DAX +0,96 % 25.655,66 Pkt 13:20:22 MDAX +0,68 % 30.494,16 Pkt 13:20:21 Euro Stoxx 50 -0,01 % 6.163,79 Pkt 13:20:15 Dow Jones +0,31 % 52.377,57 Pkt 21:48:23 S&P 500 +1,30 % 7.722,60 Pkt 21:48:15 Nasdaq +2,01 % 26.477,81 Pkt 22:15:59 Nikkei +1,08 % 63.954,19 Pkt 07:45:03 Gold -0,06 % 4.072,10 USD 13:25:09 Silber -0,24 % 54,16 USD 13:25:21 Brent -2,34 % 111,21 USD 13:25:15 WTI +1,88 % 101,78 USD 13:25:22 Bitcoin -0,24 % 80.610,08 USD 13:35:16 EUR/USD -0,33 % 1,11370 USD 13:34:42 EUR/GBP +0,05 % 0,83770 GBP 13:35:21 EUR/CHF -0,11 % 0,92380 CHF 13:35:21 EUR/JPY -0,11 % 175,821 JPY 13:35:22

Schwere Ausschreitungen: Was die Krawalle in Frankreich mit Ihrem Geld zu tun haben

Wirtschaft

TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Schwere Krawalle, Plünderungen, zahlreiche Festnahmen: In Frankreich ist ein Protest gegen die hohen Lebenshaltungskosten eskaliert. Am Samstag gingen landesweit mindestens 550.000 Menschen auf die Straße. Mehr als 1800 Menschen wurden festgenommen. Demonstranten griffen Polizisten an, plünderten Geschäfte, zündeten Barrikaden, sogar Gebäude an. Aufgerufen wurde über soziale Medien – gegen hohe Spritpreise, niedrige Löhne und soziale Ungerechtigkeit. Auch Schüler und Studenten gingen auf die Straße.

Die Unruhen treffen ein Land, das ohnehin schon unter enormem Druck steht: Präsident Emmanuel Macron muss 2027 aus dem Amt scheiden, die Staatsfinanzen sind schwer angeschlagen, die politische Unsicherheit wächst. Droht Frankreich der finanzielle Absturz? Wird die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone zum neuen Griechenland? Und könnte die Krise unser aller Geld gefährden – bis hin zu einer neuen Euro-Krise?

Die Sorgen sind jedenfalls nicht unberechtigt. Zehnjährige französische Staatsanleihen bringen aktuell fast 5 Prozent Zinsen , Bundesanleihen rund 3,5 Prozent – der höchste Stand seit 2009. Der Zins-Abstand der Länder ist so groß wie seit der Euro -Krise 2012 nicht mehr. Sogar im lange gebeutelten Italien bekommen Anleger aktuell weniger Zinsen auf Staatsanleihen als in Frankreich . So weit wie 2012 ist es bisher nicht, aber die Warnzeichen mehren sich.

Frankreich hat seit 1974 keinen ausgeglichenen Staatshaushalt mehr vorgelegt. Die Schuldenquote liegt bei fast 119 Prozent der Wirtschaftsleistung, das Haushaltsdefizit bei über 5 Prozent. In Paris fehlt die politische Einigung auf Sparmaßnahmen. Dabei sollten die Maastricht-Kriterien der EU genau das verhindern: maximal 3 Prozent Defizit, maximal 60 Prozent Schuldenquote. Frankreich reißt beide Marken, ohne spürbare Konsequenzen. Das zeigt eine alte Schwäche der Eurozone: eine gemeinsame Währung, aber keine gemeinsame Haushaltsdisziplin.

Auf den ersten Blick klingt das verlockend für Rendite-Jäger: höhere Zinsen, mehr Ertrag. Doch der Schein trügt. Steigen die Zinsen, fallen die Kurse bereits laufender, niedriger verzinster Anleihen. Wer sie vor Fälligkeit verkaufen muss, macht Verluste. Und der hohe Zins ist zugleich ein Warnsignal: Die Märkte trauen dem Schuldner weniger zu. Verliert ein Staat das Vertrauen der Anleger, wird jede neue Anleihe teurer, die Zinszahlungen fressen den Haushalt auf, im Extremfall droht eine Vertrauenskrise.

Jetzt könnte man bequem auf Frankreich zeigen. Doch ganz ehrlich: Weit entfernt sind wir von solchen Quoten auch nicht mehr. Deutschlands Schuldenquote steigt 2026 auf rund 66,5 Prozent, nach 63,5 Prozent im Vorjahr. Möglich wird das auch durch Sondervermögen außerhalb der Schuldenbremse: 500 Milliarden Euro für Infrastruktur und Klima, dazu das Sondervermögen Bundeswehr. Manche Ökonomen halten durch die neue Ausnahme für Verteidigungsausgaben sogar eine Schuldenquote Richtung 90 Prozent für möglich. Noch genießt Deutschland den Vertrauensvorschuss der Märkte, noch gilt die Bundesanleihe als sicherer Hafen. Aber dieser Vorschuss ist kein Naturgesetz, das zeigt Frankreich gerade eindrücklich.

Die Lehre daraus: Wer sein Vermögen allein auf die Bonität eines einzelnen Staates oder einer Währung baut, verlässt sich auf etwas, das sich schneller ändern kann, als man denkt. Viele Menschen fürchten Aktien, weil sie schwanken, und flüchten in vermeintlich sichere Anleihen. Dabei zeigt dieses Beispiel: Auch Staatsanleihen sind nicht automatisch die sichere Bank. Ein breit gestreutes Depot mit soliden, ertragsstarken Unternehmen als Fundament nimmt Ihnen genau dieses Klumpenrisiko ab. Ganz gleich, ob die nächste Unsicherheit aus Paris oder aus Berlin kommt.

Dass der Gesetzgeber mit dem neuen Altersvorsorgedepot nun ebenfalls auf mehr Aktienanlage setzt, ist deshalb genau der richtige Weg. Aktien guter Unternehmen als Beimischung sind kein Risiko, das man scheuen sollte. Sie sind der Schutz vor einem Risiko, das Staaten Ihnen nicht abnehmen können.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren