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Schweinepreise stürzen um 15 Cent ab - Eine Katastrophe für Schweinehalter

Wirtschaft

Auf dem Schlachtschweinemarkt erhöht sich das Angebot und der Preisdruck der Schlachtunternehmen. Ein deutlich zurückgesetzter Preis kann nicht verhindert werden, beschreibt die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften die Marktlage. Auch am Markt für Schlachtsauen bedingt die unausgeglichene Lage und der Druck der Schlachtunternehmen einen deutlichen Preisrückgang.

Auch die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) hatte bereits festgestellt: Am europäischen Schlachtschweinemarkt trübt sich das Stimmungsbild in der laufenden Schlachtwoche zunehmend ein. Allerdings war der heftige Preisrutsch am heutigen Mittwoch nicht unbedingt zu erwarten.

Heute meldet die VEZG einen Schweinepreis von 1,45 Euro je kg SG. Das sind 15 Cent weniger als zur letzten Notierung. Die Spanne liegt zwischen 1,45 Euro und 1,60 Euro. Das Schlachtgewicht wird mit 98 kg angegeben und damit 0,1 kg höher als in der Vorwoche. Die Zahl der zur Schlachtung angemeldeten Schweine lag bei 272.400 Stück und knapp 6 % höher als in der Vorwoche mit 257.300 Stück.

Bereits im August hatte der Schweinemäster Jürgen Dierauff (BBV Kreisobmann im Landkreis Neustadt a.d. Aisch) dem frankenfernsehen.tv gesagt: „Ein Mastschwein kostet im Moment 150 bis 160 Euro. Eigentlich bräuchten wir 50 Euro mehr, damit wir die Kosten der Kette – vom Ferkel über den Erzeuger bis zum Mäster – decken und auch noch einen Unternehmergewinn erwirtschaften können.“

Die ISN hatte die Ursache für den Preisdruck bereits genannt: In Deutschland nehmen die Schlachtungen parallel zum steigenden Angebot sukzessive zu und lagen in der vorletzten Woche bei rund 745.000 Schweinen, während sich die Nachfrage nach Schweinefleisch dagegen überwiegend verhalten entwickelt. In den kommenden Wochen erwarten Marktteilnehmer eine weitere Zunahme des Angebots.

Der Fleischmarkt bewegt sich dagegen erwartungsgemäß in einem weiter schwierigen Umfeld, das von einem zunehmenden innereuropäischen Konkurrenzdruck geprägt ist. Eine ausgeprägte Marktentlastung ist nicht erkennbar und das aktuelle Gleichgewicht am Markt wird dem Vernehmen nach fragiler.

Ähnlich hat bereits Robert Elmerhaus vom Tönnis Agrarblog den Markt eingeschätzt: Die bundesweiten Schlachtmengen stiegen in der vergangenen Woche auf 745.160 Schweine und lagen damit erneut über dem Niveau der Vorwochen. Gleichzeitig erhöhte sich das durchschnittliche Schlachtgewicht um rund 300 Gramm auf 99,4 kg. Das anhaltend wachsende Lebendangebot ist mittlerweile deutlich spürbar und erhöht den Druck auf den Markt. Die zunehmende Verfügbarkeit von Schlachtschweinen stellt die Fleischvermarktung vor wachsende Herausforderungen.

Auf der Absatzseite hat sich die Situation nach Einschätzung von Elmerhaus zuletzt zudem weiter verschlechtert: "Es steht ausreichend Ware zur Verfügung, während der Wettbewerb innerhalb Europas weiter an Intensität gewinnt. Insbesondere in Nord- und Osteuropa hat sich die Nachfrage ebenfalls deutlich abgeschwächt, was bereits zu rückläufigen Schweinepreisen in mehreren Ländern geführt hat", lautet die Einschätzung.

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