirtschaftlich angespannte Lage hat sich bereits vor dem Insolvenzantrag gezeigt. Laut der Datenplattform North Data verzeichnete die Julius Schüle Druckguss GmbH bereits im Jahr 2023 einen Verlust von 4,8 Millionen Euro. Im Jahr 2024 verdoppelte sich das Minus auf 9,6 Millionen Euro.

Ausland nicht betroffen

Der Insolvenzantrag betrifft ausschließlich die deutsche Julius Schüle Druckguss GmbH. Die ausländischen Tochtergesellschaften in Polen und der Slowakei und auch die Holding Julius Schüle GmbH haben keinen Insolvenzantrag gestellt und sind von dem Verfahren nicht betroffen. Der Geschäftsbetrieb der deutschen Gesellschaft soll uneingeschränkt fortgeführt werden.

Wettbewerbsdruck und Billiganbieter

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Gesellschaft resultieren laut Rechtsanwalt Martin Mucha insbesondere „aus dem zunehmenden Wettbewerbsdruck durch Anbieter aus Niedriglohnländern, bestehenden Überkapazitäten am Markt sowie rückläufigen Mengen und Margen, vor allem im Bereich Automotive“. Zusätzlich hätten die verschlechterten geopolitischen Rahmenbedingungen die wirtschaftliche Lage belastet. Ziel des Schutzschirmverfahrens sei es, die Gesellschaft nachhaltig zu restrukturieren und zu sanieren.

Schon die zweite Krise

Bereits 2024 traf die Krise Schüle Druckguss. Damals standen am Stammsitz in Schwäbisch Gmünd 42 Arbeitsplätze auf der Kippe. Als Grund nannte das Unternehmen schon zu dieser Zeit die schlechte Auftragslage – vor allem aus der Autoindustrie.

Sanierung selbst gesteuert

„Die Eigenverwaltung bietet Unternehmen einen rechtlichen Rahmen, um sich bei laufendem Geschäftsbetrieb in enger Abstimmung mit den Gläubigern neu aufzustellen. Im Unterschied zu einem regulären Insolvenzverfahren bleibt dabei die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung, die die Sanierung selbst steuert“, erklärt das Unternehmen.

Das Insolvenzrecht erlaube dies in Fällen, in denen Unternehmen bei wirtschaftlichen Problemen frühzeitig selbst tätig werden und genügend Handlungsspielraum für eine Lösung besteht. „Beides ist bei der Julius Schüle Druckguss GmbH der Fall“, sagt Martin Mucha.

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