DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin -0,04 % 64.285,40 USD 08:14:37 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Schwarze Ringelnatter und Wildkatze feiern Deutschland-Comeback - wegen des Klimawandels

Wissenschaft

Viele Tierarten haben durch den Klimawandel mehr und mehr zu kämpfen. Gleichzeitig gibt es wärmeliebende Arten, deren Population durch die höheren Temperaturen stabil bleibt oder sogar zunimmt. Etwa der Weißstorch. 20 Prozent mehr Weißstörche – weil er nicht mehr nach Afrika muss Der Weißstorch profitiert stark vom Klimawandel, da mildere Winter und kürzere Zugwege es ihm ermöglichen, häufiger in Südwesteuropa zu überwintern statt in Afrika. Das führt zu früherem Rückkehren, mehr Brutversuchen und einer höheren Überlebensrate. In Deutschland leben derzeit laut der Naturschutzorganisation Nabu etwa 12.000 Brutpaare. 1988 waren es nur rund 3000. Was für den Weißstorch viel Gutes mit sich bringt, belastet lokale Amphibien und Kleinsäuger, weil die Störche mehr Nahrung verbrauchen. Ob der Weißstorch sich langfristig bei uns wohlfühlt, hängt auch davon ab, wie sich sein Nahrungsangebot in den nächsten Jahren entwickelt. So könnten verstärkte Trockenperioden dazu führen, dass Nahrungsquellen wie Frösche wegfallen. Eine Überpopulation des Weißstorchs ist unwahrscheinlich, da die wichtigsten Lebensräume des Weißstorches feuchte Wiesen, Moore und sumpfige Flächen sind. Genau diese Flächen verschwinden seit Jahrzehnten jedoch durch eine intensivere Landwirtschaft, Bebauung und klimawandelbedingte Trockenperioden. ANZEIGE ANZEIGE Libellenarten zieht es nach Norden Rund 80 Arten von Libellen leben in Deutschland. Und der Klimawandel beschert uns immer mehr – vor allem Libellen, die früher im Mittelmeerraum oder sogar in Afrika beheimatet waren und sich nun nach Norden ausbreiten. Die mit Abstand prominenteste und am klarsten mit dem Klimawandel in Verbindung gebrachte Art ist die Wanderlibelle. Zu etablierten Arten, die es schon länger in Deutschland gibt, aber deren Population durch den Klimawandel zunimmt, gehört etwa die Feuerlibelle. Libellen sind Räuber und halten Schädlinge im Zaum – ihre Ausbreitung kann also durchaus Vorteile für das natürliche Artengleichgewicht haben. Allerdings geht es anderen Arten wie der Moorlibelle zunehmend weniger gut, da Torfmoose und feuchte Ufer zunehmend bedroht sind – ihr natürlicher Lebensraum. In Deutschlands Wäldern verbreitet sich die Wildkatze Die Europäische Wildkatze ist eine Unterart der Wildkatze. Sie sieht der Hauskatze sehr ähnlich, ist aber robuster gebaut, hat einen buschigeren Schwanz und ein dichteres Fell. In Deutschland breitet sie sich langsam wieder aus – aufgrund von Schutzaktionen, aber auch aufgrund des Klimawandels. Die Wildkatze meidet Regionen mit langer, tiefer Schneedecke, weil sie dort schlecht jagen kann und der Energieverbrauch steigt. Mit weniger strengen Wintern und kürzerer Schneedauer kann sie energiesparender überwintern, früher und länger jagen, sich leichter ausbreiten. Das gilt besonders für höhere Lagen, die früher zu schneereich waren. In Thüringen beobachtet man bereits eine starke Rückeroberung von wenigen hundert auf geschätzte 600 Tiere in den letzten 20 Jahren. Milder werdende Winter könnten diesen Trend unterstützen, solange geeignete Waldstrukturen vorhanden sind, auf die die Wildkatze angewiesen ist. Mehr Rehe – weniger Bäume Das Reh profitiert von milderen Wintern und längeren Vegetationsphasen, die mehr Nahrung bieten und die Überlebensrate von Kitzen steigern. Basierend auf aktuellen Schätzungen der Deutschen Wildtier Stiftung liegt der Bestand an Rehen in Deutschland bei etwa 2,5 Millionen Tieren. Lokale Beispiele zeigen demnach Populationsanstiege von 10 auf mehr als 40 Individuen pro 100 Hektar. Gut fürs Reh, weniger gut für junge Bäume, auf die es die Rehe abgesehen haben. Das behindert die Waldaufforstung und benachteiligt andere Pflanzenfresser wie Hirsche. In manchen Regionen droht eine Überpopulation, was intensivere Jagd erfordert. Schwarze Ringelnatter breitet sich aus Eine Art, die besonders auffällig von den steigenden Temperaturen profitiert, ist die Ringelnatter. Diese harmlose Schlange, die in Deutschland weit verbreitet ist, nutzt die wärmeren Sommer, um sich auszubreiten und zu vermehren. Wärmere Sommer beschleunigen die Entwicklung der Eier, die die Weibchen in der Regel im Juni oder Juli ablegen. Dadurch schlüpfen die Jungtiere früher und haben bessere Überlebenschancen. Besonders interessant ist die Zunahme schwarzer Varianten der Ringelnatter. Diese absorbieren Sonnenstrahlen effizienter und können sich schneller aufheizen. Experten beobachten, dass diese schwarze Variante sich in Regionen wie Nordrhein-Westfalen vermehrt ausbreitet, was direkt mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht wird. Die meisten Tiere profitieren nicht Wichtig allerdings: Die wenigsten Tiere sind ausschließlich Profiteure des Klimawandels. Vor allem Dürreperioden können bei Reh, Weißstorch und Co. auch einen gegenteiligen Effekt haben, das Nahrungsangebot schmälern und die Population wieder senken. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Temperaturen in den nächsten Jahren entwickeln – und welchen Einfluss das auf unsere heimischen Tiere hat.

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