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Schweden warnt Putin: Angriff aus Russland "muss teuer werden"

Welt

Moskau in Reichweite

Schweden droht Russland: "Ein Angriff muss teuer werden"

Von t-online, tos

Aktualisiert am 01.10.2026 - 14:12 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Nato-Staaten nehmen die Bedrohung durch Russland zunehmend ernst. Schweden kündigt nun eine neue Luftwaffenstrategie an.

Schweden will im Fall eines russischen Angriffs nicht mehr ausschließlich defensiv reagieren. Die schwedische Luftwaffe bereite sich darauf vor, im Ernstfall auch Ziele tief hinter russischen Linien anzugreifen. Das sagte Oberst Carl Bergqvist, Leiter des schwedischen Zentrums für Luftkriegsführung, der Zeitung "Aftonbladet".

"Ein Angriff muss teuer werden", sagte Bergqvist dem Blatt. Bei der neuen Luftwaffenstrategie gehe es nicht um Präventivschläge, sondern um Abschreckung. Ein möglicher Aggressor müsse wissen, dass ein Krieg nicht auf schwedischem Territorium begrenzt bleiben würde.

Die neue Strategie markiert eine deutliche Verschiebung in der schwedischen Verteidigungsplanung. Schweden hatte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine seine sicherheitspolitische Lage neu bewertet und trat 2024 der Nato bei. Damit endete eine mehr als 200 Jahre lange Tradition militärischer Bündnisfreiheit. Zusammen mit Finnland, Norwegen und den baltischen Staaten ist Schweden nun Teil der Verteidigungsstruktur an der Nordflanke des Bündnisses.

Taurus soll in schwedische Kampfjets integriert werden

Ein zentraler Bestandteil der neuen Strategie ist laut den Berichten die mögliche Integration von Marschflugkörpern des Typs Taurus in die schwedischen Kampfflugzeuge JAS 39 Gripen. Diese Waffen haben eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern und sind dafür ausgelegt, auch stark geschützte Ziele zu treffen. Dazu zählen etwa Bunker, Kommandozentralen oder andere befestigte militärische Anlagen.

Die schwedischen Streitkräfte wollen demnach zudem Systeme mit noch größerer Reichweite beschaffen. In Unterlagen an die Regierung sei von Marschflugkörpern und ballistischen Raketen die Rede, die Ziele in bis zu 2.000 Kilometern Entfernung erreichen könnten. Zum Vergleich: Die Entfernung zwischen Stockholm und Moskau beträgt ungefähr 1.200 Kilometer.

Als wichtigen Grund für die Neuausrichtung nennt Bergqvist die Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine. Dort habe sich gezeigt, wie entscheidend es sei, dem Gegner keine Luftüberlegenheit zu ermöglichen. Tiefe Schläge gegen Logistik, Hauptquartiere und Luftwaffenstützpunkte könnten eine gegnerische Operation bereits in einer frühen Phase stören oder verlangsamen.

Schweden warnt vor veränderter Bedrohungslage

Neben Langstreckenangriffen setzt Schweden weiter auf ein Konzept, das bereits länger zur Verteidigungsplanung des Landes gehört: die schnelle Verlegung und Verteilung von Kampfflugzeugen. Gripen-Jets sollen im Krisenfall nicht nur von großen Militärflugplätzen aus operieren, sondern auch von vorbereiteten Straßenabschnitten und Autobahnen starten und landen können. Dadurch soll es für einen Gegner schwieriger werden, die schwedische Luftwaffe mit einem ersten Schlag auszuschalten.

Ergänzt werden soll die Strategie durch eine stärkere Luftverteidigung, bessere Fähigkeiten zur Abwehr von Drohnen und den Ausbau der Aufklärung. Dazu gehören nach den Plänen auch unbemannte Systeme und Satelliten.

Schwedische Sicherheitsbehörden hatten zuletzt wiederholt vor einer veränderten Bedrohungslage in Nordeuropa gewarnt. Nach Einschätzung des schwedischen Nachrichtendienstes könnte Russland in den kommenden Jahren zu begrenzten militärischen Operationen in der Region fähig sein. Schwedens geografische Lage an der Ostsee gilt dabei zugleich als Risiko und als strategischer Vorteil: Das Land kann schneller auf Entwicklungen im Baltikum reagieren, müsste im Konfliktfall aber auch mit direkten Bedrohungen rechnen.

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