Schülerproteste in Frankreich: Erneut protestieren Zehntausende in Frankreich für bessere Bildung
In Frankreich sind erneut Zehntausende für bessere Lernbedingungen an Schulen auf die Straße gegangen. Laut dem Innenministerium beteiligten sich 71.500 Menschen an Demonstrationen. Alleine in Paris waren es demnach 24.500. An Protest- und Blockadeaktionen direkt an Schulen beteiligten sich landesweit 55.000 Menschen.
Zumeist seien die Demonstrationszüge sowie die Blockaden friedlich verlaufen. Dennoch kam es im Zuge von Protestaktionen zu 504 Festnahmen. Zudem wurden fast 50 Polizisten verletzt.
Bereits seit knapp zwei Wochen demonstrieren Schüler in Frankreich für eine bessere Ausstattung der Gymnasien, mehr Vertretungslehrer und Investitionen in das Bildungswesen. Dem Protest haben sich inzwischen auch Studierende angeschlossen.
Bisher ist die Regierung nicht mit konkreten Zusagen auf die Schüler eingegangen. Für die kommenden Tage wurden weitere Proteste angekündigt. Aufgrund der Einsätze gegen die zumeist minderjährigen Demonstrierenden steht die Polizei zunehmend in der Kritik. Gegen mehrere Beamte wird wegen mutmaßlicher Polizeigewalt ermittelt.
Innenministerium spricht von Ausschreitungen
Das Innenministerium berichtete über zunehmende Ausschreitungen am Rande der friedlichen Demonstrationen. Betroffen seien insbesondere das Lehrpersonal und Schulen. So wurde in der Nacht in einem Gymnasium in Poitiers Feuer gelegt, das auf das Auto einer Lehrerin übergriff. In Saint-Étienne drangen am Morgen mehrere Personen in das Gymnasium ein und verwüsteten die Kantine. In Toulouse wurde ein Schulleiter von einem erwachsenen Demonstranten geschlagen und in Saint-Chamond erlitt der stellvertretende Schulleiter Verbrennungen im Gesicht durch einen Feuerwerkskörper.
Zudem sei es zu zahlreichen Angriffen auf die Ordnungskräfte und Polizeiwachen gekommen, teilte das Innenministerium mit. In Straßburg wurde demnach ein Polizeiauto in Brand gesetzt, am Polizeipräsidium von La Rochelle kam es zu Sachbeschädigungen und auf eine Polizeiwache in Bordeaux wurde ein Brandanschlag verübt.
Einsatz von Vertretungslehrern angekündigt
Premierminister Sébastien Lecornu hat als Reaktion auf die anhaltenden Proteste den kurzfristigen Einsatz von mehr als 3.000 Vertretungslehrern angekündigt. Ein Aktionsplan von Bildungsminister Édouard Geffray sehe die Verwendung der zusätzlichen Lehrer an den 114 Gymnasien vor, an denen der Lehrermangel am drängendsten sei, sagte Lecornu. Zudem stellte er zusätzliches Geld in Aussicht. Die Regierung werde Änderungsanträge zum Haushalt 2027 einbringen, um bestimmte Vorschläge in konkrete Maßnahmen umzusetzen, insbesondere im Bereich der Vertretungslehrer.