Schwere Kämpfe in der Nacht: Russland attackiert Kiew mit Raketen - Ukraine schickt Drohnen nach Moskau
Russland verstärkt seine Angriffe mit ballistischen Raketen auf Kiew. Die ukrainische Armee kann diese wegen ihrer hohen Geschwindigkeit kaum abfangen. Dem Land fehlt es an entscheidender Munition für die Patriot-Systeme. Als Antwort schickt Kiew 600 Drohnen nach Moskau. Russland greift die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut mit ballistischen Raketen an. Es gebe Explosionen in der Stadt, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko in der Nacht auf Telegram. Er forderte die Einwohner der Millionenstadt auf, in ihren Schutzräumen zu bleiben. In zwei Stadtbezirken gebe es Brände, die Feuerwehr sei vor Ort. Die ukrainische Luftwaffe berichtete auf Telegram zudem von Angriffen mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen auf andere Landesteile, unter anderem auf die Industriestädte Krementschuk und Krywyj Rih - der Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Dort wurde nach Angaben des örtlichen Gouverneurs bei einem Angriff mit ballistischen Raketen und Drohnen eine frau getötet. Weil es den ukrainischen Streitkräften nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland seine Angriffe mit ballistischen Raketen auf Kiew und andere Städte zuletzt verstärkt. Die effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzufangen sind, sind die von den USA produzierten Patriot-Systeme. Die ukrainische Armee hat mehrere davon, aber nicht genügend Abfangraketen, um sie effektiv einzusetzen. Ukrainische Drohnen greifen Ziele im Raum Moskau an Die Ukraine griff zudem die Region der russischen Hauptstadt nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin in der Nacht mit rund 600 Drohnen an. Davon seien 201 in der Region Moskau von der Luftabwehr zerstört worden, schrieb Sobjanin auf Telegram. Die meisten Drohnen seien bereits vorher beim Anflug auf die Region abgewehrt worden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Tass den Bürgermeister. Der ukrainische Angriff auf Moskau schien eine der größten bisherigen Angriffswellen Kiews zu sein. Ende Juli etwa berichteten russische Behörden von 390 Drohnen in einer Nacht, Anfang Juli waren es 452 gewesen. Bürgermeister Sobjanin sprach nun von drei Verletzten. Er machte keine Angaben zu möglichen Schäden. Der ukrainischen Nachrichtenseite "Kyiv Independent" zufolge trafen die Angriffe in der Region Moskau unter anderem Industrieeinrichtungen sowie ein Lager des russischen Online-Händlers Wildberries. Die Ukraine hatte dessen Einrichtungen zuletzt auch in anderen russischen Landesteilen angegriffen. Die Angaben der beiden Kriegsparteien konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Für Gegenangriffe auf russisches Gebiet nutzt Kiew vor allem Drohnen.