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Schweinepreise fallen schon wieder - und reißen Schweinehalter tiefer ins Minus

Wirtschaft

Der Schweinepreis fällt heute (14.10.) erneut. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) senkt die Preisempfehlung um 5 Cent/kg Schlachtgewicht (SG). Damit liegt der Vereinigungspreis für Schlachtschweine nur noch bei 1,40 Euro/kg – und ist zurück auf dem bisherigen Jahrestief (s. Grafik). Vor 2026 war dieses niedrige Preisniveau zuletzt im Februar 2022 erreicht worden.

Die VEZG beschreibt die Marktlage so: „Vor dem Hintergrund eines insgesamt umfangreichen und teilweise bedarfsüberschreitenden Angebotes stehen die Schweinepreise unter Druck und werden erneut zurückgesetzt.“ Schon vor der Notierung wurde berichtet, dass einzelne Schlachtunternehmen Druck auf die Preise ausübten.

Bei den Schlachtsauen bleibt der Preis unverändert. Das Angebot reiche weiter gut aus, um die Nachfrage der Schlachtunternehmen zu bedienen, so die VEZG.

Für die Schweinehalter verschärft die erneute Preissenkung die ohnehin dramatische wirtschaftliche Lage. Wie groß die Lücke zwischen Erlösen und Kosten bereits vor dem jüngsten Abschlag war, zeigt das Schweineradar des Landvolks Niedersachsen:

In Kalenderwoche 41 wäre für Mäster eine Schlachtnotierung von 1,63 Euro/kg SG nötig gewesen, um die Kosten zu decken. Im geschlossenen System lag die notwendige Notierung demnach bei 1,87 Euro/kg SG.

Für die Schweinemast wies die Kalkulation bereits einen Verlust von 17,65 Euro je Tier aus.

Mit der heutigen Senkung auf 1,40 Euro/kg SG wächst der Abstand zu der für die Vorwoche errechneten kostendeckenden Notierung weiter.

Am Schweinemarkt trifft das saisonal wachsende Lebendangebot auf eine schwache Fleischnachfrage, berichten Marktbeobachter.

Zum Angebotsdruck trugen auch steigende Schlachtgewichte bei, berichtet etwa die Landwirtschaftskammer in Schleswig-Holstein. Die Schlachtbetriebe arbeiten demnach mit hoher Auslastung. Dennoch waren zuletzt nicht alle angebotenen Schweine unterzubringen. Die Ferien hätten die Fleischnachfrage zusätzlich gedämpft. Für eine Stabilisierung müssten sich die Angebotsmengen reduzieren, so die Kammer.

Die großen Schlachtunternehmen forderten zuletzt erneut niedrigere Einkaufspreise. Am Fleischmarkt bleibe die Situation weiter schwierig, so die Schlachter, der Fleischabsatz stocke. „Auf der Fleischseite fehlen weiterhin die notwendigen Impulse, um die steigenden Schlachtmengen marktgerecht abzusetzen“, erklärte Dr. Robert Elmerhaus, Leiter Lebendvieheinkauf, im Tönnies Agrarblog. Das vergleichsweise kühle und regnerische Wetter dämpfe die Nachfrage zusätzlich und erschwere die Vermarktung. Ob abgesenkte Einkaufspreise den Absatz beleben, ist Marktkennern zufolge jedoch fraglich.

Zugleich verweist Elmerhaus auf den anhaltenden Wettbewerbsdruck innerhalb Europas.

Der Angebotsdruck innerhalb der EU kommt erschwerend hinzu. Nach Einschätzung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) nimmt das Angebot schlachtreifer Schweine auch auf europäischer Ebene saisonal zu.

Nach dem Ende der Sommerhitze wachsen die Tiere wieder schneller. Dadurch erreichen mehr Schweine die Schlachtreife, zugleich steigen die Schlachtgewichte. Die Fleischnachfrage hält damit nicht Schritt.

Der europäische Markt ist laut ISN weiterhin gut versorgt. Besonders knochenhaltige Teilstücke und Vorderviertel stehen unter Preisdruck.

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